Jugendliche aus aller Welt treffen sich am Gymnasium |
| Geschrieben von: Schweriner Volkszeitung | |||
|
BOIZENBURG - Sie heißen Oscar, Lina, Trisemi, Clarisse, Rebekah und Ian und bringen internationales Flair an das Elbe Gymnasium Boizenburg: Die jungen Leute gehören zu den Austauschschülern, die gegenwärtig in unserer Region bei Gasteltern untergebracht sind, sich mit ihren deutschen Mitschülern vertraut machen und Land und Leute kennen lernen. Das hat Anja Tewes alles schon selbst erlebt. Die Schülerin der 11. Klasse am Elbe Gymnasium war für ein Jahr in Ecuador zu Gast, heute ist sie als Koordinatorin über AFS für den Jugendaustausch mit verantwortlich. AFS steht für "American Field Service". Ihre Gründer waren junge Amerikaner, die freiwillig Krankentransporte während der zwei Weltkriege übernahmen. "Später entwickelte sich daraus ein Jugendaustausch", so Anja Tewes. 1948 verbrachten die ersten deutschen Austauschschüler ein Schuljahr in den USA, 1952 kamen die ersten amerikanischen Gastschüler nach Deutschland. AFS ist heute eine der größten und ältesten gemeinnützigen Jugendaustauschorganisationen weltweit und Träger der freien Jugendhilfe. Über AFS sind auch Oscar Zuniga aus Costa Rica, Trisemi Salas aus Venezuela und Rebekah Hidalgo aus den USA an das Gymnasium nach Boizenburg vermittelt worden. Für alle drei ist es eine neue, aber zugleich schöne Erfahrung, Deutschland mitten im Herzen Europas kennen zu lernen, den Alltag Gleichaltriger in einer anderen Gesellschaft, einer anderen Kultur zu erleben. Die Verständigung zwischen Clarisse Favre aus Frankreich und ihrer Gastschwester Mona-Helene Pohl klappt schon ganz gut. "Wir verständigen uns hauptsächlich auf Deutsch", lachte Mona. Auch Lina Adomaityte aus Litauen hat sich schon prima eingelebt. "Boizenburg gefällt mit sehr, auch meine Gastfamilie ist nett, mit Gastschwester und Gastbruder verstehe ich mich gut", erzählt Lina in perfektem Deutsch. Ebenso angetan von ihrem Gastland ist auch Rebekah, die aus einem Ort 40 Kilometer von Stuttgart entfernt kommt. "Nicht nur all das Neue hier in Deutschland ist interessant, auch der Kontakt mit vielen anderen jungen Leuten aus der ganzen Welt ist faszinierend. Man kann viele neue Kontakte und Freundschaften knüpfen." Diese Art von "Kontakt knüpfen" samt gegenseitigem Schüleraustausch ist am Elbe Gymnasium Boizenburg schon seit vielen Jahren Tradition, weiß auch Schulleiter Norbert Stern zu berichten. Der Deutsch-Französische Schulaustausch geht schon ins 16. Jahr. Jana Amboß und Gudrun Pichotka vom Lehrerkollegium begleiteten aktuell das Projekt der 8. Klassen mit der Partnerschule in Paris. "Schüler aus Frankreich werden in diesem Monat Gast an unserer Schule sein", so Lehrerin Annegret Panz. Ebenso im April erwarten die Elbestädter Gäste aus der Partnerschule des amerikanischen Partnerkreises Gratiot County. Sabine Ortmann und Ute Obermeit hatten im Oktober vergangenen Jahres eine Schülerdelegation der 10. bis 12. Klassen nach Amerika begleitet - nun freuen sich alle auf das Wiedersehen. Von Michael Seifert
|
|
|