Das Reich der Mitte erkunden |
| Geschrieben von: Dreingau Zeitung | |||
|
China rückt für Sina Höffmann immer näher. Die 16-jährige Drensteinfurterin wird im August für ein Schuljahr ins Reich der Mitte fahren. Sie gehört zu elf Schülern, denen die Stiftung Mercator und der Verein AFS Interkulturelle Begegnungen am Freitag, 7. Mai, in Essen ein Stipendium für Aufenthalte in China und der Türkei spendieren. Zunächst bleiben alle AFS-Austauschschüler für zwei Wochen in Peking, dann werden sie von ihren Gastfamilien abgeholt. Wer ihre Gastgeber am anderen Ende der Welt sein werden, weiß Sina noch nicht. Auch wo sie im Riesenland dann für zehn Monate leben wird, kann sie noch nicht sagen. Ihre Vorlieben durfte sie zwar in einer Liste angeben, aber ob sie wirklich in die Großstädte Peking oder Shanghai kommt, weiß die Schülerin des Hiltruper Kant-Gymnasiums nicht. „Man muss sich einfach darauf einlassen", sagt Sina. Einlassen wird sie sich auch auf das chinesische Alltagsleben mit ihrer Gastfamilie. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit – in China sind bei ihrer Ankunft vermutlich noch Schulferien – wird sie eine öffentliche Schule in der Nähe ihres Wohnorts besuchen. Wie soll man sich verhalten Vorbereitet wurde Sina auf ihre weite Reise bereits durch zwei Gruppentreffen in Münster, ein weiteres Treffen wird im Juni in Bad Nauheim stattfinden. Von diesem Treffen erwartet Sina auch ein wenig mehr Aufklärung darüber, wie man sich in dem kommunistischen Land verhalten sollte – und wie besser nicht. Auf ihre Zeit in China hat sich Sina aber auch ganz gezielt selbst vorbereitet. Am Computer begann sie vor 18 Monaten, Chinesisch zu lernen, jetzt lernt sie die Sprache in einer privaten Arbeitsgruppe weiter. Ganz klar: Chinesisch ist Sinas Hobby. Natürlich entwickelte die 16-Jährige auch Interesse für Land und Leute. Zu Weihnachten hat sie zudem ein wunderschönes chinesisches Schreibset geschenkt bekommen. Ob sie es aber auf ihre große Reise mitnehmen wird, weiß sie noch nicht. Den Kontakt zu ihren Eltern Christiane und Udo Höffmann sowie zu ihrem Bruder Leander wird sie aus der Ferne jedenfalls per Webcam und E-Mail halten. Viele ihrer Bekannten freuten sich zudem schon auf Postkarten aus China. "Mega-mutige" Reisepläne Von ihrer Schule will Sina sich für den China-Aufenthalt beurlauben lassen. Die meisten ihrer Mitschüler fänden ihre Reisepläne „mega-mutig", strahlt die Drensteinfurterin. Denn bei allen etablierten Austausch-Zielen für Schüler: „China ist ja noch mal was ganz anderes." Natürlich gilt das auch für die chinesische Küche. Hundefleisch, das in China auch schon mal auf der Speisekarte steht, würde Sina vielleicht noch essen. Aber es gibt trotzdem eine klare Grenze: „Ich esse nichts, was noch lebt!"-jan
|
|
|