Man muss nur offen sein |
| Geschrieben von: Badische Zeitung | |||
|
Madelaine Schmidt vermittelt ehrenamtlich Gastfamilien für Austauschschüler. DOSSENBACH. Madeleine Schmidt aus Niederdossenbach hat gerade ihr Abitur am Scheffel-Gymnasium in Bad Säckingen absolviert, in ihrer Freizeit jobbt die 19-Jährige in einem Schopfheimer Café. Daneben hat sie sich einem besonderen Engagement verschrieben: Als ehrenamtliche Mitarbeiterin von AFS sucht sie Gastfamilien für Schüler aus der ganzen Welt. Der American Field Service (AFS) fand seine Anfänge auf den Schlachtfeldern des ersten Weltkriegs und hat sich zur weltweit größten Organisation für internationalen Jugendaustausch entwickelt. Die Idee dahinter ist, durch den Austausch von Kulturen einen Beitrag für eine friedlichere Welt zu leisten. Heute zählt AFS alleine in Deutschland mehr als 3500 ehrenamtliche Mitarbeiter, die Gastfamilien und Gastschülern mit ihren Erfahrungen zur Seite stehen. Eine davon ist Madeleine Schmidt, die bei ihrer Suche nach einem Auslandsaufenthalt bei AFS fündig wurde. Damals war sie 16 Jahre alt und träumte von einem Austauschjahr in den USA. Sie bewarb sich für ein Stipendium, kam aber nicht zum Zug. Geklappt hat es schließlich mit einem Stipendium für Spanien. Es folgte ein Schuljahr in der Nähe von Barcelona. "Ich habe sozusagen als fünftes Geschwisterkind in meiner Gastfamilie gelebt", erinnert Madeleine sich gerne zurück an eine wunderschöne, aber auch schwierige Zeit. Als Austauschschüler muss man sich reinhängen wollen Zu all den neuen Eindrücken gesellten sich sprachliche Herausforderungen. "Die Hauptsprache war Katalanisch", erzählt Madeleine Schmidt. Mit viel Ehrgeiz lernte sie sich zu verständigen. "Man muss sich reinhängen wollen", nennt sie eine Grundvoraussetzung für einen solchen Aufenthalt in einem fremden Land, von dem sie schon als Kind träumte. Natürlich vermisste sie die Familie und die Freunde. "Aber man lernt total viel dabei", weiß sie heute und möchte die Erfahrung nicht missen. Schön findet sie, dass so ein Schüleraustausch dank AFS nicht nur für Kinder aus reichem Haus möglich ist. Dafür, so schmunzelt Madeleine Schmidt, sei sie der beste Beweis. Sie ist die Älteste von acht Geschwistern zu Hause. Und weil sie während ihres Aufenthalts in Spanien einen so wundervollen Betreuer hatte, wollte sie ihre positiven Erfahrungen an andere weitergeben. Seither engagiert sie sich bei AFS als Hosting-Koordinatorin und sucht Gastfamilien für Schüler im Alter von 15 bis 19 Jahren aus mehr als 40 Ländern. "Ich kümmere mich darum, dass die Gastschüler betreut werden und betreue sie auch selbst", schildert sie ihre Aufgaben. Gastfamilien zu finden, sei nicht immer leicht, weil viele Familien denken, sie seien ungeeignet. "Es braucht kein großes Zimmer", erklärt die junge Frau, die in ihrer Gastfamilie ebenfalls kein Zimmer allein für sich hatte: "Man muss als Gastfamilie einfach nur offen sein." Es brauche auch keine sprachlichen Voraussetzungen. "Alle kommen, um Deutschland zu erleben, die Sprache zu lernen und die meisten können sich auf Englisch verständigen." Außer Kost und Logie werden alle Kosten übernommen Zum Leben hier gehöre auch, neben dem Schulbesuch in der Familie mitzuhelfen. Außer Kost und Logie und kleinen Familienaktivitäten sind alle Kosten für die Gastschüler abgedeckt. "Im Grunde ist es für beide Seiten eine ganz besondere Erfahrung", sagt Madeleine Schmidt und ist überzeugt: "So ein Austausch öffnet Türen." Interessierte Gastfamilien können sich per E-Mail an Madeleine Schmidt wenden, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ,oder ans AFS-Regionalbüro Stuttgart: Tel. 0711 8060769-0.
|
|
|