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Alltag ist schon genug Abenteuer

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Geschrieben von: Westfälische Nachrichten   
Lüdinghausen - „Die Jugendlichen sollen unser alltägliches Leben kennenlernen. Es geht hier nicht um Tourismus.“ Barbara Egeling-Stiefel beruhigt potenzielle Gastgeber, die sich vorstellen können, Jugendliche aus aller Herren Länder für einige Monate oder ein Jahr bei sich „familiär“ aufzunehmen. Die Gasteltern müssen sich keine außergewöhnlichen Programme einfallen lassen, um ihren „Zöglingen auf Zeit“ etwas zu bieten. Der deutsche Alltag ist für viele Gäste schon Abenteuer genug.

Sherran Raj ist beispielsweise ein solcher Jugendlicher, der für ein Jahr in Deutschland lebt und mit der Austauschgesellschaft „American Field Service“ (AFS) den weg von Malaysia nach Lüdinghausen gefunden hat. Derzeit wohnt er noch bei der Familie Ernst in Nordkirchen. Für ihn und weitere Schüler suchen Eva Kortmann und Barbara Egeling-Stiefel, die ehrenamtlich für den AFS als Betreuer der Eltern und Jugendlichen in Lüdinghausen und Umgebung tätig sind, Gastgeber.

Sherran besucht derzeit die zehnte Klasse des St.-Antonius-Gymnasiums. Weitere Gastschüler kommen aus Italien, Brasilien und Argentinien. Auch sie wurden vom AFS in die Region vermittelt. Der Besuch einer Schule gehört zum Pflichtprogramm für die ausländischen Jugendlichen, betont Egeling-Stiefel.

„Eigentlich müssen die Eltern nur Interesse an der Aufnahme eines fremden Jugendlichen mitbringen“, unterstreicht die Betreuerin, dass der organisatorische Aufwand gering ist. Ein eigenes Zimmer für den Gastschüler wäre schön, ist aber kein Muss. Sinnvoll ist es natürlich auch, wenn im Hause Kinder leben, die sich um den Gast kümmern können. Aber auch das ist keine zwingende Voraussetzung. Fremdsprachenkenntnisse? „Auch kein Muss“, versichert Barbara Egeling-Stiefel und verweist auf Sherran Raj, der sich nach vier Wochen in Deutschland schon gut verständigen kann. Die AFS-Organisatoren versuchen sogar Wünsche nach Geschlecht oder Herkunftsregion zu berücksichtigen.

Und wenn die Kulturen wirklich nicht miteinander harmonieren? „Dann ist auch ein Familienwechsel möglich“, versichert die Betreuerin. „Man verpflichtet sich nicht auf Gedeih und Verderb.“ Darüber hinaus stehen Barbara Egeling-Stiefel und Eva Kortmann den Gastgebern und Gastschülern als Betreuerinnen zur Verfügung. Sie versuchen zu vermitteln oder bereiten auf den Aufenthalt vor. „Wir lassen Gäste und Gastgeber nicht allein.“

» Wer sich für die Aufnahme eines Jugendlichen Austauschschülers interessiert, kann sich an Barbara Egeling-Stiefel ( ' 49 75) oder Eva Kortmann ( ' 8241) wenden.

VON WERNER STORKSBERGER, LÜDINGHAUSEN

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