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Deutschland ist ein sehr ordentliches Land

Paula, Brasilien, 2008/09,

Nun ist mein Austauschjahr fast zu Ende. Ich kann kaum glauben, dass ich schon mein Abschlussbericht schreibe. Dieses Jahr ist für mich unglaublicherweise schnell gelaufen.

In der zweiten Hälfte meines Austauschjahres habe ich viel kennen gelernt. Im Juni war ich mit der Schulklasse in den Europa Park. Ich fand es sehr toll und es hat sehr viel Spaß gemacht! In diesem Monat war ich in ein paar Altstadtfeste mit meinen Freundinnen aus Deutschland, dann mit Freunden aus Brasilien und aus Neuseeland. [Weiterlesen...] Im Juli war das Wetter wunderschön! Meine Gastfamilie und ich sind nach Trier gegangen und haben das Porta Nigra, eine Kirche und die Altstadt gesehen. Im Sommer bin ich mit meiner Gastfamilie Fahrrad gefahren, Eis gegessen, zum Schwimmbad gegangen und wir haben gegrillt. Der Sommer in Deutschland war total toll! Ich war überrascht, dass es mit 23°C hier war auch sehr warm für mich, wenn ich doch gewöhnt war mit 35°C. Ich habe auch gemerkt, dass im Sommer waren die Leute nicht mehr so zurückhaltend wie damals. Als ich das zu meiner Gastmutter erzählt habe, sagte sie mir, dass sie (die Deutschen) diese Unterschied nicht merken.

Sommerferien

In den Sommerferien war ich auch in Holland und Hamburg bei Freundinnen von mir und meiner Mutter. Nachher war ich mit meine Gastfamilie in München und Neuschwanstein. In München waren wir in der Marienplatz, ins Hofbräuhaus, im Englischer Garten und in der Arena Stadium. Wir haben ein Stadtrundfahrt mit dem Bus gemacht und haben z.B. der Schloss Nymphenburg und BMW Hochhaus gesehen. Im August habe ich eine Freundin aus Brasilien, die in der Nähe von Ulm wohnt, besucht. Ich war drei Tage bei ihr. Es war sehr schön, meine Freundin wieder zu treffen und über unser Austauschjahr sprechen zu können. Nachher war ich mit meinem Komitee in Frankfurt. Die Komiteedirektorin, Petra Franzmann, hat mich, Anna (aus Neuseeland), David (aus Australien) und Rathanaschai (aus Thailand) dort hingefahren und hat uns die Stadt gezeigt. Das fand ich sehr nett von ihr! Wir haben z.B. das Goethehaus und die Paulskirche besucht.

Am Ende August ist mein Midstay angefangen! Das Midstaythema hieß Europa und es liegte in Vlotho/Osnabrück. Ich war ein Wochenende in Vlotho mit ungefähr zwanzig anderen Austauschschülern. Danach sind wir nach Osnabrück mit dem Zug gefahren und unsere Gastfamilien haben uns am Bahnhof abgeholt. Meine Gastfamilie war sehr nett! Ich hatte 3 Gastschwester und 1 Gastbruder, der schon verheiratet ist. Die jüngste Gastschwester, Dorothea, ist 18 Jahre alt und wir sind sehr Freundinnen von einander geworden. Die Familie hat ein Bauernhof und der Gastvater hat mir es gezeigt. Ich fand sehr interessant! Am der letzten Tag habe ich ein brasilianisches Essen für Mittagessen gekocht: Reis und Bohnen. Das ganze Essen hat allen gut geschmeckt, was mich wirklich froh machte. Ich habe meiner Gastfamilie Geschenke aus Brasilien gegeben und Fotos von mir und meine Familie gezeigt. Wir haben über die brasilianische Kultur und Landwirtschaft gesprochen. Während dem Midstay war ich in Amsterdam, Hannover und Bremen. Im Amsterdam haben wir alle das Haus von Anne Frank zusammen besucht und in Bremen fand ich die Gebäude besonders schön.

Vieles über die deutsche Politik gelernt

Über die deutsche Politik und Geschichte habe ich gut erfahren. Zuerst, als ich in Berlin mit dem Komitee war. Wir haben der Reichstag besucht. Ich fand interessant zu sehen, wie das alte Gebäude drin ist und dass ihr „Schönheit“ nach vielen Jahren sich erhaltet hat. In Berlin habe ich mit ein paar Freunden ein sehr gutes Museum besucht: das DDR-Museum. Mit dem Komitee war ich in einer Ausstellung über die Geschichte von Anne Frank und auch in ihrem Haus, in Amsterdam. So habe ich über den 2. Weltkrieg besser gelernt.

Vorher hatte ich wenige Vorstellungen über Deutschland und die Deutschen. Ich wusste, dass hier kalt ist und dass die Deutschen zurückhaltend und pünktlich sind. Ich wusste auch, dass die Deutschen mir nicht so oft einladen würden (für Partys oder so) und dass ich es machen sollte – das hat ein Betreuer, der in Deutschland war, mir erzählt. Nach meinen Erlebnissen in Deutschland kann ich viel mehr sagen. Deutschland ist ein sehr ordentliches Land. Die Jahreszeiten sind sehr äußerlich – viel mehr als in Brasilien. Man kann richtig unterscheiden wann ist Sommer, Frühling, Winter oder Herbst. Es gibt hier eine „Diskussionskultur“, d. h., dass die Deutschen diskutieren viel. Ich denke man kann die Deutschen nicht genau bestimmen, weil jede Person ist anders. Aber ich kann sagen wie sind die Deutschen, die ich kennen gelernt habe. Sie waren hilfreich, höflich, zurückhaltend, pünktlich und nicht so impulsiv wie Brasilianer oder Italiener.

Am meisten werde ich meine Gastfamilie vermissen

Ich werde viel von Deutschland vermissen! Am meisten meine Gastfamilie, die mir so gut angenommen haben und meine Freundinnen. Noch was werde ich sehr vermissen: die guten, wichtigen und einfachen Momente, die ich hier erlebt habe. Fernzusehen mit meiner Gastfamilie, mit meinen Freundinnen Spaß zu haben, auf den Straßen meiner kleinen Stadt zu laufen, Schnee zu sehen, in Saarbrücken einkaufen gehen, mit meiner Gastmutter ins Kino zu gehen und mit ihr zu reden...Solche Momenten sind, sowie dieses Jahr, unvergesslich! Aber wenn ich zurück nach Brasilien komme, freue ich mich auch sehr auf meine Familie und Freundinnen wieder zu sehen, am Strand zu gehen, brasilianisches Essen zu essen und in der Schule zu gehen!

Nach meiner Rückkehr werde ich erzählen, wie ich mich hier verändert habe. Doch habe ich mich nicht verändert, sondern Gott hat es getan. Ich habe mit ihm gelernt, mehr Geduld zu haben und den anderen (von eine andere Kultur) zu verstehen. Mein Glaube ist fester geworden.

Paula aus Brasilien 2008/09