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Väterchen Frost und die Heiligen drei Könige

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Alle Jahre wieder“ erleben und feiern Menschen auf der ganzen Welt das Weihnachtsfest. Insbesondere für Austauschschüler und deren Gasteltern bringen die Festtage neben einem Mix aus unterschiedlichsten Gefühlen und Eindrücken vor allem die Erkenntnis, dass interkulturelle Unterschiede auch bei vertrauten Anlässen auftreten können. Wer in diesem Zusammenhang etwas tiefer in die Geschehnisse der Feiertage eintaucht, löst auch das Rätsel um die weltweit pünktliche Lieferung der Geschenke.

Hamburg, 3. Dezember 2010. Deutsche Kinder wissen, dass sie an Weihnachten nur bis zum Abend des 24. Dezember durchhalten müssen, um endlich an ihre heiß ersehnten Geschenke zu kommen. Und sie haben vielleicht ein wenig Mitleid mit ihren Altersgenossen im anglo-amerikanischen Raum, da dort die entsprechenden Päckchen und Pakete erst am 25. Dezember gebracht und ausgepackt werden. Aber nur die wenigsten wissen, dass Kinder in Ländern wie Spanien, Armenien, Russland oder Ägypten noch viel länger auf die Weihnachtsfolter gespannt werden und bis zum
6. oder 7. Januar warten müssen, ehe endlich für sie Bescherung ist.

Pünktliche Geschenkelieferung garantiert

Die Tatsache, dass die Geschenke gar nicht in einer Nacht, sondern verteilt über zwei Wochen ausgeliefert werden, beantwortet nebenbei die alte Kinderfrage, wie die ganzen Weihnachtsgeschenke weltweit pünktlich in die Wohnzimmer kommen. Und die nähere Betrachtung der weltweiten Geschehnisse rund um Weihnachten offenbart außerdem noch ein zweites wichtiges Detail. „Unser“ Weihnachtsmann hat überall auf der Welt Unterstützung beim Geschenketransport. Neben vertrauten Boten wie dem Christkind liefern in anderen Ländern der Erde nämlich auch noch die Heiligen Drei Könige, Väterchen Frost mit seiner Enkelin, eine Schar Engel oder sogar ein Köhler die Gaben aus. Und bei soviel verschiedenen Lieferanten kann jedes Kind beruhigt sein, dass seine Geschenke auch in Zukunft pünktlich geliefert werden.

Weihnachtsbaum, Schuhe und Socken

Diese landen meist traditionell unter einem Weihnachtsbaum, aber auch in aufgehängten Socken oder in Schuhen vor der Haustür. Und der Weihnachtsbaum selbst ist auch längst nicht in jedem Wohnzimmer anzutreffen. In Spanien und vielen Teilen Südamerikas steht etwa die Weihnachtskrippe im Mittelpunkt der Feierlichkeiten, entsprechende Bäume gibt es dort kaum.

Asiatische Unterschiede

In Asien spielt Weihnachten eine sehr unterschiedliche Rolle. Neben Ländern wie Südkorea, Indien oder den Philippinen, die Weihnachten offiziell als Feiertag begehen, sind die christlichen Festtage in einer Vielzahl der anderen Staaten ganz normale Arbeitstage. Eine Sonderrolle nimmt Japan ein. Dort ist Weihnachten zwar ebenfalls kein Feiertag, wird aber als Anlass für Partys und Geschenke verwendet. Ein religiös-besinnlicher Aspekt ist dabei außerhalb der sehr kleinen christlichen Gemeinde allerdings nicht vorhanden. Vergleichbar mit Halloween in Amerika wird hier ein äußerer Anlass frei von seinen Wurzeln kommerzialisiert. Besinnlichkeit im Kreise der Familie tritt in Japan erst etwas später ein, wenn der Neujahrstag gefeiert wird.

Besondere Weihnachtserfahrung „down under“

Eine ganz spezielle Weihnachtserfahrung bieten Australien und Neuseeland. Da in beiden Ländern im Dezember Hochsommer herrscht, sind Weihnachtsfeiern meist etwas weniger besinnlich als in Europa. Sie finden in der Regel im Freien statt und haben daher oftmals eher den Charakter sommerlicher Grillpartys. In Australien gibt es außerdem noch einige lokale Besonderheiten: Glaubt man einem örtlichen Weihnachtslied, spannt der Weihnachtsmann nämlich bei seiner Reise „down under“ seine Rentiere aus und lässt sich stattdessen von sechs weißen Kängurus ziehen. Und auch sonst ist er etwas lockerer, als es Mitteleuropäer gewohnt sind. Am berühmten Bondi Beach bei Sydney ist er regelmäßig jedes Jahr mit dem Surfbrett unterwegs.

Wer noch mehr über Weihnachtsbräuche aus aller Welt wissen möchte, sollte auf der Webseite www.afs.de vorbei schauen. Im dortigen Adventskalender sind viele weitere interessante Informationen zu den Besonderheiten andere Länder und Regionen versteckt. Und wer im kommenden Schuljahr eigene Erfahrungen in einem anderen Land sammeln will, kann sich bereits jetzt auf www.afs.de zum Thema Schüleraustausch informieren und sich für einen der noch freien Plätze bewerben. Familien, die ab Februar 2011 gerne einen ausländischen Schüler als Gast bei sich aufnehmen und eine neue Kultur im eigenen Zuhause kennen lernen möchten, können sich ab sofort in ihrem zuständigen AFS-Regionalbüro melden.

Über AFS Interkulturelle Begegnungen e.V.

Die deutsche Jugendaustauschorganisation arbeitet gemeinnützig und ist Träger der freien Jugendhilfe. Die Zentrale sowie ein Regionalbüro haben ihren Sitz in Hamburg; in Berlin, Wiesbaden und Stuttgart gibt es weitere Regionalbüros. Neben dem Schüleraustausch und dem Gastfamilienprogramm ermöglicht AFS (ehemals: „American Field Service“) die Teilnahme an Freiwilligendiensten im sozialen, kulturellen und ökologischen Bereich. Der Verein finanziert sich aus den Teilnahme- und Vereinsbeiträgen, durch Spenden, Stiftungsmittel und öffentliche Gelder. 2008 feierte AFS in Deutschland unter der Schirmherrschaft der damaligen Bundesfamilienministerin Dr. Ursula von der Leyen 60-jähriges Jubiläum.

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