Ich bin jetzt schon ein halbes Jahr in den USA nachdem ich zu Beginn keine Familie gefunden hatte, wurde ich zu einem allein stehenden Hostvater geschickt. Bei ihm habe ich die ersten Monate verbracht, da er nur eine Willkommensfamilie war. Nachdem ich dann meine Freunde in der Schule gemacht hatte, was ziemlich schnell ging, kam ich ins Gespräch mit meinem jetzigen Hostbruder. Nachdem wir dann öfter was zusammen unternommen haben, hatte er mich gefragt, ob ich gerne mit ihm wohnen würde, dass hatte mich natürlich sehr gefreut und habe ja gesagt. Eine Woche später wohnte ich auch schon mit ihm zusammen.
In der Schule habe ich die so genannten Try-outs für das Fußball-Team gemeistert und die beiden Trainer, Mr. Adams und Mr. Fletscher, waren froh, wieder einen Spieler zu haben der von Fußball begeistert ist. Im Jahr 2008 wurde meine Schule in Fußball State Champion und zweiten Platz in der Conference. Natürlich wollten wir das noch mal versuchen, dies klappte jedoch nicht ganz wie geplant. In der 2. Runde des Turniers sind wir leider gescheitert an zu viel Pech und zu wenig Glück mit einem 2:3. Alle waren jedoch trotzdem stolz auf das Team, da wir eine super Saison gespielt hatten und wenigstens Conference Champion wurden. In der Schule habe ich sehr schnell viele Freunde gefunden, alleine durch das Fußball-Team hatte ich schon um die 25 Freunde und das in der ersten Woche. In der zweiten Woche kannte mich auf jeden Fall schon jeder. Die Schule ist für mich auch viel einfacher in den USA als in Deutschland.
Meine Familie unternimmt mit mir so gut wie jedes Wochenende etwas, wenn sie Zeit haben. Ansonsten ist da mein Hostbruder, der mit mir was unternimmt oder andere Freunde. Die USA ist soweit genauso wie ich sie mir vorgestellt hatte, da ich schon mal in den USA war und wusste, wie es so aussieht, konnte ich mir schon mal ein Bild machen. Jedoch gibt es da auch einige Dinge, die mich überrascht hatten, zum Beispiel das Schulsystem, dass die Schüler ihre Fächer alleine auswählen können und nicht vorgegeben werden. Was mir sehr gut gefällt ist, dass man auch Sportclubs in der Schule hat. Die Sportclubs sind in den Schulen so was wie eine Anerkennung bei den Mitschülern, kannst du einer Sportart und auch noch gut, dann möchte jeder mit dir befreundet sein.
Ich habe die Sportarten Fußball, Wrestling und Track gewählt, die ich machen werde. Die Lehrer in der Schule sind alle sehr nett und manchmal kann man sagen, dass sie schon wie Freunde sind. Viele der Lehrer sind auch nicht ziemlich alt, das mag wohl auch daran liegen. Mit meinem Hostbruder Delon O’Neil bin ich am besten befreundet, dass mag wohl auch daran liegen, dass wie die meiste Zeit zusammen verbringen.
Im November war mein Geburtstag, da hat meine Familie eine große Überraschungsparty geschmissen. Am selben Tag war auch Thanksgiving, deshalb habe ich nicht geglaubt, dass sie für mich eine Überraschungsparty machen. Thanksgiving. Thanksgiving ist ein Nationalfeiertag, man kann es einigermaßen mit dem Erntedankfest in Deutschland vergleichen. Thanksgiving ist das wichtigste Familienfest, bei mir im Haus war die ganze Familie.
Was mir auch sehr gefällt ist, dass man nicht nur die USA besser kennen lernt sondern auch andere Länder, da man mehrere Exchange Students hat in seiner Schule zumindest meistens. In meiner Schule habe ich einen weiteren Schüler aus Chile, er hat mir schon sehr viel erzählt, des weiteren habe ich auch ein Mädchen aus Belgien. Was mir persönlich sehr gefällt, ist das man den Schülern & Lehrern viel über das eigene Land erzählen kann und es macht Spaß, da sie auch sehr Interessiert sind. Was mir sehr gut gefällt ist auch, dass AFS USA viele Meetings machen, sodass man auch erfahren kann was andere für Erfahrungen derzeit machen. Ich habe nur von guten Erfahrungen gehört. Ich persönlich mache auch nur gute Erfahrungen in den USA vom so genannten Kulturschock habe ich auch nichts gemerkt, obwohl mit immer alle gesagt haben du wirst auf jeden Fall erstmal einen Kulturschock haben, wenn du in die USA fährst.
Mit meiner Familie und anderen AFS-Studenten war ich auch in Kalahari, dass ist ein großer Wasserpark. Zum neuen Jahr hatten wir dann eine sehr große Party in unserem Haus mit all den Freunden, die eben kommen konnten. Was ich schade fand war, dass wir hier kein Feuerwerk hatten wie in Deutschland, was doch eigentlich zu Silvester gehört, dachte ich zumindest. Nachdem wir dann Silvester gefeiert hatten, sind wir für 1 Woche auf einen Skitrip gegangen. Ich und meine Hostbrüder sind Snowboard gefahren, dies war eine lustige und tolle Erfahrung, da ich vorher nur 1-mal auf einen Snowboard gestanden habe und das war schon einige Jahre her. Ich habe jedoch sehr schnell gelernt wie das mit dem Snowboard funktioniert nachdem sie mir einige Tipps gegeben haben. Nach nur einem Tag war das dann schon wie perfekt. Im Sommer will meine Familie mit mir nach Disneyland was mich sehr freuen würde wenn es klappt, da ich noch nie in einem Disneyland war.
Was ich mir noch erwarte von meinem Austauschjahr ist, dass ich vielleicht noch mit meiner Familie etwas rumreise in den USA, am liebsten würde ich doch noch nach New York. Das Essen ist in den USA in meiner Familie International, also nicht nur Fastfood wie man doch immer denkt, wenn man das Wort Amerika hört. In meinem Ort habe ich auch noch keinen Übergewichtigen gesehen, aber das man an Gewicht zunimmt hatte sich bei mir auch schon bestätigt, dies ist jedoch auch kein Wunder da hier eigentlich bei jeder Highway ausfahrt ein McDonalds BurgerKing oder andere Fastfood Geschäfte zusehen sind.
Derzeit läuft hier die Basketball Saison, die läuft nicht all zu gut für unsere Jungs. Was mir aber gefällt ist, dass die Schule immer noch zusammenhält und jeder zu den Heimspielen geht. Bei den Auswärtsspielen kommen dann alle, die schon ihren Führerschein haben, da man ja schon in den USA den Führerschein mit 16 machen kann. Oft kommen dann auch ein paar, die noch nicht Fahren können, da diese dann vielleicht Freunde haben die schon Fahren können. Der Winter ist hier in Wisconsin sehr kalt, dies wurde mir auch schon gesagt, bevor der Winter kam. Ich dachte dann immer soviel kälter wird’s bestimmt nicht, aber da hatte ich mich getäuscht an manchen Tagen werden bis zu -20°C. Was für mich eine große Veränderung war ist, dass in den USA die Temperatur mit Fahrenheit gemacht wird, da ich nie wusste, wann ist denn nun etwas kalt und wann warm. Eine weitere Veränderung war, dass man hier eine andere Maßeinheit ist. Daran hatte ich in den ersten Wochen gar nicht gedacht und hatte immer von Metern gesprochen, bis mir jemand gesagt hat das sie hier keine Meter benutzen sondern Feet und Co. Dieses System habe ich immer noch nicht komplett verstanden, da es für mich viel komplizierter ist.
Was mir sehr gefällt ist, dass man jetzt in den Filmen die Originalstimmen hat und nicht mehr die geänderte in die deutsche Version und die Sendungen eigentlich alle die selben sind wie in Deutschland bis auf einige.
Ich möchte mich herzlich bei AFS und der Kreuzberger Kinderstiftung bedanken die dieses Austauschjahr möglich gemacht haben.
Jason, USA 2009/10 Stipendium von Kreuzberger Kinderstiftung
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