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El Buen Pastor ist eine von Nonnen geführte katholische Einrichtung, deren Zielgruppe Mädchen zwischen 7 und 16 Jahren ist. Die Mädchen haben alle einen schwierigen Familienhintergrund. Viele von ihnen wachsen nicht nur in ärmlichen Verhältnissen auf, sondern sind zudem Gewalt und Prostitution ausgese tzt.
Für die Mädchen besteht die Möglichkeit, die Einrichtung vor oder nach der Schule aufzusuchen. Eine Gruppe kommt morgens und eine größere Gruppe (ca. 45-50 Mädchen) nachmittags, abhängig von den Unterrichtszeiten an der Schule.
Während die Mädchen in der Einrichtung sind, helfen wir ihnen bei den Hausaufgaben und organisieren verschiedene Aktivitäten und Projekte, z.B. Englischunterricht und diverse handwerkliche Aktionen.
Die Hauptaufgabe von uns Freiwilligen ist das Helfen bei den Hausaufgaben, meistens in den Fächern Englisch und Mathe, aber auch Biologie, Informatik und Spanisch sind Fächer, bei denen wir unterstützen. Zurzeit bieten wir einmal wöchentlich Englischunterricht an. Ich habe außerdem einen Informatikkurs gegründet.
Mir macht es wirklich sehr viel Spaß, bei El Buen Pastor zu arbeiten! Manchmal ist es aber auch nicht einfach, besonders wenn die Mädchen laut und aggressiv werden, das Verhalten, das viele von ihnen zu Hause und auf der Straße lernen. Wir hatten schon einige heftige Streits. Dann ist es gar nicht so einfach sich durchzusetzen. An anderen Tagen kommen die Mädchen und sagen, dass sie mich gern mögen, dann arbeiten oder spielen wir und haben viel Spaß.
Ich habe in den letzten sechs Monaten eine Menge dazugelernt. Anfangs habe ich mir nicht vorstellen können, die ganze Zeit mit Kindern zu arbeiten. Mir fällt es besonders schwer, die richtige Balance zwischen Lehrerin, also Autoritätsperson, und Vertrauensperson zu finden. Dies ist immer noch eine tägliche Herausforderung. Im Gegensatz zu den anderen Lehrern spielen wir mit den Mädchen und machen auch mal Witze. Auch wenn man dadurch manchmal in einen Rollenkonflikt gerät, habe ich das Gefühl, dass die Mädchen uns mehr vertrauen und wir in interessanten Gesprächen vieles erfahren, was den Lehrern verwehrt bleibt.
Außerdem habe ich festgestellt, dass die Arbeit mit Kindern sich besonders positiv auf das Erlernen der Sprache auswirkt. Kinder sind gute Lehrer weil sie einem gern alles erklären.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich hier wirklich etwas positiv verändern kann. Ich bin realistisch genug, um zu sehen, dass die Mädchen außerhalb der Einrichtung vielen negativen Einflüssen ausgesetzt sind. Ich denke jedoch, dass wir Freiwillige vor allem im schulische n Bereich zur Verbesserung ihrer Fähigkeiten beitragen können. Durch uns Freiwillige erfahren die Mädchen von anderen Ländern und Kulturen und ihnen wird bewusst, dass es noch eine Welt außerhalb Kolumbiens gibt.
Durch unsere besondere Beziehung zu den Mädchen hoffe ich, dass wir ihnen in Gesprächen helfen können und ihnen vielleicht auch Möglichkeiten aufzeigen können, was sie aus ihrem Leben machen können. Deshalb denke ich, dass wir helfen können, wenigstens ein bisschen.
Kristin, weltwärts 2009/10
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