Menschen helfen und kennen lernen |
| Geschrieben von: Kreiszeitung Syke | |||
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Verdenerin Gwenda Schobert reist für ein Jahr nach Indien Etwas stockend, aber dann kommt der Satz, begleitet von einem strahlenden Lächeln: „Namaste nanna hesaru Gwenda.“ Übersetzung gefällig. „Hallo, ich bin Gwenda.“ Nur noch knapp zwei Wochen und die fünf indischen Worte werden zum alltäglichen Sprachschatz der Verdenerin gehören. Politisches und soziales Engagement, damit ist Gwenda Schobert groß geworden. Nun will die Abiturientin die Zeit nutzen, um „über den Tellerrand zu schauen.“ Ihre Wahl fiel auf Indien. Nicht ganz freiwillig. „Eigentlich hatte ich mir Tunesien ausgeguckt“, erzählt sie in einem Gespräch. Damit wurde es nichts. „Es gibt eine Reisewarnung, wegen Al Kaida“, so die 21-Jährige. Dann eben Indien. Und die junge Frau ist darüber gar nicht traurig. „Für mich persönlich stand schon lange fest, dass ich nach dem Abitur nicht gleich anfangen wollte zu studieren“, erklärt sie. „Ich möchte anderen Menschen helfen, von ihnen lernen, bin einfach neugierig auf fremde Kulturen und Gesellschaften“, sprudelt es förmlich aus ihr heraus. Auslandserfahrungen hat Gwenda Schobert bereits in Venezuela als Austauschschülerin gesammelt. Kontakte knüpfte sie damals über den American Feel Service (AFS). Die Organisation ist es auch, die ihr nun den Weg nach Indien ebnet. Einen finanziellen Zuschuss gibt es vom Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). „Weltwärts“ heißt das Förderprogramm. „Allerdings wurde das Projekt finanziell von der neuen Bundesregierung stark gekürzt“, kritisiert Gwenda Schobert. Da ist sie dann wieder ganz Politikerin, die die Grundsätze der Grünen Jugend vertritt. Finanziell hat sie ihr Budget dennoch zusammen. Fantasie war halt gefragt, und so gab es anlässlich von Geburtstagen und anderen Familienfesten anstelle der üblichen Geschenke eben einen kleinen Obulus zur Deckung der Reisekosten. Ihre enge Bekannte, Elke Twesten, Landtagsabgeordnete der Grünen in Hannover, zählte ebenso zu den Sponsoren wie viele andere. Auch die Idee ist ein Teil des Sendungsbewusstseins der Weltenbummlerin. „Ich nehme von jedem Spender ein Stückchen mit in die Fremde“, erklärt die 21-Jährige. Wenn der Flieger mit Gwenda Schobert nach knapp acht Stunden und 10 000 Flugkilometern im südindischen Bangalore landen wird, erwartet die Verdenerin ein völlig fremde Kultur. Eine Woche bleibt ihr Zeit, sich ein wenig einzugewöhnen. Dann geht es weiter in ein Camp nach Kundakur. „Arbeiten werde ich mit 40 behinderten Kindern und Jugendlichen“, weiß sie. Unterrichten, Spiele organisieren, Kinder wickeln, lauten ihre täglichen Aufgaben. Leben wird sie in einer Gastfamilie. Angst vor der unbekannten Region und den fremden Sprachen kennt die selbstbewusste Frau nicht. Und falls es mal doch mal haken sollte, hilft sicherlich ein Lächeln und die freundliche Anrede: „Namaste nanna hesaru Gwenda.“
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