Ziel: das Amazonasgebiet |
| Geschrieben von: Rotenburger Rundschau | |||
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Für zwölf Monate ab ins Amazonasgebiet – genau das wird für den Rotenburger Kevin Heyer ab September wahr. Im Rahmen des Projekts Weltwärts führt sein Weg in die brasilianische Stadt Santarém, um dort einen Freiwilligendienst abzuleisten. Hintergrund: Viele junge Menschen haben Interesse an einer ehrenamtlichen Arbeit in Entwicklungsländern. Die Zahl entsprechender Anfragen an das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) überstieg in der Vergangenheit das Angebot. Das BMZ hat daher den aus öffentlichen Mitteln geförderten Freiwilligendienst Weltwärts ins Leben gerufen. Lernen durch tatkräftiges Helfen – so das Motto. Weltwärts versteht sich als Initiative, die jungen Menschen einen interkulturellen Austausch in Entwicklungsländern ermöglicht. Durch die Arbeit mit Projektpartnern vor Ort lernen die Freiwilligen unter anderem, globale Abhängigkeiten und Wechselwirkungen besser zu verstehen. Der Einsatz soll zudem gegenseitige Verständigung, Achtung und Toleranz fördern – denn: Gemeinsames Arbeiten und Lernen kennt weder Rassismus noch Ausgrenzung. Kevin Heyer hat bereits Erfahrung, was längere Auslandsaufenthalte angeht. 2007 verbrachte der Ratsgymnasiast als Austauschschüler ein Jahr in Chile. Heute ist er 19 und steht kurz vor dem Abitur. Bei AFS, einem Verein für interkulturelle Begegnungen, engagiert Heyer sich ehrenamtlich. Dort war es auch, dass er von Weltwärts hörte und sich schließlich im Internet weiter über die Initiative informierte – beispielsweise über die verschiedenen Entsendeorganisationen, die in den Freiwilligendienst involviert sind. Mit dabei: der in der Nähe von Fulda beheimatete Verein Seara. Sein Projekt in Brasilien war es, das den Rotenburger am meisten überzeugte. Er bewarb sich – und bekam den Zuschlag. Im September geht es für Heyer los. Was erwartet ihn vor Ort? In der Region um Santarém gibt’s eine Menge Probleme. Ein Großteil der Bevölkerung lebt in Elendsvierteln, in die viele Bauern nach der Vertreibung durch große ausländische Unternehmen von ihrem Land gedrängt wurden. Die Menschen ernähren sich einseitig und nicht mit der ausreichenden Menge an frischen Lebensmitteln. Sie leben in katastrophalen hygienischen Verhältnissen – dazu ohne Chance auf Bildung. Den Naturgewalten sind die Menschen hilflos ausgesetzt. Die Institution Seara möchte helfen. In dem Projekt gibt es mittlerweile verschiedene Arbeitsbereiche. Das Kernstück bildet eine Kindertagesstätte für unterernährte Mädchen und Jungen. Sie bekommen in der Einrichtung vollwertige Mahlzeiten, werden in Sachen Hygiene unterrichtet und natürlich pädagogisch betreut. Wichtig ist jedoch auch die verpflichtende Elternarbeit. Denn nur wenn die Mütter und Väter unter anderem über Hygiene, Ernährung, Haushalt und Familienplanung Bescheid wissen, kann sich nachhaltig etwas ändern. Und es werden Hausbesuche zur Unterstützung angeboten. Ein kleines Berufsbildungszentrum ist ebenfalls angeschlossen. Zudem gibt es einen wöchentlichen Jugendtreff. Heyer wird gemeinsam mit zwei weiteren Deutschen in der Einrichtung tätig sein. Die ersten drei Monate geht’s vor allem darum, die Strukturen, Sprache und Kultur kennenzulernen sowie in allen Bereichen mitzuhelfen. Anschließend wird das Aufgabengebiet je nach Bedarf und Fähigkeiten definiert. Heyer freut sich auf seinen Einsatz und darauf, die Menschen zu unterstützen. Und wie bringt er die Kosten auf? 75 Prozent davon - wie für Flüge, Verpflegung, Unterkunft, Vor- und Nachbereitung – bezahlt das Ministerium. Für die Restsumme, so will es das BMZ, sollen sich die Freiwilligen einen Förderkreis aufbauen. Wer Kevin Heyer finanziell unterstützen möchte, egal, ob als Privatperson oder als Firma, sollte sich unter Telefon 04261/818865 bei ihm melden. Welchen Beruf Heyer später einmal ausüben möchte, hat er übrigens noch nicht endgültig entschieden. Wahrscheinlich ist jedoch, dass er nach seiner Rückkehr aus Brasilien ein Studium beginnt. © Rotenburger Rundschau GmbH & Co. KG
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