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Erwartungen weit übertroffen

Sarah, Frankreich, 2008/09,

Erwartungen weit übertroffen

Jetzt ist ja schon fast die Hälfte von meinem Auslandsjahr rum und ich kann gar nicht fassen, wie schnell die Zeit vorbeigegangen ist. Meine Gastfamilie wohnt in einem kleinen Dorf ganz in der Nähe von Paris. Ich bin total glücklich bei ihr und ich wurde auch richtig gut aufgenommen.

Frankreich-Mein zweites Zuhause

Als ich in Frankreich angekommen bin, war alles erst mal total aufregend und neu. Ich habe total viele neue Leute kennen gelernt, erst einmal auf dem AFS Camp, in dem wir waren, bevor wir zu unseren Gastfamilien gefahren sind. Nach einem Wochenende war dann der große Tag da und meine Gastfamilie ist gekommen, um mich abzuholen. Als ich sie zum ersten Mal gesehen hab, war eigentlich alles ziemlich positiv, obwohl es doch schon ein seltsames Gefühl war, mit ihnen „nach Hause“ zu fahren. Mittlerweile kann ich aber wirklich sagen, dass ich hier ein zweites zu Hause gefunden habe! Am Anfang habe ich mich noch nicht so richtig wohl gefühlt, jetzt allerdings fühle ich mich toll in der Familie, gar nicht wie ein Gast, sondern wie ein richtiges Familienmitglied.

Zum Thema Heimweh muss ich sagen, dass ich bis jetzt noch nicht wirklich welches hatte. Selbst über Weihnachten und Silvester nicht. Ich telefoniere zwar mit meiner Familie und meinen Freunden in Deutschland, aber ich bin hier eigentlich so beschäftigt, dass ich dazu keine Zeit habe. Im Moment will ich mein Jahr einfach noch so gut es geht ausnutzen, weil es ja bald wieder zurück nach Deutschland geht. Ich finde es ziemlich schwer, hier mein Leben zu haben, sich aber auch bei Freunden und Familie in Deutschland zu melden.

Schule und Freizeit

Dann kam der erste Schultag. Ich war ziemlich nervös und als ich dann in der Schule war, habe ich mich erst einmal ein bisschen verloren gefühlt. Schon eine Woche später hatte ich aber schon Freunde gefunden, mit denen ich in den Pausen zusammen war. Mittlerweile fühle ich mich in der Klasse super integriert. Eine Umstellung zu Deutschland war es allerdings schon, da hier die Schule oft erst um 16:30 Uhr oder um 17:30 Uhr aus ist und ich auch samstags Unterricht habe. Im Gegenzug fange ich meistens erst um 9:30 Uhr an. Ich muss allerdings schon sagen, dass man in der Woche nicht viel Zeit für anderes als Schule hat, da man immer noch die Hausaufgaben zu machen hat, wenn man nach Hause kommt. Am Wochenende allerdings fahre ich oft samstags nachmittags nach der Schule nach Paris und treffe mich mit anderen AFSern oder mit Schulfreunden. Sonntags bleibe ich meistens bei meiner Gastfamilie oder wir unternehmen etwas zusammen.

Mein Französisch hat sich seit ich hier bin schon sehr verbessert. Mittlerweile verstehe ich eigentlich fast alles und hab auch kaum noch Schwierigkeiten zu reden. In der Schule komme ich super mit. Am Anfang hatte ich natürlich noch Probleme, aber das hat sich ziemlich schnell verbessert!

Mehr Selbstbewusstsein erlangt

Zu dem Punkt, ob meine Erwartungen erfüllt wurden, kann ich nur sagen, dass sie bei Weitem übertroffen wurden. Uns wurde zwar gesagt, dass wir uns sehr verändern werden, aber man ist dann doch erstaunt, wenn man das selbst sieht. Ich merke, dass ich wesentlich selbstbewusster geworden bin und offener auf Leute zugehe. Früher war ich eher unsicher mit mir selbst. Im Moment bin ich einfach nur total glücklich mit der ganzen Situation und stolz darauf, mich zu verändern und zu merken, dass ich hier mein Leben stärker selbst in die Hand nehmen kann.

Andere Mentalität

Allerdings merkt man, dass die Franzosen, auch wenn wir nicht weit voneinander entfernt sind, eine andere Mentalität haben als die Deutschen, was manchmal ein bisschen kalt rüberkommt. Hier muss man unbedingt selbst auf Leute zugehen und darf nicht darauf warten, dass man angesprochen wird. Außerdem sind hier die meisten von ihrer Art her wesentlich spontaner, auch in meiner Gastfamilie ist es lockerer als in meiner Familie in Deutschland, obwohl es natürlich auch Regeln gibt. In der Schule aber ist es strenger als in Deutschland. Die ganze Schule ist umzäunt und Handys oder dergleichen sind verboten. Es gibt außerdem Personen, die nur angestellt sind, um sich um die Schüler und um die Ordnung in der Schule zu kümmern.

Alles in allem bin ich bis jetzt überglücklich mit meinem Auslandsjahr und bereue es keineswegs, weggefahren zu sein. Man erlebt soviel, was man daheim nie erlebt hätte und entwickelt sich so sehr viel weiter!