Gastfamilie für den Schüleraustausch werden

Tuyet aus VIETNAM: “Schnee ist schön aber anstrengend“

Mein Name ist Tuyet. Ich komme aus Vietnam. Zur Zeit bin ich für ein Jahr Austauschschülerin in Deutschland. Die Zeit verging mir wie im Fluge, ein halbes Jahr ist schon vorbei. Es ist höchste Zeit, mal zu überlegen, was ich alles erreicht habe.

Zunächst möchte ich dem Stiependiengeber danken, denn Sie geben mir eine Gelegenheit, nach Deutschland zu kommen und eine neue Kultur kennen zu lernen. Wahrscheinlich interessieren Sie sich für meine Erfahrungen im Gastland, deshalb schreibe ich Ihnen einen Bericht, zu erzählen, wie es mir in Deutschland geht und was ich in den ersten Monaten erlebt habe.

In Vietnam habe ich schon zwei Jahre Deutsch als Fremdsprache gelernt, trotzdem war meine Kenntnis über Deutschland noch zu wenig. Als ich gerade nach Deutschland angekommen bin, war ich aufgeregt und neugierig. Deutschland liegt im Herzen Europas, deswegen wenn ich hier wohne, kann ich auch die anderen Nachbarnländer besichtigen. Darauf freue ich mich. Deutschland ist ein entwickeltes land mit starken Wirtschaftsystem, modernen Industrie, ernsten Gesetz und Wohlstands-Leben. Zudem hat es noch weitere Facetten und vielseitige Kontraste zu bitten. Das Land ist bekannt nicht nur für die Entwicklung, sondern auch für die traditionelle Schönheit, frische Umwelt; unweit der Hochhäuser finden Sie wieder historische Sehenswürdigkeiten, alte Städte. Ich achte auf das sehr.

Gastfamilie
VIE_Tuyet_gastfamilie_kleinWenn man ein Austauschschüler ist, spielt die Gastfamilie eine große Rolle. Es ist nicht einfach, eine Mitglied der neuen Familie zu werden. Zum Glück bei mir ist alles nicht kompliziert. Ich bin glücklich, dass ich eine nette Gastfamilie habe. Meine Gasteltern haben keine Kinder, es gibt beide Seiten: Vorteile und Nachteile. Sie verwöhnen und betrachten mich wie das einzige Kind der Familie aber manchmal fühle ich mich bisschen langweilig und traurig. Sowieso bin ich total zufrieden. Obwohl wir aus der unterschiedlichen Generation stammen, verstehen wir uns gut. Sie sind sympathisch und ich unterhalte mich oft mit ihnen. Gelegentlich habe ich Heimweh, dann trösten sie mich. Am Wochenende frühstücken wir gemütlich zusammen und erzählen wir was es vorige Woche besonders gibt. Wenn wir Freizeit haben, gehen wir raus in die Natur bzw. besuchen Freunde oder besichtigen die Stadt. Leider haben wir manchmal auch Streit. Ich weiß, dass es überall passiert und kann man nicht umgehen, aber davon habe ich Angst. Vielleicht machen sie Diskussion wegen mir. Das mag natürlich niemand aber es halt so, sonst ist das Leben nicht mehr spannend. Bloß ein Scherz!

Schule
Jetzt besuche ich das Dreieich-Gymnasium in Langen. Ich bin vorher jeden Tag mit dem Bus gefahren. Der Bus war immer voll und laut aber muss man akzeptieren. Das hat mir nicht gefallen aber das Wetter im Winter ist total kalt, deshalb habe ich keine andere Wahl. Jetzt kommt der Frühling, es wird langsam wärmer und ich fahre mit dem Fahrrad. Es  geht schon besser und ich kann auch ein bisschen länger ins Bett bleiben. Meine Schule ist schön, groß und modern. Jede zwei Klassen gibt es einen OHP und  Fernseher, um besser zu lernen. Außerdem hat sie auch manche besondere Räume, wo es alle Geräte gibt. Normalerweise hat ein Klasse ungefähr nur 25 Schüler. Alle habe ich noch nie in Vietnam gesehen. In Deutschland lernt man nicht viel über Theorie, sondern achtet man auf Praxis. In Naturwissenschaftliche Fächer können wir selber reale Versuche machen oder Filme über Untersuchungen gucken. Darauf  haben wir Lust, Kenntnisse weiter zu entdecken. Die Fragen werden immer gestellt: Warum, was, wie? Man soll sich konzentrieren, um die Lösung zu finden. Natürlich kann ich nicht alles verstehen, aber ich finde es sehr interessant. Vietnam ist noch unterentwickelt, deswegen haben wir nicht genug Material, Experimente zu machen.  Ich habe nur Probleme mit Sozialwissenschaften, weil sie total abstrakt und auf einer Fremdsprache sind. Schade! Die Deutsche Schüler sind flexible, aktiv, selbstbewusst und selbstständig. In dem Unterricht melden sie sich ganz viel und wenn sie etwas nicht verstanden haben, fragen sie sofort nach. Sie können gut eine Präsentation machen oder über ein Problem diskutieren. Außer der Schule nehmen sie viele Aktivitäten teil z.B: Sport, freiwillige Aktivität. Ich habe von ihnen viel gelernt.

Am Anfang finde ich nicht so einfach, mit Deutschen anzufreunden.VIE_Tuyet_freunde2_klein
Ich denke sie sind kalt und wollte nicht mit mir reden oder vielleicht war ich schüchtern. Ich bin Ausländer, neues Mitglied hier und alles ist fremd mit mir. Es dauert bisschen Zeit, um das Leben anzupassen. Aber danach geht es immer besser und besser. Ich habe schon viele Leute kennen gelernt. Meine Freunde meiner Klasse sind wirklich freundlich, lieb und nett. Sie haben mir viel geholfen. Mit ihnen habe ich eine schöne Geburtstagsparty gefeiert, lustige Geschichte  erzählt, viel gelacht. Wir waren schon zusammen in einem Klassentreffen, haben Bowling gespielt, echt cool! Dadurch kann ich mein Deutsch verbessern. Schöne Erinnerungen habe ich in Deutschland, die unvergesslich sind. Bestimmt wenn ich nach Vietnam zurückkomme, vermisse ich das Land sehr.  Außerdem habe ich auch nette und lustige Freude von AFS. Wir sind in der gleichen Situation- als Austauschschüler, deswegen verstehen wir uns gut. Als Ausländer treffen wir viele Schwierigkeiten aber dann geht alles wieder in Ordnung. Wir versuchen, Probleme selbst zu lösen, sonst nicht haben wir auch hilfsbereite Betreuern. AFS hat oft Aktivitäten organisiert und ich habe fast alles teilgenommen. Camp jeden 3 Monate, Plätzchen backen am Weihnachten, Schlittschuhlaufen, Stammtisch. Toll und nützlich.

Deutsche sind normalerweise kühl aber wenn wir ihre Freunde sind, sind sie offen und freundlich
VIE_Tuyet_Weihnachtsmann_kleinMeiner Meinung nach sind das Leben zwischen Vietnam und Deutschland ganz unterschiedlich. Zuerst ist die Kultur, bestimmt haben Sie schon gehört. Die Deutsche sind normalerweise kühl aber wenn wir ihre Freunde sind, sind sie offen und freundlich. Sie zeigen ihre Gefühle offiziell ohne Schüchternheit: küssen, umarmen... Das mag ich, weil bei mir in Vietnam die Leute zurückhaltend sind. Sie genießen viel: Reise, Ausflug, Picknick, Party. Sie haben 4 Ferien pro Schuljahr, schon viel. Das Wetter ist auch ein wichtiger Faktor. Ich frage mich selbst warum es im Winter in Deutschland total kalt ist, kann mir nicht vorstellen. Schnee ist schön aber anstrengend.  Zum Glück gibt es noch Heizung im Haus, sonst friere ich sofort. Ehrlich sagen in Vietnam hasse ich Sonne (da dort immer warm ist) aber hier sie ist meine Liebe. Die Menschen hier warten immer auf Sonne. Die Kinder sind unabhängig, ab 18 sind sie Erwachsene und treffen die Entscheidung für sich selbst. Die Eltern sind nur noch Ratgeber. Manchmal denke ich sie sind eine Familie aber haben wenige Gefühle miteinander. Das Essen in Deutschland sind ganz gut, meine Gastmutter kann auch perfekt kochen. Ich esse gern Kartoffelpüree, Schnitzel, Gulasch und besonders Kuchen. Ich kann nicht in hier Diät machen, denn ich will alles probieren. Aber sie sind gefährlich, wie kann ich abnehmen?

Ich habe schon die ersten Monate in Deutschland verbracht, schöne Zeit und schlechte Zeit erfahre. Jetzt kann ich laut sagen: Ich liebe Deutschland- meine zweite Heimat!

Geschrieben von: Tuyet aus Vietnam: 2010/2011, Mercator Stiftung