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Badeerlebnis in zwei verschiedenen Ozeanen

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Geschrieben von: Geönhäuser Tageblatt   

Kai Michael Rühl aus Altenmittlau arbeitet als Freiwilliger für den "American Field Service" (AFS) und absolviert in Panama ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). Im Gelnhäuser Tageblatt berichtet er über seine Erfahrungen.

"Unfassbar", dachte ich mir, als ich heute Morgen einen Blick auf den Kalender warf und erstaunt feststellte, dass das Jahr 2009 mit großen Schritten seinem Ende entgegen geht und ich schon ein Drittel meiner Zeit in Panama hinter mir habe.

Seit meinem letzten Bericht hat sich einiges getan und ich musste einmal mehr lernen, dass mein Leben in Panama nicht nur schöne, sondern auch anstrengende Seiten hat. Einerseits konnte ich während einiger wunderschöner Kurzreisen faszinierende Orte kennen lernen, musste mich andererseits aber auch mancher Anforderung im Arbeitsalltag stellen und den einen oder anderen Konflikt im Büro bewältigen. Ein besonderer Höhepunkt meines bisherigen Aufenthaltes war ohne Frage eine Reise quer durch Panama. Ein erstes Reiseziel, das ich zusammen mit drei Freunden besuchte, war Volcan, eine Stadt in der bergigen Grenzregion des nordwestlichen Panama. In dem angenehmen Klima konnten wir uns endlich einmal von der tropischen Hitze der Hauptstadt erholen.

Nach dieser körperlichen und geistigen Erfrischung reisten wir nach Bocas del Toro an der Karibikküste. Dabei diente uns die Isla Colon als Ausgangspunkt für einige Exkursionen zu verschiedenen karibischen Inseln.

Mit kleinen Motorbooten bewegten wir uns zwischen den Inseln hin und her und genossen die Vielfalt sowie Unberührtheit der panamesischen Natur.

Leider verging die Zeit wie im Flug und wir mussten wieder abreisen. Während meine Freunde wieder zurück nach Panama Stadt fuhren, entschloss ich mich, meinen Urlaub noch etwas auszudehnen und besuchte eine Freundin in Penonome, einer Stadt nahe der Pazifikküste. Dadurch durfte ich eine sicher nicht sehr vielen Europäern vergönnte Erfahrung machen. Ich badete am gleichen Tag in zwei verschiedenen Ozeanen.

Die viele positive Energie, die ich auf meinen Reisen sammelte, sollte ich nach meiner Rückkehr nach Panama Stadt sehr benötigen. Da meine Gastfamilie sehr weit weg vom Büro meines Arbeitgebers wohnt und der Weg zur Arbeit große Probleme und hohe Kosten mit sich brachte, versprachen mir die Verantwortlichen von AFS eine zentraler gelegene Unterkunft zu suchen. Diese Suche währte wochenlang und schließlich fand ich mich in einem kleinen Apartment zusammen mit vier weiteren Bewohnern wieder.

Mit dieser Art Problemlösung wollte ich mich jedoch nicht abfinden und so ergriff ich die Initiative und quartierte mich mit meinem ganzen Gepäck im Büro der Organisation ein. Damit wollte ich die für mich zuständigen Personen täglich daran erinnern, dass man mir eine neue Gastfamilie suchen wollte.

In den folgenden zwei Wochen nächtigte ich bei verschiedenen Freunden und machte schließlich meinem mittlerweile riesengroßen Ärger durch einen Streik Luft. Offensichtlich wirkte sich dies auf die Tatkraft einiger Personen enorm beschleunigend aus, denn kurze Zeit später hatte ich eine neue und überaus nette Gastfamilie, wenn auch zunächst nur für den Dezember. Ab Januar kann das Wohnungsspiel neu beginnen.
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