Schüleraustausch für ein halbes oder ganzes Jahr bei Bedarf mit Stipendium

USA: Auch für Realschüler toll (Teil 1)

Nun sind auch schon gute drei Monate rum und es ist Zeit den ersten AFS-Bericht zu schreiben. Ich habe eine sehr nette Familie. Diese besteht aus einem Gastvater, einer Gastmutter und einer süßen Katze. Ich wohne in einem “kleinen“ Haus im Bundesstaat New Jersey in Morristown - für amerikanische Verhältnisse klein.

Aber nun zum Anfang meiner Reise. Am 14.8.09 habe ich meine Reise nach Amerika Dank der Kreuzberger Kinderstiftung angetreten. Um 6 Uhr haben wir uns am Flughafen Berlin-Tegel getroffen. Von dort aus ging es dann nach Frankfurt. Eigentlich wollte uns ein AFS-Betreuer abholen, das hat leider nicht geklappt. Mein Vater hatte mir glücklicherweise das Terminal und Gate aufgeschrieben. Somit haben wir unser Ziel noch rechtzeitig gefunden.USA_Jennifer-Koch_Kreuzberger-Kindersft_Familie_197 Von Frankfurt aus ging es dann auf direktem Weg nach New York zum Flughafen JFK. Dort wurden wir dann freudig begrüßt und ins Hotel gefahren. Als dann alle versammelt waren, wurden wir in Busse aufgeteilt und es ging ins erste Camp nach Princton.  Dort habe ich dann schon meine Gastmutter kennen gelernt, die die Leiterin vom AFS New Jersey ist. Das Camp ging von Samstag bis Sonntag. Zuhause angekommen, habe ich dann meine Sachen ausgepackt und wir haben uns etwas näher kennengelernt. Meinen Gastvater habe ich erst ein paar Tage später getroffen, weil dieser bei meiner Ankunft auf einem Rennfahrtrip war. Dann habe ich meine Gastgeschenke übergeben Ich hatte viel viel dunkle Schokolade für meine Gastmutter, weil sie Schokolade liebt. Dann hatte ich außerdem noch ein Puzzle vom Brandenburger Tor mit, was genauso gut ankam, und Berlin-Caps. Das Highlight war aber das Deutschkochbuch auf English. Das kam ziemlich gut an!!!!
Dann fing langsam der Alltag der Ferien an. Ich hatte bis zum 2.9.09 Ferien. In der Zeit haben wir ziemlich viel gemeinsam unternommen und ich habe New York etwas erkundet. Wir hatten auch eine Poolparty vom AFS, wo ich dann zum ersten Mal alle AFS Austauschschüler in New Jersey kennengelernt habe.

USA_Jennifer-Koch_Kreuzberger-Kindersftl_Fussball-121x300_197Dann kam der spannende Tag: Der erste Tag an einer amerikanischen High School war viel zu schnell vorbei. Eine Woche zuvor  hatte ich bereits meine Kurse belegt. Genauso habe ich in den Ferien auch schon mit Fußball begonnen. Das hat mir den Einstieg in die Schule leichter gemacht, da ich so schon Leute kannte. Die Schule macht Spaß und ich habe ziemlich nette Lehrer erwischt. Doch ein Vorurteil bleibt. Die amerikanische Schule ist bedeutend einfacher als die deutsche. In Mathe sitze ich nur da und frage mich, was die eigentlich die letzten Jahre gemacht haben. Wir diskutieren über die einfachsten Dinge fast ein Monat. Mit der Sprache komme ich hier ziemlich gut zurecht, genauso wie mit den Leuten an meiner Schule. Jeder kommt auf mich zu und fragt mich Sachen. Wenn ich mal die Fragen so zusammenziehe, dann werde ich zu 99% gefragt, ab welchem Alter man Trinken kann und ab wann man Autofahren darf. Die einzige Sache, die mir hier nicht gefällt ist, dass mir dauernd gesagt wird, dass jeder Deutsche ein Nazi ist. Das ist schon ziemlich  hart. Aber im Großen und Ganzem genieße ich das Leben in den USA. Wie ich schon erwähnt habe, spiele ich hier Fußball. Doch jetzt ist die Saison vorbei und ich muss mich nach einem Wintersport umgucken.  Wahrscheinlich werde ich jetzt Basketball spielen oder Fechten ausprobieren. Ich bin auch im Deutschklub. Dort kann ich ein paar Leuten etwas über Deutschland erzählen und wir gehen zusammen deutsch essen oder andere typische deutsche Sachen machen.

Vor ein paar Wochen hatten wir auch eine Herbst Orientierung vom AFS. Dort haben wir über unsere bisherigen Erfahrungen gesprochen. Die Betreuer hier waren selber leider nicht im Ausland und im Vergleich zu Deutschland ziemlich alt. Somit konnten sie leider nicht über ihre eigenen Erfahrungen reden. Das ist etwas schade. Aber sie organisieren viele Aktivitäten. Wie zum Beispiel die “Pumkin-Party“. Dort haben wir unseren Kürbissen lustige Gesichter geschnitzt. Das hat auch ziemlich viel Spaß gemacht. Doch der Höhepunkt war das „Homecoming“-Spiel. Unsere Mannschaft hat zwar mit einem Punkt verloren, war aber trotzdem eine schöne Atmosphäre. Die einzige Sorge, die ich gerade habe ist, dass meine Gastmutter zugleich auch die Leiterin von AFS New Jersey ist. Ich habe hier momentan keine Probleme, aber wenn ich mal welche bekommen sollte, dann habe ich keine “neutrale“ Person. All ihre besten Freunde arbeiten auch für AFS. Somit auch meine Betreuerin hier vor Ort. Ich habe etwas Bedenken, dass ich niemanden habe, mit denen ich dann meine Sorgen besprechen kann. Jeder erzählt mir aber, dass meine Gasteltern die Besten sind und ich mit ihnen keine Schwierigkeiten haben werde. Also hoffen wir mal, dass das auch so bleibt.

USA_Jennifer-Koch_Kreuzberger-Kindersft_Awayees_197Zum Schluss möchte ich noch einen Tipp an alle neuen AFSer senden. Lernt die Geschichte von Deutschland und erklärt sie den Leuten. Jetzt zur Zeit des Mauerfalls, werde ich ziemlich oft über die Ereignisse der Mauer gefragt. Es macht außerdem auch Spaß, wenn man jemand anderes etwas erklären kann und somit auch sein Land vorstellen kann. Jetzt muss ich auch aufhören zu schreiben, da ich noch ziemlich viele Hausaufgaben habe. Hier hat jedes Fach ein gefühltes 5kg Buch, wo man dann pro Tag min. 10 Seiten lesen darf. Das Summiert sich dann mit der Anzahl der Fächer schon ziemlich. Also macht es gut und ich wünsche allen neuen AFSern eine gute Reise. Nicht zu vergessen einen großen Dank an alle AFSer, welche mich für dieses Jahr vorbereitet haben. Das hat mir richtig viel geholfen. Auch noch mal ein großes Dankeschön an die Kreuzberger Kinderstiftung, die mir das Jahr mit einem Teilstipendium möglich gemacht hat und zu guter Letzt auch an meine Eltern und Ur-Großeltern, die den anderen Teil des Auslandsjahres finanziert haben.  DANKE VIELMALS!