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TÜRKEI: Stell es dir einfach vor...

Geschrieben von: Jennifer, Türkei 2008/09   

Die ersten Wochen meines Türkeiaufenthaltes waren für mich zunächst wie ein Ausflug in eine fremde und manchmal auch exotische Welt…Es ist schwer, alle Eindrücke und Erlebnisse in Worte zu fassen…

Wie fühlte ich mich die ersten Tage? Probier es selbst aus und stell dir vor...

…du hättest eine Million Verwandte, die du zudem auch noch täglich besuchen gehst. Stell dir vor, dich würde alle paar Minuten jemand fragen, ob du „hangri“ bist und dich mit diversen Köstlichkeiten voll stopfen. Stell dir vor, dass jede beliebige „Teyze“ (ältere türkische Frau, eigentlich Tante) dich umarmt, abknutscht und dich „çok tatlı“ (sehr süß) nennt.

...du würdest immer mit einem voll gestopften Bus zum Bazar und Supermarkt fahren  müssen, um dir dann mit 20 kg schweren Plastiktüten die Finger wund zu scheuern.
Stell dir vor, um dich herum würde alle paar Sekunden ein Handy losdudeln und sein Besitzer diverse unverständliche Sätze hineinbrüllen.

Jennifer_Hecht_mit_Schulfreundinnen...du müsstest zu dem auch noch in eine Schule gehen. Stell dir vor, in dieser Schule würden 900 Schüler gleichzeitig auf dich einreden und deine Freunde sein wollen. Stell dir vor, der Unterricht wäre teilweise viel schwieriger als in Deutschland und du dürftest in Mathe noch nicht einmal einen Taschenrechner benutzen. Stell dir vor, in dieser Schule dürftest du auch noch jeden Montag und Freitag strammstehen und im Angesicht des Vaters der Türken, Mustafa Kemal Atatürk, die Nationalhymne singen.

...du würdest nie wissen, wohin du eigentlich gerade unterwegs bist.

...du hättest niemals, wirklich niemals, einen Plan davon, was du jetzt gleich oder morgen oder geschweige denn übermorgen machen wirst.

...niemand könnte auch nur mehr als “Hof a ju” oder “Iisch heise Ayşe“ in einer der dir bekannten Sprachen sagen und würde deshalb permanent in einem unverständlichen Gebrabbel namens Türkisch auf dich einreden.

Wenn Du jetzt all diese Dinge vor deinem inneren Auge siehst, dann kann ich nur sagen:
„Türkiye’ye hoş geldiniz!“ – Herzlich willkommen in der Türkei!

Wenn ich heute an die ersten Wochen meines Türkeiaufenthaltes zurückdenke, muss ich angesichts meines anfänglichen Kulturschocks lachen. Die ersten Eindrücke, die ersten Wochen sind zunächst einfach überwältigend und die entsprechenden Schilderungen klingen für Außenstehende total abschreckend. Aber all die ursprünglich neuen und ungewohnten Umstände des türkischen Alltags sind nach inzwischen vier Monaten hier vollkommen normal und meiner Meinung nach sehr reizvoll. Ich liebe mein verrücktes türkisches Leben!
Aber versuchen wir mal, halbwegs von vorne anzufangen…

Ich heiße Jenny, bin 16 Jahre alt, komme aus der Nähe von Bonn und wohne seit Anfang September bei Familie Şimşek in Ereğli am schwarzen Meer in der Türkei! Meine Gastfamilie (oder zumindest der enge Kern, also die Leute, die wirklich permanent bei uns im Haus wohnen...) besteht aus meinem „Baba“ (Vater) Enes, meiner „Anne“ (Mutter) Sevil, meinem „Abi“ (älterer Bruder) Şahin (21) und meiner „Kardeşim“ (Schwester) Tuğba (sie ist nur einen Tag älter als ich). Wie kann man sie am besten beschreiben? Sie sind gleichzeitig eine typische und untypische türkische Familie, zur gleichen Zeit modern und traditionell und auf jeden Fall habe ich schrecklich viel Glück gehabt, sie als AFS Familie bekommen zu haben.

Jetzt einmal etwas genauer: Als erstes muss ich sagen, dass sich das Klischee von den Millionen von Verwandten auf jeden Fall bestätigt hat. Die Familie ist in der Türkei das Wichtigste überhaupt und deshalb verbringt meine Anne zum Beispiel auch liebend gern zehn Stunden am Stück in der Küche, um ihren Lieben einen Tisch voller türkischer Köstlichkeiten zu zaubern (ja, ich habe zirka drei Kilo zugenommen). Des Weiteren fahren wir zum Verwandtenbesuch durch die gesamte Türkei und ich habe so schon mehr von diesem Land gesehen, als die meisten meiner Klassenkameraden, die schon 16 Jahre hier leben.

Religion spielt für meine Familie (für meine Schwester allerdings weniger) auch eine wichtige Rolle. Mein Baba verrichtet fünfmal täglich das „Namaz“ (islamisches Gebet), meine Anne trägt ein Kopftuch. Aufgrund des Reinlichkeitsgebotes hat sie eine starke Abneigung gegen selbst kleinste Anzeichen von Schmutz – etwa bei Socken. Und natürlich wird im Hause Şimşek grundsätzlich kein Alkohol getrunken.

Meine Gastfamilie ist außerdem sehr lebendig. Es ist immer was los. Entweder wir haben Besuch, oder wir diskutieren einfach lautstark über Gott und die Welt, Politik und die großen und kleinen Probleme im Alltag (weshalb sie glauben, ich würde die nächste deutsche Bundeskanzlerin werden. Ich?!? Politiker!?!)

Meine Gastfamilie ist wirklich wie eine zweite Familie für mich, und ganz besonders Tuğba ist gleichzeitig meine Schwester und meine beste Freundin hier und die Zeit nach der Schule und die Wochenenden verbringen wir immer gemeinsam.

Apropos Schule: Ich gehe hier auf ein Anadolu Lisesi (vergleichbar mit einem guten Gymnasium) mit ungefähr 900 Schülern der Klassen 9 bis 12. Türkische Schüler lernen extrem viel (nach der Schule und auch an den Wochenenden gehen sie noch auf Nachhilfeschulen), um sich auf das immens wichtige ÖSS (türkisches Abitur) vorzubereiten. Deshalb sehe ich meine Freunde (von denen es ja eine ganze Menge gibt...) außerhalb der Schule eigentlich nie. Aber das ist nicht so tragisch, weil ich ja meine Schwester habe und wir eigentlich jeden Abend mit der Familie etwas unternehmen. Ansonsten gibt es zur Schule zu sagen, dass die Naturwissenschaften und Mathe zirka dreimal so schwer und so schnell sind wie bei uns, dafür aber die elfte Klasse in Englisch auf dem Niveau unser Sechsten ist. Die Deutschstunden will ich gar nicht erst erwähnen... Aber ich habe mich an den Unterricht gewöhnt und schreibe auch die meisten Klausuren inzwischen mit.

Dass ich mich in der Schule so gut eingewöhnt habe, die türkische Kultur so schnell verstehen und leben konnte und einfach rund um zufrieden und glücklich mit meinem Leben hier bin, liegt vor allem an einer Sache: Ich habe Türkisch gelernt. Die Sprache ist der Schlüssel zu allem, zur Kultur, zu den Menschen und zu diesem Land selbst und ich bin schrecklich froh darüber, mich inzwischen fließend unterhalten zu können. Türkisch ist in keinster Weise mit einer der mir bekannten anderen Sprachen zu vergleichen. Der Satzbau ist genau umgekehrt und es gibt zur Bestimmung von Person, Ort oder Zeit bloß Endungen und nicht eigene Wörter wie im Deutschen. Ein deutscher Satz mit fünf Wörtern kann so im Türkischen gerade einmal zwei Worte lang sein...Am Anfang sehr ungewohnt.

Aber ich hatte das Glück, von Anfang an zum Türkisch sprechen gezwungen zu sein und konnte deshalb meinen 50 Wörtern Startvokabular täglich mehr und mehr Ausdrücke und Grammatik hinzufügen. Ich war selbst überrascht, wie gut das funktioniert hat. Seit ungefähr zwei Monaten habe ich keine Probleme mehr damit, mich verständlich zu machen und rede hier ausschließlich Türkisch. Die neue Sprache ist allerdings schlecht für mein Französisch, von dem rein gar nichts geblieben ist. Nach meiner Rückkehr in einem halben Jahr werde ich wohl gezwungen sein, alles noch einmal zu lernen. Auch, weil im Türkischen eine Menge französische Wörter existieren, die man allerdings so schreibt wie man sie spricht. So wird aus “Coiffeur” zum Beispiel “Kuaför”. Aber trotzdem liebe ich diese Sprache voller poetischer Ausdrücke, die die Seele dieses Landes so gut in Worte fassen können.

Wie viel besser klingt doch ein “Kolay gelsin” (Möge es, also die Arbeit, leicht fallen) beim Betreten eines Geschäftes als unser schnödes “Guten Tag”. Oder auch nach dem Essen: Während der Deutsche nur so etwas wie “war lecker” in die Runde wirft, sagt der Türke ein “Ellerine sağlık”(Gesundheit deinen Händen) und bekommt dafür ein “Afiyet Olsun” (Wohl bekomme es) vom Koch oder der Köchin zurück.

Und auch Allah hat die türkische Sprache stark geprägt. “Maşallah”(Ausdruck der Bewunderung, etwa über ein niedliches Baby) “İnşallah”(“So Gott will” in der Bedeutung von hoffentlich) oder einfach “Allah Allah” (Ausdruck der Verärgerung oder des Unverständnisses) hört man minütlich, wenn Türken sich unterhalten.

Und da im Türkischen einzelne Wörter meistens mehrere Bedeutungen haben und Türken Ironie und Sarkasmus über alles lieben, kann es passieren, dass man verstanden hat und eigentlich nichts verstanden hat...Türkischer Humor ist auf jeden Fall eine sehr interessante Sache, denn Türken machen Witze über alles und jeden und am liebsten über sich selbst.

Die Sprache ist, wie gesagt, der Schlüssel zu allem und ich führe mit ihrer Hilfe begeistert Diskussionen über alle möglichen Themen. Immer wieder kommt es dabei an den gleichen Stellen zu kulturellem Unverständnis.

“Ha, ha Jesus soll Allahs Sohn sein?”, “Hast du echt Schweinefleisch gegessen? Das ist doch schmutzig, fettig und stinkt!!!” oder auch “Ich Deutscher. Eins, swei direi, Heil Hitler” bekomme ich immer wieder zu hören. Ich habe es inzwischen aufgegeben, zu erklären zu versuchen, dass das Christentum nicht komplett bescheuert ist, mühe mich noch immer damit ab, Türken klar zu machen, dass eine einfache Erkältung oder Pubertätspickel NICHT vom Schweinefleisch kommen, aber bin dank viel Übung inzwischen recht gut darin, mit einfachen Beispielen die Bedeutung von Adolf Hitler für Deutsche zu erklären.

“Stell dir vor, ich würde sagen “Ich liebe die PKK”. Wie würdest du reagieren? Und ich kann dir jetzt sagen, dass jeder Deutsche genau so reagiert, wenn du ihm sagst “Ich liebe Hitler”.” Die Sache selbst ähnelt sich natürlich in keiner Weise, aber so kann ich es einigermaßen türkischem Vorstellungsvermögen anpassen und habe inzwischen eine Menge Leute aufgeklärt, die mir immer total erstaunt versichern, dass sie das wirklich nicht wussten und nur Spaß gemacht haben, jetzt aber verstanden haben, dass man in Deutschland über Hitler keine Witze macht. Und es trifft mich immer wieder, auch wenn ich weiß, dass solche “Witze” aus der bloßen Unwissenheit stammen. Aber dass Hitler für Deutsche eindeutig NICHT das gleiche ist wie Atatürk für Türken, haben die meisten wahrscheinlich inzwischen begriffen.

Gerade Atatürk ist übrigens ein gutes Beispiel dafür, dass manche Aspekte und Gefühle einer anderen Kultur nur verstanden werden können, wenn man wirklich von klein auf durch sie geprägt wurde. So singe ich zwar zweimal wöchentlich die türkische Nationalhymne und sehe die Millionen von Flaggen an jedem Haus, auf jedem Hügel und in jedem Klassenzimmer und höre meine Mitschüler begeistert von Atatürk erzählen. Doch für mich wird er immer nur das Bild an der Wand, die Statue in der Ecke und die Brosche an jedem Lehrerjackett bleiben. Ich bin als Deutsche daran gewöhnt, keinen “Lider” zu haben und sehe deshalb auch einfach keine Notwendigkeit darin, einen Staatsgründer “anzubeten”.

Aufgrund dieser kulturellen Besonderheiten ist es daher auch gut, dass trotz all der Eingewöhnung, Anpassung, der türkischen Familie und all den türkischen Freunden dank des AFS noch ein Stück weit ein anderes Leben in diesem Auslandsjahr in der Türkei existiert. Wir sind hier insgesamt 34 Schüler aus zehn Ländern und durch die Camps und die gemeinsamen Aktionen habe ich wahrhaftig 33 Freunde fürs Leben gefunden. Wir stammen aus vollkommen unterschiedlichen Kulturen, sprechen verschiedenen Sprachen, haben gerade mal drei Tage im ersten und sieben Tage im zweiten Camp zusammen verbracht und sind trotzdem durch das gemeinsame Erlebnis “Türkei” einander so nah, dass ich wirklich sagen kann, ich hätte die Bedeutung der “großen weltweiten AFS Familie” verstanden.

Mit dem Komitee Ankara zusammen habe ich auch Weihnachten gefeiert und eine Menge Spaß gehabt. Und zurück in Ereğli hat mich meine Klasse mit einer kleinen Weihnachtsparty überrascht, Plätzchen gebacken und mir ein großes Geschenk überreicht. So war es insgesamt natürlich nicht mein normales über alles geliebtes Weihnachten, aber doch ein besonderes und durchaus annehmbares.

Bis auf das fehlende Weihnachtsfest ist dieses Land so wunderbar und interessant, dass ich mir vorstellen könnte, mehr Zeit meines Lebens hier zu verbringen. Zum Beispiel als Studentin. Denn als wir zum Opferfest nach Istanbul gefahren sind und ich endlich diesen Traum von einer Stadt sehen konnte, war ich so beeindruckt, dass mein Plan jetzt lautet, dort an der Bosporus Universität zu studieren…

Und jetzt wird es zum Ende meines Erlebnisberichts noch einmal Zeit, sich etwas vorzustellen...

Schließe die Augen und stell dir vor, dein Alltag wäre spontan und viel aufregender als dein normales deutsches Leben. Stell dir vor, du wärst aufgenommen in eine Familie, hättest zu deiner Schwester, deinem großen Bruder und deinen zweiten Eltern auch noch ungefähr 15 Onkel und Tanten, zwei Großväter, eine Großmutter und mehr als 20 Cousinen und Cousins dazu gewonnen. Stell dir vor, dass Essen wäre sowieso einfach mal viel besser. Stell dir vor, du hast eine tolle neue Sprache gelernt und erlebst mit ihrer Hilfe eine vollkommen fremde Kultur hautnah. Stell dir vor, du weißt wirklich, was das Wort “Türke” bedeutet, hast eine wahre Ahnung davon. Stell dir vor, dass du außerdem alle Vorurteile beiseite schieben konntest. Stell dir vor, du befindest dich im gastfreundlichsten Land, dass man sich nur vorstellen kann und stell dir vor, du bist nicht bloß Gast, sondern wahrhaftig Familienmitglied. Stell dir vor, du stehst am Bug einer Fähre, die dich von Kontinent zu Kontinent bringt, im Hintergrund vor dem knallblauen Himmel die Silhouette der größten Stadt Europas, während die Sonne das Wasser des Bosporus zum Glitzern bringt.

Stell dir einfach vor, du bist zu Hause.

Kommentare (13)
  • Melanie Vieker
    Genauso sieht es hier auch aus, Jenni!
    Gaaaanz liebe Grüsse aus Muğla in der Süd-Westtürkei an dich Jenni, an das gesamte geniale AFS-Team und an alle, die darüber nachdenken, in die Türkei zu gehen. Macht es, es lohnt sich!
  • Cennifer
    :) cool, den text nochmal zu lesen…:)
    du hast sooo recht melike (:))!!! macht es leute, es wird die beste zeit eures lebens…
    ich war letzte woche wieder da und vermisse alles schon wieder extrem…:(
    grüße zurück aus dem kalten deutschland….. genieß die zeit melanie, solange du sie noch hast. noch gaaaanz viel spaß und viele tolle erfahrungen.
    öpüyorum
  • Sude Kilic  - Hatte wirklich nicht damit gerechnet...
    Es hat mich sehr fasziniert, wie Jennifer (und auch andere) von der Türkei inspiriert worden ist.
    Ich selber bin eine Türkin und bin in Deutschland geboren und auch in diesem Land aufgewachsen.
    Aber ehrlich gesagt, fühle ich mich hier nicht so richtig wohl. Ich würde lieber in meiner Heimat leben und dort zu Schule gehen. Doch da ich das Schicksal nicht ändern kann, möchte ich wenigstens als Austauschschülerin mich dort hinbegeben (wobei ich aber noch vieles dafür zu Erledigen habe :( )

    Naja lange Rede kurzer Sinn:
    Es hat mich wirklich gefreut auch mal von Deutschen zu hören, dass sie die Türkei UND AUCH die Türken lieben.
    Hier wo ich lebe, sind nämlich viele Deutsche an Türken und ihrer Kultur desinteressiert.

    Viele Grüße..(Herkese selamlar ;))
  • Maria  - Freude
    Zufällig bin ich auf dieser Seite gelandet und habe mich sehr sehr gefreut, diesen Bericht von Jennifer zu lesen. Ich kann mir so richtig vorstellen, wie liebevoll du in dieser türkischen Gemeinschaft aufgenommen und angenommen wurdest. So wie ich deine Zeilen lese, wirst du deine Erfahrungen mit nach Deutschland nehmen und ich wünsche dir, dass du mit diesen dann einen weiteren Beitrag zur gegenseitigen Verständigung leisten kannst. Es wäre schön, würden noch mehr solche Schüler- oder Studentenaustausche stattfinden.

    Ich liebe dieses Land und seine Menschen seit über 20 Jahren.
    Wenn du ein wenig mehr darüber lesen möchtest, kannst du gerne meine Erfahrungen auf meinem Blog nachlesen.
    http://www.geldim.org/
    Liebe Grüße aus Istanbul
    Maria
  • Kathi  - Traum
    Hallo Jenni,
    freut mich wahnsinnig zu lesen wie gut es dir in der Türkei gefällt! Ich habe mich vor ca. einem guten Jahr für Brasilien entschieden obwohl ich ebenfalls sehr an der Türkei interessiert war. Doch wie es in Deutschl. eben so ist haben mir ALLE (bis auf meine Mutter) von der Türkei abgeraten (sachen wie; Nein was willst du mit Türkisch und als Mädchen und du bist blond und blauäugig bist du verrückt denk doch die Männer...). Aber mein wunsch ein Jahr dort zu leben hat sich hier in Brasilien nur verfestigt! Vorallem wenn ich solche berichte lese! Ich hasse all die Vorurteile von hier und möchte echte Türken kennen lernen!
    Auf alle Fälle beweisst du viel Mut! Denn sicher hattest du schon in Deutl. viele dumme Vorurteile an den Kopf geschmissen bekommen.
    Liebe Grüsse aus Brasilia,
    Kathi
  • deniz
    Hallo,
    Ich bin eine türkisch stämmige deutsche und um ehrlich zu sein Jenni ich bin soo stolz auuf dich ! das du diese ganzen vorurteile einfach vergessen hast und so schöne zeilen geschrieben hast .. es hat mich sehr berührt von einer deutschen solche schöne sätze zu hören über meinen Heimatland das eigentlich in deutschland garnicht so beliebt ist... ich wünsche dir weiterhin sehr viel glück und hoffe das du dein studium in Istanbul beginnen wirst :D viel erfolg...
  • Büsra
    ich bin in deutschland geboren und aufgewachsen habe aber türkische wurzeln und es ist wirklich toll so etwas über mein heimatland zu lesen. ganz erlich während des lesens kamen mir die tränen da mich dein sätze, die zeilen die du geschieben hast an mich, meinen urlab erinnert hat. es war wirklich schön und auch sehr lustig (wenn man die türkische kultur kennt und selber weis wie es dort ist) deinen "bericht" zu lesen =)
  • Ceni
    nach so langer zeit hab ich zufällig diesen text wiedergefunden... es hat mich echt sehr gefreut, eure kommentare zu lesen :). ich studiere zwar (noch) nicht in istanbul, aber das happy end der geschichte ist, dass dilara, meine gastschwester, gerade hier neben mir sitzt, zu hause in deutschland. sie ist nämlich seit einem halben jahr hier und spricht fließend deutsch... :D auch im nachhinein war mein auslandsjahr das beste jahr meines lebens und die türkei ist noch immer meine zweite heimat und ich werde sicher noch oft in meinem leben dorthin kommen.
    An euch alle, die ihr so nette kommentare geschrieben habt: danke! meine erfahrungen und ihr, die ihr euch so darüber freut, seid es eindeutig wert, ab und an mal einen blöden kommentar abzubekommen :)
    hepinize tesekkür ediyorum :)
  • Aysel
    dein bericht ist einfach toll :)
    viel von dem was du berichtet hast kann ich einfach nur bestätigen :D mein vater ist nämlich Türke (es kam mir teilweise so vor als würdest du ihn beschreiben ;) )es ist toll so was mal aus einer anderen perspektive kennen zu lernen
    und ich muss sagen dein Bericht hat mir noch mehr Vorfreude auf mein Jahr in der Türkei gemacht
  • Cengel Özcan  - Türkeibesuch
    Den bericht von Jennifer finde ich toll.
    Bis auf das Kommentar über Atatürk für uns türken
    ist Atatürk nicht nur Gründer der Türkiye sondern, ohne ihn würde es die heutige Türkiye nicht geben.
  • Ramon Kamberi  - Türkei, is(s)t nicht nur Döner!
    Jennifer, meine Freundin und ich sind sehr begeistert von deiner gutgewählten Sprache, sodass dein Bericht wunderbar geworden ist.
    Vielen Dank für deine Inspiration, bis demnächst!
  • Mesut 1985  - Was ist Heimat? Heimat ist, wo man Willkommen ist
    Danke, jetzt vermisse ich die Heimat nochmehr..!
    Freut mich wirklich, dass eine deutsche mal das Wahre über die Türkei erzählt.
    Ich bin Kurde, der in Deutschland geboren und aufgewachsen ist. Jeden Tag kämpfe ich gegen die Vorurteile die uns Kurden/Türken vorgeworfen werden. Leider war und ist es in Deutschland immer noch so, dass immer das Negative aus einer Minderheit gezogen wird. Nicht alle Türken schlagen ihre Frauen oder zwingt die Tochter einen Kopftuch zu tragen. Nicht alle Türken sind zwangsverheiratet oder versprochen.. Oder sind arbeitslos und essen den ganzen Tag Döner..Das sind Sachen, die mich immer wieder so aufregen..
    Ich habe letztens eine Arbeitskollegin gefragt, ob sie türkische Freunde hat..sie hat mir geantwortet "ich bin doch nicht lebensmüde". Ich muss sagen, dass ich nicht glücklich bin in Deutschland und verfluche manchmal meine Eltern, dass sie hierher gekommen sind. Wir Kinder der 2. Generation haben es wirklich sehr schwer in Deutschland alle...
  • Fatma  - Geborgenheit unterstützt die sprachliche Entwicklu
    Hi Jenni,
    man wie schön und ungewohnt ist es, tolles über die Türkei von deutscher Seite zu hören..

    Du schreibst davon, wie schnell du türkisch gelernt hast. Kommt wohl davon, weil du dich in der türkischen Welt zufrieden und geborgen fands (was sich viele Türken in Deutschland nicht fühlen und es angeblich zu "Sprachverweigerung" kommt) und man dir auch das Recht im wahrsten Sinne des Wortes gegönnt hat, mit zu reden, weil du auch eine wichtige Meinung haben kannst. Das klappt hier im Lande leider noch nicht so gut..

    Ich freue mich zufällig "tevafukan" diese Seite gefunden zu haben...Auch wenn ich dich nicht kenne, wünsche ich dir alles alles Gute
    Allah`a ismarladik
    Fatma


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