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Im Wasser zu Hause – in Rulle zu Besuch

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Geschrieben von: Neue Osnabrücker Zeitung   

In welcher Ecke Deutschlands sie ihr Auslandsjahr verbringen würde, war Maja Mastikosa relativ egal. Die Hauptsache war, dass der Ort groß genug war, um über ein anständiges Sportbad zu verfügen: Denn unmöglich konnte die 17-jährige Olympiaanwärterin ein ganzes Jahr auf ihr Schwimmtraining verzichten. Seit sechs Monaten lebt die bosnische Sportlerin in einer Gastfamilie in Hamburg. Der AFS-Midstay brachte sie jetzt für zwei Wochen nach Rulle – und auch dort musste sie nicht auf ihr Schwimmtraining verzichten.

Maja meint es ernst mit ihrem Sport: Baden, Herumplätschern und Rutschen mögen zwar feine Sachen sein, die im Schwimmbad auch jede Menge Spaß machen, doch die 17-Jährige hat anderes vor: In fast allen europäischen Ländern hat sie in den letzten zehn Jahren an Schwimmwettkämpfen teilgenommen. 2008 startete sie erstmals bei den Schwimmeuropameisterschaften. 2012 möchte sie auf der Starterliste der Olympischen Spielen in London stehen. Doch vorher muss sie sich noch das Ticket für die Weltmeisterschaften besorgen, die 2011 in China stattfinden. „Ich bin auf einem guten Weg“, sagt die ehrgeizige Sportlerin. Wenn sie weiterhin so zielstrebig trainiere und an Technik und Kondition arbeite, dürfte ihren Zielen nichts im Weg stehen.

Als sie diese mit ihrem Vorhaben, ein Jahr in Deutschland zu verbringen, in Einklang bringen musste, stand schnell fest, dass ein gut ausgestattetes Schwimmbad in ihrem Aufenthaltsort Priorität haben musste. Die Absprachen mit der gemeinnützigen und international tätigen Schüleraustauschorganisation AFS klappten hervorragend: In Hamburg bekam Maja obendrein noch Vereinsanschluss und konnte im September bereits an einem Wettkampf teilnehmen.

Zur Halbzeit stand nun der Tapetenwechsel in eine andere Region ins Haus. Maja verbrachte ihn bei Familie Stromberg in Rulle. Schon im Vorfeld erkundigte sie sich, ob es eine Möglichkeit gibt, dass sie während des Aufenthalts in einem Schwimmbad trainieren könnte. Gastmutter Edda Stromberg, die zugleich auch ehrenamtliche AFS-Koordinatorin für die Region Osnabrück ist, empfing sie mit guten Nachrichten: Zwar nicht sechsmal wie gewohnt, aber zweimal pro Woche konnte Maja im Osnabrücker Nettebad und im Schinkelbad mit den Schwimmern des TSG 07 Burg Gretesch trainieren. Für Maja war das Riesenfreude und Erleichterung zugleich. „Das Gefühl im Wasser geht sonst zu schnell verloren“, sagt die Leistungsschwimmerin.

In Bosnien gehöre sie zu den zehn besten Sportlern, die jedes Jahr bei einem Leistungsmessen aller Vereine und Disziplinen gefunden würden. Als Sprinterin möchte sie es über 100 Meter Kraul noch weiter schaffen: Zwei Sekunden fehlten ihr noch für die Qualifikation für die Weltmeisterschaften. Von dort aus stünde Olympia dann auch fast nichts mehr im Weg.

Vom Nettebad ist Maja nach ihrem Kurzaufenthalt hellauf begeistert: „Das ist ein superneues Bad, als Schwimmer hat man da tolle Möglichkeiten!“ Die Einladung von Schwimmern des TSG 07 Burg Gretesch, im März zu einem internationalen Schwimmwettkampf wieder in die Hasestadt zu kommen, hat Maja bereits angenommen: Und die Strombergs haben ihr in Rulle wieder eine Herberge zugesagt.
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