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PHILIPPINEN: Ein wunderschönes Land (FSJ)

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Geschrieben von: Manuel, Philippinen 2007/08   
Mein erster Eindruck von Manila war, das es hier sehr dreckig ist und unangenehm riecht. Das lag wohl aber auch sehr an der Flughafengegend. Meine erste Woche hier auf den Philippinen war sehr viel härter als ich es mir vorgestellt hatte. Als Einziger AFSer im Flieger fühlt man sich schon sehr alleine, nicht wie in Panama, wo ich damals als Austauschschüler einer unter vielen war.

Mittlerweile habe ich mich natürlich schon eingewöhnt und genieße meine Zeit hier, am Wochenende geh ich oft mit anderen AFSern, Ausländern und natürlich einer Menge Filipinos weg, unter der Woche arbeite ich von 9 bis 17 Uhr und Manila ist gar nicht so schlimm wie mein erster Eindruck war.
Ich erledige anfallende Arbeiten wie zum Beispiel verschiedene Telefonate mit potenziellen Gastfamilien oder auch Schülern, die ein Jahr ins Ausland gehen. Bei meinen bisher „verantwortungsvollsten“ Aufgaben hier durfte ich ein Mädchen, dass vor kurzem nach Deutschland gefahren ist (Osnabrück), auf Deutschland vorbereiten.

In unserem sowieso schon kleinen Büro habe ich sogar einen eigenen Schreibtisch, der erste rechts, direkt wenn man reinkommt, da fühlt man sich ganz schön wichtig muss ich sagen, dazu noch professionelle Visitenkarten und man ist im Geschäft. Natürlich arbeite ich auch mal am Wochenende, bereite zum Beispiel die Jenesysschüler vor und Ähnliches, dafür brauch ich dann manchmal unter der Woche nicht zu kommen und ich reise auch noch gratis durchs Land und sehe eine Menge.

Meine Gastfamilie ist Familie Calderon, wohnhaft in der Subdivision namens „Loyola Grand Villas“ hier in Katipunan. Katipunan ist ein Teil von Quezon City und eine Subdivision ist so gesehen ein riesiger umzäunter Bereich, größer als nur einige Häuserblöcke, der von bewaffneten Wachmännern kontrolliert wird. Jedes Auto wird an einer der vielen „gates“ (Kontrollpunkte) auf den Sticker hin kontrolliert, der ausweist, dass der Fahrer des Wagens in der Subdivison lebt. Ist das nicht der Fall, wird man angehalten und nach Ort und Grund des Besuches gefragt. Anschließend werden die Bewohner des Hauses angerufen, in das man möchte, um zu verifizieren, dass der Besucher auch kommen darf. Als Letztes wird der Kofferraum auf illegale Gegenstände untersucht, der Führerschein des Fahrers eingezogen und man bekommt einen Besucherausweis. Ich werde mittlerweile schon erkannt, als der einzige weiße Jugendliche, der immer  mit Taxen unterwegs ist, und muss nicht mal mehr meine Adresse sagen.
Endlich drin muss man lange suchen, wenn man nicht den Weg weiß, denn diese Bezirke sind wirklich riesig. Würde ich zum Beispiel zu Fuß zu dem Gate gehen, dass wir hauptsächlich mit dem Auto benutzen und das an der Katipunan Avenue und somit nahe an McDonalds, Bars, Supermärkten etc liegt, wäre ich eine halbe Stunde unterwegs.
Zum Glück ist nahe an meinem Haus ein anderer Kontrollpunkt, von dem aus ich morgens immer den Jeepney oder das Tricycle zur Arbeit nehme (die sind nämlich nur ausserhalb der Subdivision erlaubt, weil zu laut). Das Geld dafür bekomme ich erstattet, genau wie Essensgeld, meist wird bei außergewöhnlich langer oder einfach nur spezieller Arbeit einfach Essen für alle bestellt, um alle einzuladen. Überhaupt sind die Filipinos sehr gastfreundlich, sowas habe ich noch nicht mal in Panama erlebt.

Mein Zimmer in unserem Haus ist relativ groß, wenn es sich auch sehr klein anfühlt, da eine 40 Watt Birne die für sie viel zu große Aufgabe hat, alles zu erhellen. Mein Zimmer ist im Erdgeschoss der Hauses, welches eigentlich den Keller bildet, aufgrund von Eisentür und begehbaren Drainagengrabens drumherum. Oben im 1. Geschoss befinden sich Wohn-, Esszimmer und Küche sowie der Garten. Darüber sind noch diverse andere Zimmer und ein Speicher, von dem aus man einen Wahnsinnsausblick hat.

AFS Philippinen besteht aus 5-7 Mitarbeitern, je nach Angelegenheit und hat einige, sehr engagierte, Freiwillige. Ansprechpartner ist hier jeder für mich, die Atmosphäre ist total toll und sehr lässig. Der einzige Fakt, der mich stört ist, dass ich von AFS Deutschland her ein Auto fahren dürfte, da ich im 18+ Programm bin, AFS Philippinen es aber nicht erlaubt. Natürlich würde ich mich hier nicht auf die Straße trauen aber es würde einem schon einiges erleichtern, zumindest innerhalb der riesigen Subdivision mobil zu sein. Dies würde einige Flüche meinerseits, Gewaltmärsche und Taxen ersparen.

Mit meiner Familie und auch im Büro spreche ich ausschließlich Englisch, wobei im Alltag von den Filipinos oft auch Tagalog verwendet wird, dies jedoch sehr schnell und ohne besonders lehrreich zur Hand zu gehen. Daraus resultiert, dass ich jetzt, nach mehr als 4 Monaten auch noch kaum Tagalog spreche.

Zu den zukünftigen FSJlern: Die Philippinen sind ein wunderschönes Land und die Leute hier im Büro sind einfach nur toll! Alles ist hier vorhanden, abends weggehen, Großstadt, Natur natürlich auch, sehr schöne Strände, ein super Surfingspot nur 6 Stunden im Bus....was will man mehr? Ich bin glücklich!

Vielen Dank für alles, AFS!
Manuel, Philippinen 2007/08
Kommentare (4)
  • Charlotte  - schön das es dir gefallen hat
    Es freut mich das es dir in meinem Heimatland gefallen hat.
    Ich würde gerne auch ein FSJ dort machen!

    Könntest du mir sagen wie du dich Beworben hast?

    MFG Charlotte
  • kim
    hi ich interessiere mich total für die philippinen und bin am überlegen ob ich vielleicht ein austauschjahr dort verbringen soll. aber meine mutter hat fürchterliche angst vor den ganzen anschlägen, naturkatastrophen etc. und da wollte ich ma fragen ob afs auch mit darauf achtet dass man nicht unbedingt in die "gefährlichsten" gebiete geschickt wird.
    wär echt toll wenn du mir antworten könntest.
    meine e-mail: capsicase@gmx.de
    lg kim
  • Nicole Brechmann  - Sicherheit im Austausch
    AFS achtet sehr auf die Sicherheit seiner Teilnehmer. Wir beobachten die Lage in den verschiedenen Ländern und arbeiten darüber hinaus mit einer internationalen Organisation zusammen, die uns in Risikofällen berät.
  • kim
    danke für die schnelle antwort:D
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