Gastfamilie für den Schüleraustausch werden

Anna aus FINNLAND: Die Landschaften waren wie Bilder

Hallo, ich bin eine finnische 17-jährige Austauschschülerin und bin hier in Deutschland seit fast fünf Monaten. Ich wohne jetzt in Dorsten bei meiner Gastfamilie. Wir sind hier 6 Personen, also meine Gastmama, ich, mein Gastpapa, mein 18-jähriger Gastbruder, meine 16-jährige Gastschwester und mein 10-jähriger Gastbruder. Dann haben wir noch viele Tiere: einen Hund, Papageien, Fische und eine Schildkröte.

Ich bin mit anderen Gastschülern von anderen Ländern nach Bochum von Frankfurt gefahren und da hat meine Familie mich abgeholt. Als ich noch in dem Zug war, hat alles so schön ausgesehen. Die Landschaften waren wie Bilder von einigen Büchern über Deutschland, die ich manchmal gelesen habe. Da habe ich Flüsse, Burgen und viele alte Fachwerkhäuser gesehen. Alles war gut organisiert, also alle Züge sind in der richtigen Zeit gekommen, was immer nicht in Finnland klappt. Und der Verkehr war auch viel hektischer als in Finnland.

Meine Familie hat mich freundlich gegrüßt und wir sind gleich danach mit dem Auto nach Hause gefahren. Ich war ein bisschen überrascht, als wir fast 200 km/h gefahren sind, weil in Finnland darf man nicht schneller als 120 km/h auf dem Motorweg fahren. Das hat meine Familie witzig gefunden, als ich das erzählt habe. Meine Familie ist ganz offen zu mir gewesen, die haben all die wichtigsten und einige auch nicht so wichtige Regeln erklärt, über die deutsche Traditionen erzählt und mir die Region von unserer Dorf gezeigt. Die haben sich über alles gekümmert, dass all die Sachen mit AFS oder mit meiner Schule geklappt sind. Meine Schwester und mein Bruder haben mich öfter mal in Parties, ins Kino, und z.B. in die Stadt mitgenommen. Dann haben die mich immer gefragt, ob ich was machen möchte, z. B. ob ich Bücher von der Bücherei brauchen würde oder ob ich was für mich kaufen möchte.

Ich bin in einem Poltarabend und danach in einer Hochzeit von einer Verwandte von uns gewesen, dann sind wir einmal zu einem Stall gefahren, wo meine Schwester reitet und da durften wir Welpe angucken und streicheln. Dann waren wir mal auch auf einem Markt in Dorsten, wo ich verschiedene Würste probiert hab. Einmal waren wir in einer Begräbnisstätte wegen einen Feiertag und dann waren wir bei einem Geburtstag von dem Opa, dem Onkel und von einem Bekannten von uns. Ich bin öfter mal einkaufen mit meiner Mama gewesen und dann sind wir auch viel mal Spazieren gegangen. Wir hatten einmal ein Lichterfest bei uns zuhause, also wohin alle unsere Nachbarn gekommen sind.

FIN_Anna_Vanha-Honko_webVor den Weihnachtsferien hatten wir eine Party in dem Arbeitsplatz von meiner Papa und da haben wir alle Kinder z. B. beim Dekoration geholfen. In der Weihnachtszeit waren wir einmal in Düsseldorf, da sind wir einkaufen in einem großen Kaufhaus gewesen und haben voll leckeres Brot aus dem Markt gekauft. Hier hab ich erstes Mal ein Nikolausteller gekriegt. Am Weihnachten hab ich Geschenke für meine Familie und für Freunde von mir gegeben und selber hab ich auch viele Geschenke bekommt. In der Weihnachtszeit war ich viele Mal bei einigen Geburtstags von einigen Freunden von mir und auch bei dem Geburtstag von meinem Bruder. Mit meiner Schwester hab ich Kuchen gebackt oder Mittagessen gekocht. Mit meinem älteren Bruder war ich ein paar Mal beim Thaiboxen. Zu einem Fitnessstudio bin ich auch manchmal mit dem gegangen. Ich gehe auch einmal in der Woche zu einer Tanzstunde hier in Dorsten. Ich musste manchmal auf meinen jüngeren Bruder aufpassen, dann hab ich was mit ihm gespielt oder am Abend hab ihn ins Bett gebracht und davor was zu ihm vorgelesen.
Meine Schule gefällt mir gut. Wir waren mit unserer ganzen 12. Stufe eine Woche in den Herbstferien in Tschechien, in Prag. Wir sind z. B. einmal Mountainbike gefahren und wandern auf den Bergen gegangen. Und an einem Wochenende waren wir mit unserem Französischkurs in Paris. Geschichte, Mathe und Biologie finde ich am schwersten in der Schule, in allen anderen Fächern kann ich aber schon die Unterricht folgen und manchmal die Aufgaben mitmachen. Hausaufgaben mach ich immer, wenn ich kann.

Ich hab auch Freunde hier gefunden. Mit einer Freundin von mir mache ich vieles in der Woche, wir gehen ins Kino oder dann gehen wir auch oft zu Cafes. Ich backe auch gerne Kuchen mit einer Freundin von mir oder gucke Filme. Mit einer Freundin von mir gehe ich zu Spieleabends oder Schwimmen. Mit ein paar anderen Freunden von mir gehe ich zu Parties und mit einem Mädchen war ich in einem Freizeitpark. AFS-Freunde habe ich auch gefunden, eine von der Dominikanischen Republik, eine von Hongkong und eine amerikanische Austauschschülerin.

Mit AFS bin ich in den beiden Camps gewesen und die hab ich sehr gut gefunden. Ich hab genauso gute Zeit da auch wie überhaupt hier in Deutschland verbracht. Dann war ich einmal bei einem Fußballspiel mit AFS, Bochum gegen Düsseldorf und beim Plätschen backen.

Einige Unterschiede zwischen Deutschland und Finnland hab ich schon bemerkt, die Deutschen sind in einigen Sachen ein bisschen mehr akkurat als die Finnen und die haben bestimmte Zeiten, wenn die immer Abendessen machen. Die achten auch auf andere Sachen, z.B. beim Aussehen oder was für Nägel jemand hat, was eigentlich ganz egal in Finnland ist. Wenn man zu spät gekommen ist, bedeutet es in Deutschland schon ein oder zwei Minuten und in Finnland ca. 10 bis 15 Minuten. Mir ist auch eingefallen, dass die Deutschen mehr machen können, z. B. im Winter, wenn es hier nicht so kalt ist wie in Finnland und die sind ein bisschen hektischer überhaupt. Hier in Deutschland kann man gut draußen auch im Januar und im Februar spazieren gehen, aber in Finnland ist es so oft zu kalt. In Finnland sind die Strecken größer als hier und in es dauert viel länger z. B. in die Stadt zu fahren.

Die Deutschen sagen auch öfters genau, was sie denken und wollen direkte Antworten auch kriegen. Die Finnen versuchen manchmal etwas nicht so ganz genau zu sagen, weil die es so ein bisschen höflicher finden. Trotzdem finde ich die Deutschen in einigen Sachen noch höflicher als die Finnen, die bedanken öfters und entschuldigen häufiger als die Finnen. Und die sietzen immer alle Lehrer und Lehrerinnen, was die finnische Schüler auch nicht machen müssen.

In Deutschland finde ich es interessant, wie die Leute so viele mehrere alte Traditionen haben als die Finnen, z. B. Weihnachtsmärkte, Karneval, usw. Ich interessiere mich auch sehr an das Geschichte von Deutschland. Ich finde es auch interessant, wie die Menschen andere Lebensstile oder ganz andere Ansichten von einigen Sachen haben, z. B. einige Berufe sind gar nicht so angesehen hier wie in Finnland.

Anna aus Finnland, 2008/09