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Eine unvergessliche Erfahrung

Helena, China, 2015, Mercator (Kurzeittaustausch)

Mitte Februar 2016 ist meine chinesische Austauschpartnerin zu uns in die Familie gekommen. Als wir sie in Heidelberg abgeholt haben, hat sie mich gleich umarmt. Zuhause angekommen hatte sie nur ein Wochenende, um sich einzugewöhnen bis die Schule anfing. Schon der Schulweg war für meine Austauschpartnerin ein echtes Erlebnis, weil wir mit Bus und Bahn gefahren sind und sie das überhaupt nicht kannte. Nachmittags haben wir dann Köln erkundet, waren Einkaufen oder haben ein chinesisches Neujahrsfest besucht. Wir waren häufig zusammen Shoppen, was uns beiden Spaß gemacht hat. Die letzten zwei Wochen ihres Aufenthalts in Deutschland hatten wir Osterferien, und wir sind für ein eineinhalb Wochen nach Paris und London gereist.

Meine ersten Tage in China

Von August bis Oktober 2016 bin ich mit neun weiteren deutschen Jungen und Mädchen voller Vorfreude zum Gegenbesuch nach Peking losgeflogen. Dort haben wir in der ersten Woche einen Chinesisch Sprachkurs besucht, in dem wir erste Sätze zur Begrüßung, Verabschiedung, Bestellen im Restaurant und sogar Verhandeln gelernt haben. Nachmittags haben wir mit einem englischsprachigen Guide Pekings Sehenswürdigkeiten besucht, unter anderem den Sommerpalast des Kaisers und die Chinesische Mauer. Abends durften wir selbst in Restaurants oder Imbisse gehen und auch selbst bestellen. So hatten wir eine erste Möglichkeit unser Chinesisch zu üben und haben uns auch an das chinesische Essen gewöhnt.

Das Leben mit meiner chinesischen Gastfamilie

Als ich zu meiner Gastfamilie nach Shanghai geflogen bin, war ich ziemlich aufgeregt, da ich meine Gasteltern endlich treffen würde. Ich habe mich auch gefreut meine Austauschpartnerin wieder zu treffen, mit der ich mich bisher gut verstanden hatte. Zwei Tage später sind wir auch gleich in den Urlaub geflogen, denn es waren noch Ferien. Wir waren eine Woche in Xi’an, was mich sehr gefreut hat, da ich schon viel über die Terracotta Armee dort gehört hatte. Als wir vom Flughafen ins Hotel gefahren sind, gab es im Auto keine Anschnallgurte. Darüber war ich anfangs sehr nervös, weil der Verkehr in China sehr durcheinander ist. Das ist mir auch in Shanghai noch häufiger passiert, allerdings habe ich mich mit der Zeit daran gewöhnt. In Xi’an haben wir den gelben Fluss, eines meiner ‘Lieblingsziele’ besucht. Er ist der wohl größte und schönste Wildwasserfluss, den ich je gesehen habe. Xi’an hat mir am besten gefallen, da es viel gemeinsame Familienzeit gab und wir so viele verschiedene Orte besucht haben. Als wir aus Xi’an zurückkamen, hatten wir noch zwei Tage Ferien, in denen ich mich an mein neues Zuhause gewöhnen konnte, bevor die Schule begann.

 

In meiner letzten Woche sind wir zusammen mit einer befreundeten Familie für drei Tage nach An Hui, eine Provinz in der Nähe von Shanghai, gefahren. Dort waren wir vier Stunden wandern, was total cool war. Am nächsten Tag haben wir eine alte Stadt besucht, in der man wunderbar bummeln konnte. Mit dem Mädchen aus der anderen Familie habe ich mich auch gut verstanden.

Meine Schule in China

In der Schule war ich zunächst nur für drei Tage in der Klasse meiner Austauschschülerin. Sie musste dann zum „JunShun“, dem Pflicht Militärcamp der zehnten Klasse. Für diese Zeit zog ich also zu einem anderen Mädchen aus der gleichen Schule. Die Schule dauerte von kurz nach sieben Uhr morgens bis vier oder fünf Uhr nachmittags, was sehr anstrengend war, selbst wenn (oder vielleicht weil) ich am Unterricht aufgrund fehlender Sprachkenntnis leider nicht teilnehmen konnte. Zurück bei meiner eigentlichen Gastfamilie kam zum langen Schultag jeden morgen ein einstündiger Schulweg hinzu. Nachmittags hatte meine Austauschpartnerin leider kaum Zeit, weil sie Hausaufgaben hatte und am Wochenende zusätzlichen Unterricht. Meine Gastmutter ist dann ein paar mal mit mir Einkaufen oder Bummeln gegangen. Das hat mir gut gefallen.

Eine unvergessliche Erfahrung

Trotz kleiner Probleme hier und da bleibt ein positiver und bereichernder Eindruck zurück, besonders die liebevolle Besorgnis meiner Gastmutter wird mir immer in Erinnerung sein. Wenn mir heute jemand erzählt, dass man in China nur Hunde und Fischaugen isst, so kann ich darüber lächeln. Und wenn ich höre, dass Chinesisch eine unmögliche Sprache ist, dann kann ich mit gutem Gewissen behaupten, dass es zwar schwer, aber definitiv erlernbar ist. In meinem Motivationsschreiben habe ich geschrieben, dass ich ohne Vorurteile in dieses für mich so neue Land fahren möchte. Wenn ich jetzt daran denke, fällt mir auf wie ich gelernt habe, mich in einem so anderen Land einzufinden und offen zu sein für Werte in anderen Kulturen. Es hilft mir nicht nur, die Kultur Chinas, sondern auch der anderen Länder zu verstehen, zu schätzen und zu respektieren. Bei der Stiftung Mercator bedanke ich mich herzlich für das Stipendium und die Möglichkeit, an diesem tollen Austausch teilzunehmen, ohne den ich all diese Dinge nicht erlebt hätte. Ich habe unglaublich viel über eine andere Kultur gelernt.