Eine gute Schule fürs ganze Leben |
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Schüler von regionalen Gymnasien berichten über ihre Erfahrungen bei Auslandsaufenthalten Dass die beste Bildung ein gescheiter Mensch auf Reisen findet, wusste schon der gute Goethe. Er gab den Rat an alle künftigen Generation weiter. Einige beherzigen ihn auch tatsächlich. Der ehemalige Gymnasiallehrer Hans Wurm hat sich jedoch nicht nur von diesem geflügelten Wort des deutschen Dichterfürsten leiten lassen, als er bereits vor zehn Jahren im Rahmen des Fremdsprachenunterrichts am Oberviechtacher Ortenburg-Gymnasium längere Auslandsaufenthalte initiierte und förderte. Längst haben auch andere höhere Schulen die Vorteile eines solchen Austauschs erkannt. Kürzlich stellten sich im Haus der Volkshochschule Weide, Schüler, Lehrer und Gasteltern von mehreren regionalen Gymnasien in einer großen Runde vor. Austauschschülerinnen und Austauschschüler berichteten von ihren Erfahrungen. Wichtige Qualifikation Hans Wurm, der sich bereits durch Austauschprojekte mit Tschechien einen Namen machte, weiß, dass junge Leute, die sich dieser Erfahrung stellen, nicht nur einen intellektuellen Zugewinn erfahren, sondern auch an Herz und Verstand reifen. Auf diesem Testgelände gewinne man auch ein ganz anderes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Optionen. Heutzutage werde Auslandsfähigkeit, wie sie das Projekt "See the World" anbiete, zu einer immer wichtigeren Berufsqualifikation in unserer Lebenswelt. Inzwischen vermittelt die zentrale Stelle in Regensburg weltweit in über 60 Länder, wie Christine Wagner, Betreuerin des American Field Service (AFS) berichtet. Ein solcher Aufenthalt kostet in Europa pro Jahr 5000 bis 6000 Euro, ein Austausch nach den USA muss schon mit etwa 10 000 Euro veranschlagt werden. Aber nicht nur die Tochter oder der Sohn aus begütertem Elternhaus kann in den Genuss einer solchen Reise kommen. Mit dem Programm ist ein ganzes Paket von Stipendien verbunden. Sie richten sich nach dem Verdienst der Eltern und sind natürlich an bestimmte Bedingungen geknüpft. Es gibt länderspezifische Zuschüsse. Auch der Freistaat Bayern öffnet dafür seine Kasse. Er bietet Stipendien an mit einer Selbstbeteiligung von 1200 Euro. Unter den Wunschländern für einen Austausch stehen die USA an der Spitze. Der asiatische Raum holt allerdings auf. Im Programm sind auch Länder des ehemaligen Ostblocks. Dass die Austauschreise großen persönlichen Gewinn gebracht hat, bestätigen auch an diesem Abend Schülerinnen und Schüler. Kim Gilch vom Ortenburg-Gymnasium Oberviechtach erzählt begeistert von ihrem Aufenthalt in Malaysia, berichtet über Sitten und Bräuche in ihrem Gastland, über die strengen Regeln des Islam. Die Besucher des Abends sehen auch Bilder von einer malaysischen Hochzeit. Maximilian Wies aus Weiden war ein ganzes Jahr im US-Bundesstaat Nebraska und vermittelt einen Eindruck von den Dimensionen dieses Landes. Er lebte bei einer Familie in einem sehr kleinen Ort. Der junge Mann ist ein Beispiel dafür, dass die Austauschschüler mehr mitnehmen als nur die Vervollkommnung von Sprachkenntnissen, wenn er zum Beispiel das trostlose Leben in den Indianerreservaten beschreibt und den Hass, den die Bewohner dort bisweilen immer noch für die Weißen empfinden. Ihr Zimmer mit der jüngeren Tochter der Gastfamilie musste Lydia Ruhland in Südafrika teilen. Diese, wie sie meint, etwas gewohnheitsbedürftige Erfahrung hat jedoch auch den Kontakt mit der Familie intensiviert. Sie ist beeindruckt von dem Zusammenhalt ihrer Gastfamilie. Hans Wurm formuliert es so: "Solche Aufenthalte mögen sich da und dort nicht immer als das große Glück herausstellen, fördern aber, so oder so, soziales Empfinden und einen Blick über die eigene Person hinaus." Das Leben im fremden Land müsse man eben ausprobieren. Dabei ist, so sagt Wurm, "das Komplizierteste nicht der Aufenthalt, sondern der Beginn der Reise, der erste Schritt." Dieser Abend hat neugierig gemacht, angeregt, ermutigt. |
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