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Spremberger wechselt von der Spree an den Río Paraguay

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Geschrieben von: Märkische Allgemeine   
Spremberg, 29.05.2010. Torsten Berger ist 20 Jahre jung, Abiturient am Erwin-Strittmatter-Gymnasium Spremberg und einer von rund 3700 Ehrenamtlichen, die für den AFS tätig sind. Am 30. Juli will Torsten Berger Spremberg für zwölf Monate verlassen, um einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst in Paraguay anzutreten. Welche Motive treiben ihn nach Südamerika, die es ihm wert sind, dafür 1800 Euro zu sammeln?

War das Klinkenputzen für Sie eine Herausforderung?
Es ist schon eine Herausforderung, aus dem Nichts heraus einen Förderkreis aufzubauen. Dafür hat es vom Spremberger Bürgermeister ideelle Unterstützung gegeben. 80 Firmen habe ich angeschrieben, fünf haben geantwortet. Geldspenden gab es auch von einigen Abgeordneten. Den Sack hat aber Ulrich Freese mit seiner 1265-Euro-Spende zugemacht.

Warum wollten Sie ausgerechnet nach Paraguay?
Ich habe mich für einen Freiwilligendienst in Kenia, Tunesien oder Paraguay beworben. Entschieden hat der AFS. Direkt aussuchen kann man sich das Land nicht. Das ist auch nicht so wichtig. Entscheidend für mich ist, dass ich Leuten helfen kann, denen es nicht so gut geht.

Wissen Sie schon, wo sich Ihr Einsatzgebiet befindet und welche Aufgaben Ihnen bevorstehen?
Ich weiß es noch nicht genau. Es geht aber um ein Projekt in der Hauptstadt Asunción, in dem 570 Familien leben, die vorwiegend aus ländlichen Gebieten stammen. In dem Stadtteil sollen Arm und Reich sehr dicht beieinander wohnen. Ich werde mich mit Kindern und Jugendlichen außerschulisch beschäftigen, um sie für das Leben in der Stadt fit zu machen. Im weitesten Sinne geht es dabei um interkulturelles Lernen.

Sprechen Sie Spanisch?
Noch nicht, aber ich habe angefangen, die Sprache zu lernen - mit Handbüchern und Podcast. Ich hoffe, nach einem Jahr Paraguay Spanisch sprechen zu können.

Der Name Paraguay bedeutet »Wasser, das zum Wasser geht«. Ungewöhnlich für einen Binnenstaat, der eingebettet zwischen Brasilien, Argentinien und Bolivien mitten in Südamerika liegt. Können Sie den Namen deuten?
Keine Ahnung. Möglicherweise hängt das mit dem Río Paraguay zusammen, der die Hauptstadt Asunción durchquert und das Land quasi teilt. Ich bekomme das aber heraus und werde auf meiner Blog-Seite www. torsten-berger.eu darüber berichten.

Wo werden Sie wohnen?
Ich hoffe bei einer Gastfamilie in dem Projekt. Dort lernt man Land und Leute am besten kennen. Der AFS stellt aber auch Appartements für die Freiwilligen zur Verfügung.

Werden Sie als einziger Deutscher in diesem Projekt arbeiten?
Nein. Wir werden fünf Leute sein, die lerne ich aber erst Anfang Juli bei einem fünftägigen Seminar kennen. Dann gibt es auch länderspezifische Informationen und Leute, die wir zielgenau fragen können. Beim ersten Seminar am kommenden Wochenende in Bad Hersfeld geht es schwerpunktmäßig um das interkulturelle Lernen.

Ist mit den beiden Seminaren die Vorbereitung abgeschlossen?
Im Prinzip ja. Am Dienstag habe ich mir beim Tropenarzt in Cottbus eine Spritze gegen Gelbfieber abgeholt. Ich brauche eigentlich nur noch die Koffer zu packen.

... und die Sachen für den Abi-Ball am 26. Juni bereitzulegen, oder?
Genau. Außerdem kommen zwei Tage zuvor meine Gasteltern aus den USA, bei denen ich im Schuljahr 2007/2008 gelebt habe. Das USA-Stipendium, das ich damals aus dem parlamentarischen Patenschaftsprogramm von Steffen Reiche bekommen habe, war ein großes Geschenk. Ich habe sehr viel bekommen, ein Stück davon will ich mit meinem Freiwilligendienst wieder zurückgeben.

Mit Torsten Berger sprach Klaus Gentzsch
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