"Schnell Vorurteile abgebaut"
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16-Jährige Chinesin lebt ein Jahr bei Familie Lüdemann in Schierbrok
DANRUI SONG IST POSITIV ÜBERRASCHT VON DER DEUTSCHEN MENTALITÄT. IN DER KLASSE 10D DES GYMNASIUMS FÜHLTE SIE SICH SCHNELL INTEGRIERT. VON UNSEREM PRAKTIKANTEN JEROME GLAHE
SCHIERBROK - „Die Deutschen sind viel freundlicher und offener, als ich es mir vorgestellt habe“ – das hat Danrui Song schon nach dreiwöchigem Aufenthalt festgestellt. Die 16-Jährige, die am liebsten „Dan“ genannt werden möchte, hat noch viel Zeit, sich ihr eigenes Bild von den Deutschen zu machen und so manches Vorurteil, mit dem sie aufgewachsen ist, zu korrigieren. Ein ganzes Jahr verbringt die junge Chinesin als Austauschschülerin bei der Familie Lüdemann in Schierbrok.
Das deutsche Essen ist ganz nach ihrem Geschmack – bis auf das Brot, das etwas zu fest sei, wie sie schmunzelnd erzählt. Für ihre Austauschfamilie hat Dan aber auch schon chinesisch gekocht: „Ich bin zufrieden, dass es ihnen geschmeckt hat, das macht mich stolz“, freut sich die 16-Jährige. In der Küche entdeckte sie auch etwas, das es in China offenbar nicht gibt: Von der Eieruhr war sie auf Anhieb sehr fasziniert.
Großfamilie unbekannt Paul, der älteste Sohn der Lüdemanns, verbringt sein Auslandsjahr zurzeit mit derselben Organisation (AFS Interkulturelle Begegnungen e.V.) in Ägypten. Allein ist Dan jedoch nicht, denn Pauls Brüder Leo und Willy sind noch zu Hause. Für Dan eine ungewohnte Situation: In China gebe es keine solchen „Großfamilien“, erklärt sie. Die sogenannte „Ein-Kind-Politik“ verbietet es Eltern dort, für mehr Nachwuchs zu sorgen.
In der 10d des Ganderkeseer Gymnasiums nimmt Dan am täglichen Schulleben teil: „Ich wurde schnell in die Klassengemeinschaft integriert. Der Unterricht ist hier viel lockerer als zu Hause, auch wenn ich bis jetzt nur wenig Deutsch spreche.“ Ihr die deutsche Sprache beizubringen, versucht Dans Gastmutter Katharina Lüdemann in jeder freien Minute. Für diese Unterstützung ist ihr Dan sehr dankbar.
Ungewohnte Stille Leere und verlassene Straßen bei Nacht sind Bilder, die sie aus ihrer Heimat, der Zwei-Millionen-Einwohner-Stadt Wuhu in der Provinz AnHui, nicht kennt. Gegen die ungewohnte Stille hat sie aber nichts einzuwenden: „Meine Leidenschaft, R&B-Musik zu hören, kommt mir dann zugute.“
Viel unterwegs Bremen hat sie bereits besucht, am Dienstag ging’s nach Köln – die junge Chinesin möchte möglichst viel von ihrem Gastgeberland kennenlernen. „Ich freue mich, noch einige Monate in Deutschland zu verbringen. Bei meiner Rückkehr habe ich viel Gutes zu berichten.“ |
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