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Interview mit Martin Wansleben (DIHK): „Auslandsaufenthalte lohnen sich in jedem Beruf“

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Martin Wansleben ist Hauptgeschäftsführer der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). Im Interview mit AFS äußert er sich zur aktuellen Initiative der DIHK für mehr Auslandserfahrung von Auszubildenden.

Foto_Wansleben_kleinFür welche Berufe ist es zukünftig empfehlenswert, Auslandserfahrung aufzuweisen?

Auslandsaufenthalte lohnen sich in jedem Beruf. Es geht schließlich nicht nur um den Erwerb von Sprachkompetenzen, sondern auch um die vielfältigen Erfahrungen, die man bei einem Auslandsaufenthalt macht. Auszubildende verfügen danach in der Regel über mehr Selbstbewusstsein – und das ist immer gut.

Gibt es bestimmte Länder bzw. Sprachen sowie Branchen, die Sie mit der Initiative verstärkt fördern wollen?

Das Mobilitätsberaterprojekt richtet sich an alle Branchen. Die meisten Azubis gehen in europäische Länder; grundsätzlich ist es aber möglich, in jedem Land der Welt einen Auslandsaufenthalt während der Ausbildung zu machen. Unsere Mobilitätsberater beraten die Unternehmen individuell. Gemeinsam mit dem Unternehmen wird nach einem Land gesucht, das am Besten passt. Wichtig ist allerdings, einen geeigneten Betrieb im Zielland zu finden.

Bestandteil Ihrer Initiative sind Auslandspraktika. Werden Sie den Fokus Ihres Programms eher auf die Auseinandersetzung mit spezifischen Arbeitsweisen sowie -techniken legen oder auf den Erwerb von Sprachkenntnissen und interkulturellen Kompetenzen?
Das Zurechtfinden in einem fremden Land, das Erlernen und Vertiefen einer fremden Sprache, die Mitarbeit in einem unbekannten Betrieb – das ist ein Bündel von unterschiedlichen Erfahrungen, die alle dazu beitragen, dass Auszubildende sich weiter entwickeln. Außerdem ist es schon spannend zu erleben, wie unterschiedlich der Arbeitsalltag selbst in Nachbarländern sein kann.

Sehen Sie neben dem unmittelbaren Nutzen der geplanten Praktika wie den Erwerb von Sprachkenntnissen und interkulturellen Kompetenzen weitere Vorteile? Beispielsweise den Aufbau von Kontakten und Geschäftsbeziehungen?
Für erfolgreiche Geschäfte mit ausländischen Partnerunternehmen ist es wichtig, dass man sich gegenseitig versteht. Diese „interkulturellen“ Brücken lassen sich allemal besser schlagen, wenn man vom jeweiligen Gegenüber mehr weiß als beispielsweise nur seine Sprache. Für den Auszubildenden ist es insofern eine echte Chance, wenn er durch den Auslandsaufenthalt einen direkten Beitrag zur Unternehmensentwicklung leisten kann.

Wird die Teilnahme am Programm für Lehrlinge ein fakultatives Angebot sein oder fester Bestandteil der Ausbildung werden?

Auslandsaufenthalte sind grundsätzlich ein freiwilliges Angebot für Betriebe und Auszubildende. Zur Zeit absolvieren lediglich zwei Prozent der Auszubildenden einen Aufenthalt im Ausland. Ziel des Mobilitätsberater-Projektes ist es daher, Unternehmen und Auszubildende für einen Auslandsaufenthalt zu motivieren sowie bei der Vorbereitung und Durchführung konkret zu unterstützen.

Wie schätzen Sie vor dem Hintergrund Ihrer Initiative die Bedeutung und zukünftige Entwicklung längerfristiger Schüleraustauschangebote (6 bis 12 Monate) ein?

Je früher Auslandserfahrungen gemacht werden, desto höher ist die Bereitschaft, auch einen Teil der Ausbildung oder des späteren Berufslebens im Ausland zu verbringen. Schüleraustausche leisten hierzu einen wichtigen Beitrag und erhöhen die Chance, dass die Jugendlichen auch im Rahmen ihrer Ausbildung einen Auslandsaufenthalt machen werden.


Über AFS Interkulturelle Begegnungen e.V.
Die deutsche Jugendaustauschorganisation arbeitet gemeinnützig und ist Träger der freien Jugendhilfe. Die Zentrale sowie ein Regionalbüro haben ihren Sitz in Hamburg; in Berlin, Wiesbaden und Stuttgart gibt es weitere Regionalbüros. Neben dem Schüleraustausch ermöglicht AFS die Teilnahme an Freiwilligendiensten im sozialen, kulturellen und ökologischen Bereich. Der Verein finanziert sich aus den Teilnahme- und Vereinsbeiträgen, durch Spenden, Stiftungsmittel und öffentliche Gelder. 2008 feierte AFS in Deutschland unter der Schirmherrschaft der Bundesfamilienministerin Dr. Ursula von der Leyen 60-jähriges Jubiläum.

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