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Currywurst wird fehlen

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Geschrieben von: Bocholter-Borkener Volksblatt   
LÜDINGHAUSEN. Vor acht Jahren zog es den damals 17-Jährigen Luis Molinas nach Deutschland. Als Austauschschüler landete er schließlich bei Familie Kortmann in Lüdinghausen - von der Hauptstadt Paraguays in die kleine Steverstadt. Nun ist er wieder bei den Kortmanns zu Gast und hat gerade Weihnachten mit ihnen gefeiert. Warum es ihn bereits zum zweiten Mal zurück nach Deutschland zieht, dafür sind seine guten Erfahrungen als 17-Jähriger verantwortlich. „Ich habe eine sehr gute Beziehung zu meiner Gastfamilie aufgebaut. Wir sind oft zusammen auf Konzerte gegangen. Mit meinem Gastbruder war ich bei Rock am Ring, mit meinem Gastvater möchte ich irgendwann einmal nach Wacken“, lacht Luis.

Auch Sherran Raj nimmt viele positive Erlebnisse mit nach Hause. Der 18-Jährige Malaie beendet in wenigen Tagen seinen einjährigen Aufenthalt bei Familie Nohn in Lüdinghausen. „Ich bin hier zum ersten Mal Inline Skates gefahren, habe das erste Mal ein Pferd geritten und habe zum ersten Mal Fußball im Verein gespielt“, fasst er nur einige der vielen Erfahrungen zusammen. Besonders in Erinnerung bleiben wird ihm die Fußball-WM, bei der er mit seinen Freunden das deutsche Team anfeuerte. „Malaysia wird wohl niemals in einer WM spielen“, nimmt Sherran es gelassen. Doch nicht nur für die (ehemaligen) Schüler war der Austausch eine Bereicherung. Auch ihre Gastfamilien erfuhren viel über eine erst noch fremde Kultur. „Ich habe mit meiner Familie das Lichterfest gefeiert. Das ist ein hinduistischer Feiertag, ähnlich wie hier Weihnachten“, erklärt Sherran.

„Bei einem Austausch kommen alle reicher raus, als sie rein gegangen sind. Deshalb sollten möglichst viele diese Erfahrung machen“, sagt Gastvater Willi Kortmann. Er arbeitet für die gemeinnützige Austauschorganisation AFS (American Field Service). Wenn Anfang Februar neue Austauschschüler nach Deutschland kommen, werden wieder viele Gastfamilien gesucht, „denn Deutschland ist ein beliebtes Land bei den Schülern“, erklärt Kortmann. Wer Interesse hat, eine andere Kultur hautnah zu erleben, und zum Beispiel als Welcome Familie einen Schüler für vier bis acht Wochen aufzunehmen, oder doch für ein ganzes Jahr, kann sich deshalb bei Eva Kortmann, ' 8241, oder auf der Internetseite www.afs.de/gastfamilie melden.

Einige Kleinigkeiten vermissten Luis und Sherran natürlich schon während ihres Abenteuers in Deutschland. „Ich freue mich schon auf das Wetter, das scharfe Essen und meine Familie in Malaysia“, sagt Sherran. „Ich habe vor allem Rindfleisch vermisst. Bei uns in Paraguay machen wir mindestens einmal in der Woche ein Barbecue“, erinnert sich Luis an die Zeit seines Austauschs. Und beide setzen schmunzelnd nach: „Aber in unseren Heimatländern werden wir dann Currywurst und Döner vermissen.“

VON LEA SIBBEL
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