Ich heiße Theresa, bin 16 Jahre alt und wohne in Marburg, in der Nähe von Frankfurt. Ich bin momentan in Belgien und lebe hier nun seit 4 Monaten bei einer tollen Gastfamilie.
Meine Gastfamilie besteht aus meinem Papa, meiner Mama, meinem Bruder und meinen 3 Schwestern. Ich lebe hier in einem großen Haus, welches echt schön ist. Ich habe ein eigenes, gemütliches Zimmer, was meine Mama für mich mit vielen pinken oder rosa Accessoires ausgestattet hat. Das finde ich total lieb. Meine Geschwister sind alle jünger als ich, aber das ist kein Problem, ich kann mit ihnen viel spielen und reden und sie bringen mir manchmal neue niederländische Wörter bei oder verbessern mich, wenn ich etwas falsch ausspreche. Das hilft mir sehr. Ich spreche nun schon ziemlich gut niederländisch, denke ich und nun beginne ich, verschiedene Dialekte zu lernen. Hier in Belgien gibt es viel verschiedene Dialekte. Da meine Gastfamilie aus Westflandern kommt, wir nun aber in Ostflandern wohnen, kann ich den Dialekt von Westflandern und Ostflandern lernen. Ich würde sehr gerne, am Ende des Austauschjahres die beiden Dialekte gut sprechen können. Das wird schon gut gehen.
Hier wohne ich in Ostflandern, in Brakel, das ist ein Dorf in der Nähe von Gent. Hier ist es sehr entspannt, ich kann mit dem Fahrrad zur Schule und auch in das Zentrum von Brakel fahren, um ein paar Geschäfte zu sehen. Die Kirche hier ist auch sehr schön und auch wenn ich nicht katholisch bin, besuche ich sie gerne um zu sehen, was es für Unterschiede zwischen katholischen und evangelischen Kirchen und Gottesdiensten gibt.
Meine Schule ist 1 km von meinem Zuhause entfernt und ich fahre gern jeden Morgen um 8:15 Uhr mit dem Fahrrad zur Schule, auch wenn es nun sehr kalt ist.
Ich besuche hier das 6. middelbar, was dem 12. Jahr in Deutschland entspricht, allerdings hat man hier nach 12 Jahren Schule schon sein Abitur. Ich mache mit meinen Klassenkameraden also ein belgisches Abitur. Im März plant meine Klasse eine riesengroße Party, wofür wir nun Sponsoren suchen. Die Party nennt man "100 Tage", weil es die letzten 100 Tage sind, wo sie in die Schule müssen.
Ich habe auch vor 5 Wochen meine Examen gehabt. Ich habe sie freiwillig mitgemacht und habe insgesamt 70% erreicht. Ich bin sehr stolz darauf, da ich erst 4 Monate hier bin!
In meiner Freizeit unternehmen wir viel in meiner Familie, in den Weihnachtsferien waren wir alle zusammen bei der "Samson en Gert - Show". Das ist sehr schön für kleine und auch große Kinder. Meine Familie kennt auch einen Schauspieler, der dort mitgespielt hat und so habe ich auch noch viele andere belgische Schauspieler getroffen. Das war sehr aufregend.
Auch mit Freunden aus meiner Schule unternehme ich gerne etwas. Jeden Freitag gehen wir zusammen nach der Schule in ein Jugendhaus, wo wir zusammen das Wochenende starten. Dort habe ich noch viele andere Menschen kennen gelernt und jeder weiß inzwischen, dass ich aus Deutschland komme. Alle finden es interessant, mich Deutsch sprechen zu hören, weil sie es selbst auch an der Schule lernen. Ich habe noch nicht oft jemanden perfekt Deutsch sprechen hören, wobei ich gestehen muss, dass ich selbst viel von meinem Deutsch verlernt habe. Ich mache so viele Grammatikfehler und Satzbaufehler. Das kommt daher, dass die niederländische und deutsche Grammatik beinahe gleich ist, aber doch ein paar Unterschiede bestehen. Mein Deutsch wird wohl erst wieder besser, wenn ich zurückkehre, hoffe ich ;-)
Viele Menschen, die ich kenne, Familie oder Freunde, haben gesagt, dass Belgien so ist wie Deutschland, nur weil es eines der Nachbarländer ist und nicht viele Menschen etwas über Belgien wissen! Sicher stimmt das nicht, Belgien ist in vielen Dingen anders, zum Beispiel was das Essen betrifft. Es gibt viel Fisch, Fleisch, Fritten und Schokolade. Ich bin in 4 Monaten sicher einige Kilo schwerer geworden, es schmeckt einfach zu gut! Aber da mache ich mir keine Sorgen, das wird wieder besser, denn im Februar beginne ich mit einem Spinning - Kurs, hier in einer Sporthalle.
Ich habe so viele Erfahrungen gesammelt und bin so froh, dass ich mir Belgien als Land ausgesucht habe. Hier spricht man meine Lieblingssprache und es ist eigentlich genauso, wie ich es mir gewünscht habe, eine supertolle Familie, ein schönes Dorf, eine tolle Schule, nette Menschen, viele Freunde und gutes Essen ;-) Ich habe hier sehr viel gelernt. In Deutschland lebe ich allein mit meiner Mama in einer kleinen Wohnung, hier habe ich 4 Geschwister, ein großes Haus und viele Tiere. Das ist eine Umstellung, aber eine tolle und schöne! So kann ich viele Erfahrungen sammeln und viel lernen.
Manchmal gibt es Stress oder es treten schwierige Situationen auf, aber damit muss man rechnen und so lernt man, Probleme zu bewältigen und gut nachzudenken, bevor man etwas tut. Sollte das einmal nicht klappen und es geht etwas schief, lernt man auch aus so etwas.
Ich hoffe, dass mein Bericht gut ist und dass man ihn trotz meinem schlecht gewordenen Deutsch noch verstehen kann. Ich schäme mich echt, dass ich manchmal nicht mehr weiß, was ein Wort auf Deutsch heißt, mir fällt meistens das niederländische ein. Das ist mir ein bisschen peinlich.
Ich will noch an AFS ein dickes Dankeschön sagen, dass sie mich in diesem Austauschjahr, welches sehr wichtig für mich ist, unterstützt haben und es ermöglicht haben. Danke für das Stipendium und alles, was ich durch das Austauschjahr gelernt habe und noch lernen werde. Ich habe noch 7 spannende Monate vor mir und ich werde das Beste daraus machen. Ich weiß dass ich so etwas nicht mehr erleben werde und dass ich so etwas niemals vergessen kann, das ist ein einmaliges Erlebnis, was man selber mitmachen muss, um es zu verstehen und nachvollziehen zu können.
Dankeschön an AFS, nachträglich noch ein frohes, neues Jahr! Liebe Grüße. |
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bis dann (hfftl) ;)
jonna