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Eine US-Amerikanerin radelt durch Döbern

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Geschrieben von: Lausitzer Rundschau   

Silvia Weko ist 19 Jahre jung und lebt eigentlich in Rockville, einem Vorort von Washington, der Hauptstadt der Vereinigten Staaten. Seit Oktober 2009 wohnt die Austauschschülerin in Döbern und genießt das Leben auf dem Land sichtlich.

»Sehen Sie die kleinen Ziegen? Die sind so süß«, sagt Silvia Weko und zeigt auf die Zicklein, die im Garten von Familie Elsner in Döbern grasen. Die Ruhe und die Natur, das alles sei sie von zu Hause nicht gewohnt, sagt sie und lacht verlegen. Ihre Heimatstadt Rockville liegt im Bundesstaat Maryland und grenzt an die Metropolregion Washington D.C.. Dort gibt es keine weiten Wiesen und Felder, erzählt die Schülerin. Umso schöner findet sie deshalb ihr Zuhause in Spree-Neiße. »Es ist eine Art Freiheit«, versucht sie, ihre Eindrücke zu beschreiben. »In Rockville gibt es keine Radwege, meistens noch nicht einmal Fußwege, weil alle mit dem Auto fahren«, sagt Silvia. Und so radelt sie hier in Deutschland gerne übers Land, nach Spremberg oder zu Freunden. Und bewundert ganz nebenbei die Windräder und Solaranlagen. »Davon gibt es hier so viele«, sagt sie erstaunt.

Hartes Auswahlverfahren
Im Oktober 2009 kam Silvia Weko mit dem Stipendienprogramm Parlamentarisches Patenschaftsprogramm (PPP) und der gemeinnützigen Austauschorganisation AFS nach Döbern. Zuvor hatte sie in den USA ein Bewerbungsverfahren bestehen müssen. Doch die Mühe hat sich gelohnt: Im Mai 2009 kam die Zusage. Zur wohl selben Zeit wurden ihre jetzigen Gasteltern Ulrike und Norbert Elsner auf das Programm aufmerksam. »Ein Freund erzählte mir davon und ich war sofort begeistert«, sagt Sohn Bernhard. Ein glücklicher Zufall. »Gastfamilien werden immer gesucht«, sagt AFS-Gastschülerbetreuer Torsten Berger. Da diese keine Vergütung erhalten, würden viele oft zunächst zögern, einen Schüler bei sich aufzunehmen.

Silvia Weko versteht sich bestens mit Familie Elsner und besucht mit »Bruder« Bernhard das Erwin-Strittmatter-Gymnasium in Spremberg. »Anfangs habe ich kaum ein Wort verstanden«, erinnert sie sich. Mittlerweile spricht sie fast fließend Deutsch. Schnell knüpfte sie Kontakte. Ihre Mitschüler seien ihr sofort offen begegnet: »Viele kamen auf mich zu, wollten, dass ich von den USA erzähle.« Von Deutschland hat sie in den vergangenen Monaten wiederum viel gesehen - war unter anderem in Hamburg, Köln und Dresden. Teil des PPP, einem Programm des US-Kongresses und des Bundestages, waren Ausflüge nach Bonn und Berlin. Wolfgang Neskovic, Linke-Bundestagsabgeordneter, aus Cottbus hat für sie die Patenschaft übernommen.

Hohe Erwartungen
Der 13. Jahrgang ist mittlerweile geschafft. Da Silvia Weko bereits in den USA ihr Abitur ablegt hat, kann sie sich nun zurücklehnen. Mit Blick auf das deutsche Schulsystem sind ihr viele Unterschiede aufgefallen: Der Schulstoff sei umfangreicher und setze mehr Vorwissen voraus als in den USA. Und eine mehrstündige Klausur sei anspruchsvoller als eine Multiple-Choice-Prüfung. »Die Erwartungen sind einfach höher«, erklärt sie.

Mitte Juli fliegt Silvia zurück nach Amerika - im Gepäck viele Erfahrungen und die ein oder andere Süßigkeit. »Ich liebe deutsche Schokolade«, sagt sie und lacht.

AFS zählt zu den größten gemeinnützigen Jugendaustauschorganisationen weltweit und betreut Austausch- und Freiwilligendienst-Programme in rund 50 Ländern. In Brandenburg leben derzeit laut Pressestelle 37 Schüler in Gastfamilien, sieben davon in der Lausitz. www.afs.de
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