BRASILIEN: Gelassenheit und Zusammenhalt |
| Geschrieben von: Christopher, Brasilien 2010/11 |
|
Hallo Leute, Ich bin Christopher und mache zurzeit mein Austauschjahr in Campinas, Brasilien. Ich werde euch über meine bisherigen Monate berichten und an meinen Erlebnissen in Brasilien teilhaben lassen. Am Besten ich beginne mit meiner Ankunft. Ein entspannter Start Beim ersten Treffen mit meiner Gastfamilie war ich sofort überrascht, wie freundlich man aufgenommen wird. Ein Kuss hier und ein Kuss da. Auf dem Weg nach Hause gab es dann bereits die erste Lektion Portugiesisch für mich. Meine Gastmutter hat mir einfach ein paar leichte Wörter beigebracht, die ich unglücklicherweise nach einer Stunde wieder vergessen hatte. Die nächsten Tage waren relativ entspannt und ich konnte die ganze Familie Stück für Stück kennen lernen und mich an das neue Essen gewöhnen. Es war wie Urlaub. Nach einer Woche ging es dann in die Schule - in Schuluniform und mit dem Schulbus! Meine Klasse war extrem klein und auch der Unterricht war anfangs eher uninteressant, weil es einfach zu schwer für mich war ohne gute Sprachkenntnisse. Aber ich habe ganz schnell meinen Alltag gefunden. Dieser sieht wie folgt aus: aufstehen und Schule, Mittagessen und Fitnessstudio, zuhause mit der Familie irgendetwas unternehmen/Karten spielen/fernsehen und dann das gemeinsame Abendessen. Das hört sich anfangs vielleicht langweilig an, aber es ist doch sehr spannend, weil man immer etwas Neues lernt. Tipps zum Leute kennen lernen Leider muss ich sagen, dass eine kleine Schule den großen Nachteil hat, dass man nicht viele Leute kennen lernt und wenn die Schule wie bei mir im nächsten Stadtteil ist, hat man auch noch eine große Distanz. Also muss man auch bei sich in der Gegend Leute kennen lernen. Meine Tipps für andere Austauschschüler wären, sich einen Sport zu suchen oder in einen „Club“ zu gehen. Diese Clubs sind eine nette Abwechslung. Man kann sie sich die wie Privatclubs aus dem Fernsehen vorstellen mit Fußballplätzen und Golfplätzen und so weiter. Dort kann man eigentlich immer jemanden finden. Viele brasilianische Jugendliche gehen gemeinsam shoppen, ins Kino und treiben Sport. Abends geht man dann auch mal gerne tanzen auf Festen von Freunden oder ähnliches. Man hat eigentlich immer etwas zu tun, wenn man die Leute dafür kennt. Also bemüht euch darum. Auch wenn es etwas länger dauert, wie zum Beispiel bei mir, sollte man immer wieder neue Leute kennen lernen. Weihnachten: Feiern mit 40 Leuten Kommen wir jetzt mal zu einem der schönsten Teile des Auslandsjahres: Weihnachten. Ich muss sag Das Essen war auch ziemlich lecker. Jede Familie hat dazu etwas beigetragen und ich, der Deutsche, einen deutschen Nudelsalat. Der kam bei allen super an. Nach Heiligabend ging es die nächsten zwei Tage weiter mit dem feiern. Die ganze Familie kam wieder ins Haus und es wurde Karten gespielt und geredet. Außerdem muss ich sagen, dass Weihnachten bei 35 Grad einem ziemlich zu schaffen machen kann. Der Alltag ist anders Nach und nach merkt man doch viele Unterschiede zwischen Deutschland und Brasilien, besonders was das Familienleben, die Schule und Freizeitaktivitäten angeht. Es gibt Dinge im Alltag, die sehr anders sind als in Deutschland. Zum Beispiel duscht man jeden Tag zwei drei Mal und meine Familie isst vier Mal am Tag (Frühstück, Mittag, Kaffee und Kuchen und Abendessen). Im Laufe der Zeit sind diese Dinge für mich normal geworden, aber am Anfang war es sehr komisch sich umzustellen. Gelassenheit und Zusammenhalt in Brasilien Ich weiß meine Familie durch das Familienleben hier mehr zu schätzen. Man sollte echt dankbar sein für das, was die Gasteltern für einen tun. Außerdem glaube ich, dass ich reifer und erwachsener geworden bin. Ich habe angefangen viel über die Zukunft nachzudenken und Dinge ganz anders zu sehen. Und ich bin um einiges gelassener geworden. Ich lasse mich einfach nicht mehr stressen, weil es unnötig ist. In Brasilien macht mir das Leben totalen Spaß. Mit der Familie und bei der Wärme ist es einfach schön. Man merkt, dass die Leute nicht so negativ denken, sondern einfach versuchen alles positiv zu sehen und das macht mir Freude. Zum Schluss möchte ich meinen „Nachfolgern“ noch ein paar Tipps geben:
Ich möchte mich noch für den AFS-Teilstipendienfonds bedanken, da ohne den mein Auslandsjahr nicht möglich gewesen wäre. Ich bin sehr dankbar, dass AFS es mir ermöglicht hat. Christopher, Brasilien 2010/11 |
|
|