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5 months Down Under in Perth

Annika, Australien, 2014, CSP

Am 17. Juli 2014 begann für mich mein bis jetzt größtes Abenteuer Australien. Nach ca. 20 Stunden kam ich an in Perth, meinem neuen Zuhause. Ich wurde sehr herzlich empfangen von meinem Gastvater Peter und meiner Gastschwester Ellen, die mir auch gleich ihre Stadt gezeigt haben und mir auch während der Zeit alles erklärten und mir die australische Kultur näher gebracht haben z.B. mit einer echt australischen Geburtstagsparty. Meine Gastmutter Carol habe ich erst 3 Monate später kennengelernt.

Ich hatte nicht viele Erwartungen was in Australien anders sein könnte, trotzdem hatte ich mich auf viel Sonnenschein und warme bis heiße Temperaturen gefreut, dem war aber am Anfang leider nicht so. Ich wusste zwar, dass es Winter in Australien ist, trotzdem habe ich nicht damit gerechnet, dass ich 2 Monate einen Pullover tragen werde und wir am Wochenende nicht zum Strand gehen können, weil es ständig regnet. Dafür wurde es dann im November und Dezember richtig heiß, sodass ich mir beim surfen meinen schlimmsten Sonnenbrand bis jetzt geholt habe.

Australier sind meistens sehr offen und helfen einem auch gerne weiter, wenn man z.B. planlos durch die Stadt irrt. In Perth sind viele verschiedene Kulturen vertreten und Menschen, die in Perth geboren und aufgewachsen sind, gibt es nur sehr wenige. Die meisten sind aus anderen Ländern oder der Ostküste zugezogen. Das merkt man auch schnell am Essen, da es dort fast alles aus allen möglichen Ländern gibt, aber vor allem asiatisch. Deswegen gibt es auch keine wirkliche australische Küche, nur auf Tim Tams sind die Australier wirklich stolz, da dieser leckere Schokokeks tatsächlich aus Australien kommt.

Mein Projekt: Ein Krankenhaus für Wildtiere

Mein Projekt war etwas außerhalb von Perth und dadurch mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwer zu erreichen. Von der Bushaltestelle zum Projekt habe ich auch immer eine Mitfahrgelegenheit gebraucht, was aber nie ein Problem war und sich immer jemand gefunden hat, der mich mitgenommen hat. Mein Projekt war ein Krankenhaus und Rehabilitationszentrum für australische Wildtiere. Das Konzept war, dass jeder ein verletztes Wildtier vorbeibringen konnte und wir es versorgt haben, um es dann wieder frei zu lassen. Das alles begann bei einer Frau im Garten, doch das Projekt ist mittlerweile so groß geworden, dass sie umgezogen sind in ein großes Haus mit viel freier Fläche. Es ist jetzt auch nicht mehr nur ein Krankenhaus, sondern beherbergt auch ein Reptilienhaus und viele Gehege mit einheimischen Tieren, die aus verschiedenen Gründen in der freien Wildbahn nicht mehr überleben würden (z.B. Alter oder Krankheit). Zwei von diesen Tierarten sind vom Aussterben bedroht und man versucht ihre Kinder wieder auszuwildern, um so den Bestand zu sichern.

Unter der Woche kommen deswegen Schulklassen, die sich diese Tiere anschauen, da die meisten Australier sie gar nicht kennen. Das habe ich auch gemerkt, als ich meiner Gastfamilie von meiner Arbeit erzählt habe und diese mich fragten, wie denn die Tiere überhaupt aussehen.

Am Anfang als ich in das Projekt gekommen bin, gab es nicht wirklich viel zu tun, weil einfach zu dieser Zeit im Jahr nie viele Tiere im Krankenhaus waren, wodurch ich mich auch etwas nutzlos gefühlt habe. Zwei Monate später war das Krankenhaus dann aber richtig voll. Mein Projekt hat mir davor schon sehr gefallen, doch ab diesem Zeitpunkt hab ich es geliebt und war sehr froh dort zu sein. Es war ein unglaubliche Erfahrung wilden Tieren so nahe zu kommen und sie kennen zu lernen. Nach einer Weile erkennt man auch, wie jede Vogelart ihren eigenen Charakter hat und wie sich ein gesundes Tier im Gegensatz zu einem kranken Tier verhält. Ich werde auch nie vergessen wie ich Babyvögel mit einer Pinzette gefüttert habe und wie ich dem müden Boodi eine Nuss vorbeigebracht habe, als ich sein Gehege frisch gemacht habe. Natürlich musste ich auch viel Essen für die Tiere klein schneiden oder putzen z.B. dreckiges Geschirr oder einen Käfig. Doch es hat mir eigentlich nie etwas ausgemacht, weil ich wusste wofür ich es tat und da oft etwas neues Spannendes passiert ist, was das ganze Putzen in den Schatten gestellt hat

Die Menschen, die dort arbeiten, sind alle sehr nett und jede Schicht ist besonders. Bei den Tee- und Kaffeepausen redet man viel über Tierschutz und gemeinsame Projekte, die man starten könnte, um dem Ganzen zu helfen. Jedem ist dies eigentlich sehr wichtig und man wird auch schnell mit eingebunden und aufgenommen. Der Abschied ist mir deswegen sehr schwer gefallen, da ich mich mit vielen Leuten angefreundet habe und mir auch die ganzen Tiere ans Herz gewachsen sind. Ich vermisse mein Projekt sehr.

AFS-Betreuung

Ein weiteres Highlight in Australien war die Nordsafari von AFS. Diese findet jedes Jahr statt für Freiwillige und Austauschschüler von AFS in Australien. Wir sind für ein paar Tage mit einem Bus von Perth aus in den Norden von Westaustralien gefahren. Wir haben z.B. eine Miene besichtigt, sind in Grotten gewandert und geschwommen und an den schönsten Stränden geschnorchelt. Man hat das Outback kennengelernt und bei gemeinsamen Lagerfeuern war die Stimmung auch immer gut. Unser Reiseleiter Therry wusste eine Menge und hat uns auch immer viel erklärt und so kam es, dass nach dem Besuch eines Haiaquariums manche sogar Meeresbiologie studieren wollten. Wer Glück hatte, konnte sogar noch in Monkey Maia einen Delphin füttern. Der Abschied fiel schwer, da wir als Gruppe sehr zusammengewachsen sind und uns beim Essen auch die verschiedenen Sprachen beigebracht haben.

AFS Australien erschien mir etwas unorganisierter als AFS Deutschland, doch ein wirklich ernsthaftes Problem hatte ich zum Glück nie, sodass ich die Hilfe von AFS eigentlich nicht benötigt habe.

Sprache

Mit der Sprache bin ich auch gut zurecht gekommen, da die Australier zwar einen Akzent haben, dieser aber zu verstehen ist. Am Anfang fiel es mir schwer Gruppengesprächen zu folgen, doch man gewöhnt sich schnell an das Englische und bald ist auch dies kein Problem mehr. Nach 3 bis 4 Wochen habe ich auch angefangen auf Englisch zu träumen und zu denken, da ich fast nie Deutsch geredet habe. Mein Englisch ist durch dieses halbe Jahr viel flüssiger geworden, was mir auch die Leute in meinem Projekt bestätigt haben.

Auch an den Wochenenden habe ich Englisch geredet, da ich immer mit Leuten von AFS unterwegs war und da in unserer Gruppe mit 2 Deutschen, 1 Schweizerin und 2 aus Costa Rica Englisch die einzige Sprache war, die jeder verstanden hat. Während der gemeinsamen Zeit haben wir Perth vom Süden bis zum Norden erkundet und hatten viel Spaß z.B. auf Rottnest Island oder beim Color run. Reisen durch Australien war ich erst nach meiner Zeit mit AFS.

Fazit

Alles in allem hat mir mein halbes Jahr sehr gut gefallen und ich würde es auch nochmal machen, wahrscheinlich aber länger. Ich vermisse die Leute dort und auch meine Tiere. Man wird dadurch sehr schnell eigenständig und wächst über sich hinaus, was einem erst gar nicht auffällt, aber was man von vielen Leuten, die man erst 5 Monate kennt, gesagt bekommt. Man lernt sehr viel über sich selbst und es gibt Punkte, an denen man über sich ins Grübeln kommt. Ein Auslandsaufenthalt ist auf jeden Fall eine tolle Erfahrung, bei der man etwas für sein Leben gewinnt.