Ein Jahr Südafrika – ohne Fußball-WM |
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Wenn man in diesen Wochen über Südafrika redet, denken die meisten wohl zuerst an die Fußball-Weltmeisterschaft vom 11. Juni bis 11. Juli. Bei Kerstin Geracik ist das anders. Sie denkt beim Thema Südafrika vor allem an den 9. September, ans Fliegen und daran, dass sie ab diesem Tag ein Jahr lang in Südafrika leben wird. Die 20-Jährige aus Knappenrode hat Anfang Januar ihren Vertrag mit dem Verein AFS Interkulturelle Begegnungen unterzeichnet und wird über den „weltwärts“ genannten entwicklungspolitischen Freiwilligendienst des Bundes nach Afrika reisen. Eine Entscheidung, die lange gereift ist. Bereits im Gymnasium wollte Kerstin Geracik mit AFS ein Schüleraustausch-Programm absolvieren. Das klappte zwar nicht, aber die Idee mit dem Ausland blieb im Hinterkopf. Die Knappenroderin begann in Hoyerswerda ihre Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegerin. Am Seenlandklinikum wird sie in diesem Sommer nun ihre Prüfungen absolvieren. Doch ihr Traum ist die Medizinpädagogik. An der TU Dresden will sie ab 2011 die Studienrichtung „Lehramt für berufsbildende Schulen“ belegen, mit dem Erstfach „Gesundheit und Pflege“ und Englisch als Zweitfach. Zwischen dem Ausbildungsende in Hoyerswerda und dem Studium in Dresden liegt für Kerstin Geracik aber Südafrika. Die Bewerbung beim AFS war erfolgreich, sie absolvierte alle erforderlichen Gespräche. Ihr war es wichtig, dass ihr Aufenthalt in die medizinisch-soziale Richtung geht, möglichst etwas mit Lehrerassistenz zu tun hat und im Zielland Englisch gesprochen wird. Aufgrund ihrer zeitlichen Verfügbarkeit blieb am Ende Südafrika übrig. Ansonsten weiß die Knappenroderin wenig über ihren Einsatz, kennt weder ihre Aufgabe, noch ihren Aufenthaltsort. Das erfährt sie erst kurz vor Reisebeginn. Für Kerstin Geracik ist das alles kein Problem. Natürlich haben ihre Eltern die Sorgen, die Eltern nunmal haben, wenn ihre Kinder so lange in die Ferne reisen. Im Freundeskreis erfuhr Kerstin Geracik vor allem Zustimmung. Sie hat darüber hinaus Sicherheitsbedenken ebenso gehört wie Empfehlungen. Und sie hat das Leuchten in den Augen von AFSlern gesehen, die gerade wiedergekommen waren von ihren Einsätzen. Kerstin Geracik weiß um die Geschichte des Landes, die krassen Gegensätze zwischen Arm und Reich, sie hat von der guten Infrastruktur ebenso gehört wie von den trostlosen Zuständen in den Townships. In ihrer Freizeit will sie aber auch die Naturschönheiten des Landes sehen – die Nationalparks, den Tafelberg und das Kap der guten Hoffnung. Sie möchte möglichst viel vom Alltag und der Lebensweise der Südafrikaner mitbekommen, Feste und Sitten kennenlernen. Vielleicht helfen ihr beim interkulturellen Austausch auch ihre musikalischen Fähigkeiten an Keyboard, Klavier und Gitarre weiter, oder das Singen im Chor der Katholischen Gemeinde „Zur Heiligen Familie“. Sie wird es bald erfahren. Doch erst einmal will sie ihre Ausbildung beenden. Und das natürlich möglichst gut. |
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