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Diese Familie ist das Beste, was mir bisher widerfahren ist

Maximilian, Brasilien, 2012/13,

Olá ich heiße Max und war vom 3. August 2012 bis zum 22. August 2013 in Curitiba, Brasilien. Vorweg stelle ich fest, dass dieses einmalige Auslandsjahr zu meinen schönsten Erfahrungen meines bisherigen Lebens zählt. Das habe ich meiner großartigen Gastfamilie zu verdanken. Ich wurde sehr herzlich und wie ein richtiges Familienmitglied aufgenommen.

Meine Gastfamilie

Gerade heute haben wir wieder geskypt und die Wärme und Empathie war unverändert. Sie möchten, dass ich sie wieder besuche, spätestens zur Fußball WM. Sie sagen, dass die Zeit mit mir auch ihr Leben nachhaltig verändert hat und sie glücklich macht. Und mir geht es genauso. Meine Gastfamilie hat keine Mühen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten Kosten gescheut, um mir einen unvergesslichen Aufenthalt zu ermöglichen. Das Zimmer, das ich mir mit meinem Gastbruder Jorge geteilt habe, wurde eigens für meinen Besuch umgestaltet, ein Bett und ein Regal wurden für mich gekauft. Beides steht noch heute dort und wartet auf meine Rückkehr.

Land und Leute

Brasilien ist ein sehr facettenreiches Land, was je nach Stadt, Staat total unterschiedlich ist und die Brasilianer sind die gelassensten Menschen, denen ich je begegnet bin. Das wirkte sich günstig auf meine eigene innere Unruhe aus. Die Brasilianer sind unabhängig von ihrem finanziellen Status sehr freundliche, fröhliche und unkomplizierte Menschen. Es gefällt mir sehr, dass es in Brasilien nicht so gezwungen zu geht, es ist sehr entspannt und man kommt schnell ins Gespräch und schließt schnell Freundschaften.

Der Umweltschutz spielt immer noch eine untergeordnete Rolle, obwohl sich ein Verständnis dafür entwickelt. Automotoren laufen wie selbstverständlich, ohne, dass das Fahrzeug bewegt wird. Autoreifen und Abfälle werden verbrannt. Ebenso wird der Rasen nicht gemäht sondern verbrannt, aber hier gibt es schon Verbesserungen. Inzwischen weiden Schafe auf einigen Wiesen. Plastiktüten gibt es für jeden Einkauf und sei er noch so klein.

In Sao Paulo ist die Schmutzglocke gut vom Flugzeug aus zu sehen. Der Autoverkehr dort kommt oft zum Erliegen. Mittlerweile versucht man den Verkehr durch ein sinnvolles Straßensystem in den Griff zu bekommen. Die Kinder der Reichen in Sao Paulo fliegen mittlerweile mit eigenen Helikoptern zur Schule, es gibt auf vielen Dächern eigens für diesen Zweck Hubschrauberlandeplätze. In Curitiba sind die Busse mittlerweile nach hohen Umweltstandards ausgestattet.

Ich habe die Copacabana gesehen, ich war in Sao Paulo und im Dschungel bei der deutschen Großmutter. Überall wurde ich selbstverständlich und herzlich empfangen, eine Kultur, die ihres gleichen in Deutschland sucht.

Meine Schule

Ich habe während meines Aufenthaltes zwei Schulen besucht. Das Colegio Estadual Julia Wanderley ist eine staatliche Schule die ich bis Februar 2013 besucht habe. Leider war das Lernpensum auf dieser Schule gering, so dass ich in meinem eigenen Interesse einen Schulwechsel erfolgreich angestrebt habe. Ab Februar habe ich dann bis zu meiner Rückkehr nach Berlin die Privatschule Colegio Marista besucht. Hier habe ich auch die entscheidenden Sprachfortschritte erlangt. So ich am Ende meines Aufenthaltes portugiesisch gut in Wort und ausreichend in Schrift beherrscht habe.

Essen

Die Brasilianer haben ein ausgeprägtes Familienverständnis. Alles wird zusammen gemacht. Das abendliche Fernsehen ebenso wie der Wocheneinkauf. Am Wochenende gab es oft auch in Gesellschaft der unmittelbaren Nachbarschaft Churrasco, Brasilianisches Barbecue. Unter der Woche gab es Reis mit Bohnen, die mich nach einiger Zeit so verdrießlich machten, dass ich hin und wieder deutsches Essen gekocht habe, was meiner Gastfamilie auch gut geschmeckt hat. Allerdings ist das eine Frage des Geldes. In Brasilien sind die Preise mitunter höher als in Deutschland und das erklärt auch, warum der Speiseplan unter der Woche ziemlich eintönig war. Aber all das verstärkte noch meine Begeisterung für meine Gastfamilie, denn trotz ihres finanziell überschaubaren Spielraums haben sie mich ein Jahr lang mit ernährt. Das war das schönste Geschenk, was man mir machen konnte.

Weihnachten in Brasilien

Weihnachten in Brasilien ist ein schönes Fest, was in den Straßen mit viel Aufwand illuminierte Theateraufführungen mit klassischer Musik gefeiert wird, so dass jeder dabei sein kann. In der Familie wird es zusammen mit den Nachbarn gefeiert. Man wichtelt, das heißt, es wird reihum verschenkt, was aus dem eigenen Haushalt stammt. Es war ein schönes Fest trotz der warmen Temperaturen.

Kürzlich hat meine Gastmutter Monica mir auf Facebook folgende Nachricht gemailt: ‚Max, hast Du Hunger? Essen ist fertig‘ mit einem Foto von einem leckeren Mittagessen. Diese Familie ist das Beste, was mir bisher widerfahren ist und ich bin unglaublich dankbar dafür, dass ich es war, der diese Erfahrung machen durfte.

Allen zukünftigen AFSern kann ich nur sagen, es ist die beste Entscheidung, ins Ausland zu gehen.