"Es war fantastisch, ich hatte ganz tolle Gasteltern"
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MÜLLHEIM-NIEDERWEILER. "Ich würde es jederzeit wieder machen", sagt Lea Cammarata aus Niederweiler. Die 17-jährige Schülerin war ein Jahr lang in Italien mit der gemeinnützigen Jugendaustauschorganisation AFS. Lea möchte Gleichaltrige ermutigen, diese Chance ebenfalls zu nutzen. Bis Ende Oktober kann man sich bewerben.
AFS steht seit über sechzig Jahren für "American Field Service" und ist heute die weltweit größte Organisation für internationalen Jugendaustausch. Es geht um interkulturelle Begegnungen für Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren in allen Ländern der Welt. Bewerbung und Aufnahme ins Programm sind unabhängig von Schulnoten und von Sprachkenntnissen. Spätestens im Gastland muss man aber die Sprache lernen. Die Schüler wohnen bei ausgesuchten Gasteltern, die sich ehrenamtlich zur Verfügung stellen, und besuchen normale Schulen – entsprechend der Schulart in der Heimat. Das Auslandsschuljahr kann in Deutschland angerechnet werden.
Lea Cammarata hat ihren Realschulabschluss gemacht, ist dann ein Jahr ins Ausland und besucht jetzt das Wirtschaftsgymnasium in Müllheim. Über den Jugendaustausch mit AFS hat sie in der Badischen Zeitung gelesen und sich spontan beworben. Man darf mehrere Wunschländer angeben, weil nicht immer überall Platz ist. Anfangs habe sie gedacht, das Gastland müsse möglichst weit weg sein, mindestens Amerika, sagt Lea. Im Rahmen der Vorbereitungsseminare habe sie sich dann aber für Italien entschieden und es nicht bereut: "Es war fantastisch. Ich hatte ganz tolle Gasteltern."
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Mit zehn AFS-Schülern – aus Amerika, Norwegen, China, Japan und Chile – ist Lea Cammarata im September 2008 in Rom gelandet. Im Arrival-Camp wurden alle auf das Land vorbereitet und dann in ihre Gastfamilien gebracht. Lea war in Apulien, in der Stadt Lecce.
Da sie kein Wort Italienisch konnte, hat sie sich in Englisch verständigt. Mit ihrer Gastfamilie und deren 17-jähriger Tochter Maddalena hat sie sich auf Anhieb prächtig verstanden. Beide Mädchen gingen ins sprachliche Gymnasium, wo Lea zunächst nicht viel mitbekam. Doch über AFS gab es drei Monate lang nach dem Schulunterricht einen Italienisch-Crash-Kurs. Über die Organisation haben sich auch alle Auslandsschüler in Italien zum Erfahrungsaustausch getroffen.
Langeweile gab es für Lea Cammarata ohnehin nicht. Sie hat ihr Hobby, das Tanzen, auch in Italien ausgeübt. Zurück in Müllheim ist sie jetzt wieder aktiv in der Tanzgruppe "Colony of Dance".
Wer ein Schuljahr – zehn Monate – im Ausland verbringt, lernt nicht nur die Sprache perfekt, sondern auch eine neue Kultur kennen und, so Lea Cammarata: "Man hat zwar manchmal Heimweh, wird aber auch selbstständig."
Ein Auslandsschuljahr kostet je nach Land 4900 bis 9900 Euro. Inbegriffen sind mehrere Seminare, vorher, nachher und im Gastland, Sprachkurse, Betreuung durch Ansprechpartner vor Ort, Schule, Kost und Logis in der Gastfamilie sowie alle Flüge und die Kranken- und die Unfallversicherung. Möglich sind Voll- und Teilstipendien. Bewerben kann man sich auch als Gasteltern. Die werden auch im Markgräflerland gesucht.
Infos und Bewerbung unter:   www.afs.de |
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