Schüleraustausch - AFS-Presseservice
Startseite Presse

20 Kilo für ein Jahr

( 0 Bewertungen für diese Seite )

Auf dem beleuchteten Globus ist Costa Rica nur ein winziger Fleck. 50 000 Quadratkilometer können im Maßstab 1:25 000 000 eben verschwindend klein. Und trotzdem sind diese Millimeter für Julia Hemkens das Größte.

Denn die 16-Jährige wird Emmerich hinter sich lassen und für ein Jahr als Austauschschülerin nach Mittelamerika ziehen. Mehr als 9000 Kilometer trennen sie dann von Mutter Claudia und Vater Frank.

„Ich bin ein bisschen zweigeteilt”, sagt die Mama, „ich freue mich, aber es wird schon komisch, sie ein fast Jahr lang nicht zu sehen.” Daran denkt Julia noch gar nicht. Sie freut sich auf den Flug am 12. Februar von Frankfurt über Madrid in die costa-ricanische Hauptstadt San Jose. Und geht völlig unbeschwert in das Übersee-Abenteuer.

Ein paar Brocken Spanisch
„Ich kann ein paar Brocken Spanisch”, berichtet die 16-Jährige, „aber mehr ist auch nicht nötig. Das lernt man vor Ort ganz schnell. Ich lasse alles auf mich zukommen.” Englisch könnte weiterhelfen, niederländisch, das sie seit sechs Jahren an der Schule lernt, wohl eher nicht.

In Gesprächen mit Gabriella, einer Costa-Ricanerin, die noch bis Januar bei Julias ehemaliger Grundschullehrerin Petra Verhoven in Emmerich wohnt und das Willibrord-Gymnasium besucht, hat sich die Emmericherin aber schon einige Informationen geholt: „Costa Rica ist das sicherste Land in Mittelamerika. Da gibt es nicht mal eine Armee. Es ist etwa so groß wie Hessen und bietet viel Dschungel und Vulkane. Die Strände sind lang und es gibt etwa doppelt so viele Tierarten dort wie in Europa.” Der Rest lässt sich vor Ort rausfinden.

Viel zu erledigen gibt es nicht mehr. Ein paar Piekse für die nötigen Impfungen muss sie sich noch abholen. Der Austauschdienst AFS, der die Reise organisiert, lädt noch zu einigen Vorbereitungsseminaren, bei denen die Landeskunde erklärt wird. Infos über das Leben im Ausland gibt's zudem bei Stammtischen ehemaliger Austausch-Studenten in Wesel. „Viele Menschen dort leben in Armut”, hat sie Hemkens bereits erfahren. Und, dass sie mit ihren blonden Haaren mit Leichtigkeit auffallen wird. Aber das ist kein Problem.
Wie funktioniert das Leben aus dem Koffer?

Sorgen bereiten nur die alltäglichen Kleinigkeiten. Wie funktioniert das Leben aus dem Koffer? Mehr als 20 Kilo darf Juli nicht mit nach San Jose nehmen. „Ich werde jede Menge Fotos mitnehmen”, verrät sie. Wintersachen braucht sie in der Nähe des Äquators dagegen nicht. Der Temperaturunterschied zwischen Emmerich und San Jose betrug gestern Mittag genau 19 Grad.

Was allerdings zum nächsten Problem führt. Wo kauft man im deutschen Winter Sommerklamotten? „Das könnte noch schwierig werden”, rätselt Julia Hemkens, die sich im Internet aber schon schlau gemacht hat: „Zur Not gibt es dort auch Klamottenläden.” Wie gesagt, sie nimmt das Abenteuer unbeschwert.
Drucken E-Mail