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Ein Jahr Indonesien!

Margret, Indonesien, 2008/09,

Ein Jahr Indonesien!

Nun die wohl berühmt berüchtigste Frage, mit der ein Austauschschüler nach seiner Rückkehr konfrontiert wird lautet: "Und wie war’s?" Ja, das war und ist eines meiner größeren Probleme seitdem ich wieder in Deutschland bin. Man selbst weiß gar nicht so recht, wie man sich seinen alten Freunden, den Bekannten und der eigenen Familie gegenüber verhalten sollte. Natürlich ist es ein wunderschönes Gefühle seine Liebsten nach einer so langen Zeit wieder in die Arme schließen zu können. Doch auf der anderen Seite ist ein Austauschjahr ein Jahr voller neuen Eindrücke, Erlebnisse und Erfahrungen, die man den hier „Zurückgelassenen" nach und nach mitteilen möchte.

Doch möchte ich auf keinen Fall damit sagen, dass ein Jahr in einem anderen Land mit einer anderen Kultur nur Nachteile mit sich zieht. Nein, im Gegenteil! Wie sehr würde ich es bereuen, wenn ich dieses für mich so beeindruckende und lehrhafte Jahr nicht gemacht bzw. ganz durchgehalten hätte. Es hat mir soviel gegeben und ich habe in diesem Jahr sehr viel über eine, für mich vorher komplett fremde Kultur, meine eigene Kultur und mich dazu gelernt.

Meine zweite Familie

Jedoch das allerschönste Gefühl dabei ist, wenn ich mich an mein Leben in Indonesien erinnere und das ich jetzt sagen kann, dass ich auch eine Familie in Indonesien gefunden habe. Es war für mich immer sehr unglaubwürdig, wenn mir ehemalige Austauschschüler davon erzählt haben, dass sie jetzt auch noch neben ihrer "richtigen" Familie eine Familie in ihrem Austauschland haben. Doch jetzt kann ich das auch sagen, und das mit einen unwahrscheinlich angenehmen Gefühl. Natürlich kommt es dadurch immer mal wieder zu lustigen Verwechselungen. Immer dann, wenn ich jemanden von meinen Auslandsjahr erzähle und plötzlich vom meiner Mama und meinen Papa spreche. Daraufhin sind meine Gesprächspartner meistens etwas verwirrt, und fragen wie oft mich meine Eltern denn in diesem Jahr besucht hätten. Wenn meine Zuhörer dann aber verstehen, dass ich meine Gasteltern damit meine reagieren sie meistens gerührt.

Indonesisch schnell gelernt

Aber nicht nur im Bezug auf meine Gasteltern hatte ich sehr viel Spaß und Erfahrungen in meinem Austauschjahr. Ich lernte zum Beispiel die Sprache Indonesisch. Oh wie gerne würde ich es mal wieder sprechen. Obwohl es schwer vorstellbar ist, kann man sich unglaublich schnell an eine andere Sprache gewöhnen und sie selbst sprechen. Öfter musste ich, als ich Emails nach Deutschland schicke mein Indonesisch-Deutsch Wörterbuch herausnehmen und ein deutsches Wort nachschlagen. "Was nur meine Familie über mein schlechtes Deutsch denken wird", war die Frage, die ich mir dabei stellte. Selbst jetzt geht es mir noch so, dass ich ab und zu ein indonesisches Wort sage, wenn ich von Indonesien berichte. Das fiel mir dann allerdings immer erst dann auf, wenn mich alle anderen verdutzt anschauen.

Mehr Motivation durch meinen Auslandsaufenthalt

Ich rate jedem jungen Menschen sich für eine solches Jahr zu entscheiden. Auch die Befürchtung, dass man dadurch ein Schuljahr verliert, kann ich nur verneinen. Ich hatte auch öfters vor meiner Abreise mit dem Gedanken gespielt, ob ich danach überhaupt noch Lust auf Schule habe und ob ich nicht jeglichen Zugang dadurch zur Schule verlieren würde. Jedoch jetzt im Nachhinein sind all diese Befürchtungen nicht eingetreten. Im Gegenteil, ich bin motivierter einen guten Abschluss zu machen als vor meiner Abreise. Die Motivation kommt daher, dass ich mir nun bewusst ist, was mir alles offen steht und das ich vieles erreichen kann, wenn ich was dafür tue und mich dafür einsetze. Auch meine Lehrer sind sehr begeistert von meinen Austauschjahr und den Erfahrungen die ich gemacht habe. Das Erlebnis in einer anderen Kultur zu leben lässt sich wunderbar in jeglicher Hinsicht ausschöpfen: Sei es im Geografieunterricht, dem Deutschunterricht, dem Russischunterricht, im Schauspielunterricht, Musikunterricht und selbst im Sportunterricht.

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass ich meine liebe Gastfamilie wieder treffen kann, ob hier in Deutschland- meinem Heimatland - oder in Indonesien- ihrem Heimatland und meinem zweiten, dass ich meine Zukunftspläne verwirklichen kann und noch einmal mit AFS ein Austauschjahr erfahren kann und die Welt kennen lernen darf. Diesmal in Form eines Freiwilligendienstes.