UNGARN: Meine Klasse kam sogar zum Skifahren nach Deuschland!
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Geschrieben von: Quirin, Ungarn 2004/05
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Schon als ich zum ersten Mal mit AFS in Berührung kam, war ich begeistert. Junge, motivierte Leute, die mich mit viel Elan durch ihre Vorträge in andere Länder entführten. Ich bewunderte sie. Mit ihrer Aufgeschlossenheit und ihrer Toleranz beeindruckten sie mich. „Ich will auch mal so werden!“, dachte ich mir. Und seitdem war ich mit AFS als Austauschschüler in Ungarn und engagiere mich nun ehrenamtlich, um anderen das zu ermöglichen, was mir AFS ermöglicht hat und was ich gerne weitergeben und teilen möchte. Im September werde ich ein FSJ in London beginnen, um auch mal in eine andere Ecke der Welt zu kommen und mich nicht zu sehr auf eine zu konzentrieren. Ich durfte also mit AFS die einmalige Chance wahrnehmen, in ein Land und eine Kultur einzutauchen, in der der Schüleraustausch noch etwas sehr Besonderes ist. Das war wohl das größte Abenteuer und die schwierigste Herausforderung! Doch ich nahm sie gerne mit Unterstützung von AFS auf mich.
Die ungarische Kultur faszinierte mich und so kam es dann schließlich dazu, dass sich meine ungarische Klasse sogar entschloss mit mir in meine Heimat nach Oberammergau zum Skifahren zu kommen! Was für eine Idee! Selbst für AFS war das neu, der mich aber sofort unterstützte und seine Hilfe anbot. Doch mein Entschluss stand fest, mit meiner ungarischen Deutschlehrerin, mit der ich heute noch in Kontakt bin, plante ich ein Programm und organisierte die Reise. Doch wo sollten meine Klassenkameraden schlafen? In einem Hotel? Zu teuer. Die Idee, meine Klassenkameraden in Gastfamilien unterzubringen, war geboren. Ich rief meine Eltern an und sie machten sich sofort daran, unsere Bekannten und Verwandten davon zu überzeugen, einen ungarischen Gastschüler für eine Woche bei sich aufzunehmen: Es war keine leichte Aufgabe doch schließlich und endlich gelange es, für jeden Schüler eine Familie zu finden. Insgesamt mussten immerhin fast dreißig Schüler in Oberammergau Platz finden! Zum Glück sprach sich die Idee schnell herum und so konnte sogar eine Schülerin bei unserem Bürgermeister wohnen. Die Freude über die frohe Botschaft war groß in Ungarn. Alle warteten nur noch auf den Abreisetermin. AFS unterstützte mich tatkräftig und organisierte vieles für mich. In Oberammergau angekommen, war die Spannung groß. Welche Familie würde ich bekommen? Als dann alle Schüler verteilt waren, konnte unser Skiausflug seinen Lauf nehmen. Meine Eltern fungierten als Skilehrer und auch die Gemeinde unterstützte uns mit verbilligten Tarifen. Der ganze Ort sprach nur noch von „den Ungarn“. Und als dann unserer ungarischer Bus in den Schneemassen stecken blieb und es weder vorwärts noch rückwärts ging, war in kurzer Zeit ein Traktor vom Ort zur Stelle und half, den ungarischen Koloss zu befreien. Ein solches Ausmaß an Solidarität hat mich schwer begeistert! Auch meine Schule sicherte ihr Engagement zu und stellte Lehrer ab, die meine ungarische Klasse mit Freude durch das Schulgebäude führten und sogar unser Direktor richtete das Wort an uns. Ich war begeistert! Der Ausflug hat meine Erwartungen übertroffen und ich bin sehr glücklich darüber, dass sogar heute noch Familien Kontakte nach Ungarn aufrechterhalten!
AFS hat mir geholfen, Verständigung und Versöhnung wahrzunehmen, zu erkennen und schließlich zu fördern. Ohne AFS und dessen Mithilfe wäre das alles so nicht möglich gewesen.
Quirin, Ungarn, 2004/05
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