Schüleraustausch - AFS-Presseservice
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Sehr gut eingelebt

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MENIFEE/NEUKIRCHEN. Der Traum von Christian Kroh aus Neukirchen hat sich erfüllt. Er bekam von der Bundestagsabgeordneten Katrin Kunert über die Austauschorganisation AFS ein Stipendium für einen Schuljahresaufenthalt in den USA. In den vergangenen Wochen und Monaten hatte der Altmärker viele interessante Erlebnisse in Kalifornien.

Mitte August des vergangenen Jahres wurde ich von der Bundestagsabgeordneten der Linken, Katrin Kunert, meinen Freunden und natürlich meiner Familie aus der Altmark in Richtung Los Angeles verabschiedet. Nun findet man mich im rund 120 Kilometer südöstlich von Los Angeles gelegenen Menifee wieder.

Kaum angekommen im Sonnenstaat der USA stand die Teilnahme an einem Orientierungscamp der Austauschorganisation AFS auf meinem Tagesplan. Dort konnte ich nicht nur die ersten Kontakte zu Jugendlichen unterschiedlichster Nationen knüpfen, sondern bekam auch die letzten nützlichen Hinweise und Tipps im Hinblick auf meinen Auslandsaufenthalt. Dennoch ließ der Kulturschock nicht lange auf sich warten: Eine Schule mit über 3000 Schülern, jede Menge "fast food" und generell eine völlig andere Lebenseinstellung. Meine Schule, die Paloma Valley High School, lässt sich wohl am besten als "kleine Stadt" beschreiben, wo jeder Schüler zu Beginn des Schuljahres einen Plan erhält, um sich zwischen den 18 Gebäuden zu orientieren. Dies ist nicht die einzige Erfahrung, welche ich in den ersten Wochen machen durfte. Einen bemerkenswerten Einblick in den Nationalstolz der Amerikaner konnte ich unter anderem beim allmorgendlichen zur U.S.-Flagge gerichteten Treueschwur, der "Pledge of Allegiance", gewinnen. Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl findet sich ebenfalls im so genannten "school spirit" wieder. So kleiden sich beispielsweise an bestimmten Mottotagen alle Schüler gleich und zeigen damit, dass sie stolz auf ihre Schule sind. Finden am Wochenende Spiele der Schulmannschaften in Football, Baseball oder Fußball statt, versammeln sich rund 2000 Schüler um ihr Team anzufeuern. Ein überwältigendes Gefühl, welches ich als Mitglied der Fußballmannschaft schon genießen durfte. Genießen kann ich in dieser Region auch die Landschaft, da durch Berge, Wüste und Seen eine erfrischende Abwechslung garantiert ist. Allerdings muss ich mich dabei auch vor Gefahren, die ich von zu Hause nicht gewohnt bin, in Acht nehmen. Dazu gehören unter anderem leichte Erdbeben, Waldbrände oder giftige Schlangen und Spinnen. Solange meine Gastfamilie für diese Tiere ein Gegengift im Haus hat, ist dies allerdings kein Problem.

Meine erste Gastfamilie habe ich aufgrund von einfach zu großen familiären Problemen im gegenseitigen Einverständnis gewechselt. Regelmäßigen Kontakt habe ich weiterhin zu dieser Familie. Ein neues Zuhause konnte ich durch meinen besten Schulfreund Dilan finden. Seine Familie hat mich nicht nur sehr herzlich aufgenommen, sondern behandelt mich wie ein gleichwertiges Familienmitglied und versucht mir jeden Tag ein weiteres Stück der amerikanischen Kultur und Lebensweise aufzuzeigen.

Abschließend kann ich sagen, dass ich mich sehr gut eingelebt habe und mit Hilfe meines - wie die Amerikaner es nennen - charmanten deutschen Akzentes viele Leute kennen gelernt habe, vor allem aber auch Freunde gewinnen konnte. Ich werde in meiner verbleibenden Zeit so viel wie möglich an Erfahrungen und Erlebnissen versuchen mitzunehmen und vielleicht einen kleinen Einblick in die deutsche Kultur zurückgeben.
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