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Dieses Jahr war das bestes meines Lebens

Constance, Vereinigte Staaten von Amerika, 2006/07,

Dieses Jahr war das bestes meines Lebens

Mein Jahr hier ist jetzt fast zu Ende. Ich weiß nicht, ob ich weinen soll, oder mich auf zu Hause freuen soll. Vielleicht ein Bisschen von Beiden. Ich vermisse meine Familie zu Hause, aber mit allem was ich diesem Jahr erlebt habe, fühle ich mich, als ob ich eine neue Familie gefunden habe.

Ich habe viel Glück gehabt, mit meiner Gastfamilie. Ich habe 3 ältere Gastbrüder Roswitha, meine Gastmutter, und Alfred, mein Gastvater. Es war von Anfang an schön bei meiner Gastfamilie. Sie können alle Englisch sprechen, und haben mir geholfen, Deutsch zu lernen. Meine Gastbrüder sind sehr musikalisch. Ich finde das toll, weil meine Familie zu Hause genau so ist. Ich singe gerne und spiele Querflöte, obwohl ich in diesem Jahr eine Flötepause gemacht habe. In meiner Gastfamilie spielt Jonathan Schlagzeug und Gitarre, Bastian Klavier und Simon Gitarre. Simon, Jonathan und ich singen auch im Schulchor.

Viele deutsche Städte besucht

Währen des Jahres, habe ich mit meiner Gastfamilie viele Ausflüge gemacht. Wir waren auf den Dunesberg, Gleiberg, Schiffenberg. Wir waren in Eisenach im Bachhaus und auf der Warthburg. Wir waren im Limburg zum Gottesdienst und in viele verschiedene klassische Konzerte in der Gegend. Ich war auch mit Roswitha und Bastian ein paar Tage in Hannover, wo ich den Zoo besucht und die Herrenhäuser Gärten gesehen habe. Wir waren auch im Skiurlaub in Österreich. Einmal in den Osterferien bin ich zu Verwandten meiner Gastfamilie gefahren, und an diesem Wochenende habe ich Trier, Saarburg, Luxemburg City, und Metz in Frankreich besucht. Was für eine Lektion in deutscher Kultur! Ich habe aber auch eine andere Seite von deutscher Kultur in meiner Gastfamilie erlebt. Jonathan spielt in einer Rock Band. Die heißt Drowning Ablaze, und zusammen mit ihm und vielen anderen Freunden bin ich in dem Jokus gegangen, ein lokaler Jugendclub, wo Drowning Ablaze manchmal spielt.

Meine ersten paar Monate waren sehr schwer. Ich habe kein Deutsch in der Schule gelernt, und als ich hierher gekommen bin, konnte ich nur vier Wörter: „Wo sind die Toiletten?“ Da hat AFS und meiner Gastfamilie sehr geholfen. In meinen ersten vier Wochen, habe ich einen Deutschkurs besucht, zusammen mit sechs anderen Austauschschülern. Wir haben gelernt, wie man ein Verb konjugiert, und was man mit den ganzen Artikeln macht. Es hat aber bis Weinachten gedauert, bis ich mich mit anderen gut unterhalten konnte. Heute geht es viel besser!

Der Unterricht

Nach dem Deutschkurs, bin ich in die Schule gegangen. Das war eine verrückte Zeit! Ich musste mich an einen Stundenplan gewöhnen, der jeden Tag anders ist, und an Klassenzimmer, die über drei verschiedene Häuser verteilt sind. Anfangs konnte ich dem Unterricht überhaupt nicht folgen, und habe mit Erlaubnis der Lehrer deutsche Kinderbücher gelesen oder Übungsblätter von meiner Sprachkurslehrerin durchgearbeitet. Dabei habe ich endlose lange Vokabellisten aufgestellt. Die Anderen aus meiner Klasse waren sehr hilfreich. Sie haben alle Englisch als erste Fremdsprache, und konnten die meisten meiner Fragen beantworten. Sie haben mir viel von den Unterrichtsstunden anschließend erklärt, und haben mich durch die Häuser geführt, damit ich nicht verloren gehen konnte. Sie haben mir auch gezeigt, was ein Vertretungsplan ist. Es ging jeden Tag besser, und am Ende konnte ich richtig mitmachen im Unterricht, fast genau so gut wie meine Freunde.

In meiner Freizeit, habe ich in einem Fechtverein gefochten, und Gitarreunterricht genommen. Ich habe vor ein paar Jahren zu Hause angefangen zu fechten, und es hat viel Spaß gemacht hier in Deutschland weiter zu machen. Ich habe sogar ein Turnier gewonnen! Gitarre habe ich hier angefangen zu lernen. Der Lehrer kann sehr gut Englisch und am Anfang musste er alles zweimal erklären, einmal auf Deutsch für die anderen im Kurs und einmal für mich auf Englisch. Aber ich habe schnell gelernt, und für die letzten paar Monate haben wir nur Deutsch gesprochen.

Die montatlichen AFS-Treffen waren besonders schön

Auch mit AFS hat es gut geklappt. Unser Komitee Gießen hat viel organisiert für uns, z.B. unser Regionalwochenende in Biedenkopf, einen Tag bei der Bereitschaftspolizei in Lich, einen Tag in Paris, Kanu fahren und zelten, das AFS Sommerfest, und einen Treffen jeden Monat für alle Leute, die sich für AFS interessieren. Jedoch nicht nur für die Austauschschüler. Auch Gastfamilien, Betreuer, deutsche Schüler, die mit AFS weg gehen wollen und Schüler, die schon mit AFS weg waren, waren herzlich eingeladen. Die monatlichen Treffen fand ich besonders schön, weil ich da auch was von vielen anderen Kulturen kennen gelernt habe. Victoria hat von ihren Leben in Ghana erzählt, Kim von seinem Dorf in China. Eduardo hat viel über seine Stadt in Brasilien berichtet, und Georg hat uns viel gesagt von seiner Familie in Chile.

Ich habe auch zwei tolle Wochen mit PPP gehabt, in Bonn, Köln und Berlin. Ich fand es toll, die anderen Amerikaner kennen zulernen.

Ich glaube ich bin in dieses Jahr ein Fußball Fan geworden. Ich habe mit meiner Gastfamilie und mit Freunden fast jeden Spiel der WM gesehen, und habe die ganze Zeit die Daumen gedrückt für Deutschland (na ja, die USA kam ja nicht weiter als der Vorrunde). So eine Stimmung werde ich vermissen in den USA, wo sich meine Freunde nur für amerikanische Football interessieren (ein Sport, den ich nie verstehen werde).

Ich werde vieles an Deutschland vermissen

Es gibt eigentlich viele Dinge, die ich vermissen werde. Vor allem werde ich die Busse vermissen. Bei uns zu Hause kann man nur mit dem Auto fahren, und ich habe keinen Führerschein und kein Auto. Aber hier kann man überall mit dem Bus hinfahren, und auf den Fahrradwegen in der Stadt kann ich sicher Fahrrad fahren, im Gegensatz zu Pittsburgh wo ich gleich von einem Auto überfahren werden würde. Solche Selbständigkeit werde ich zu Hause vermissen. Ich fand es auch schön, dass ich in der Schule nur sechs Stunden pro Tag hatte, und wenn eine ausgefallen ist, konnte ich nach Hause gehen. Das gibt es bei uns in den USA nicht. Wir haben jeden Tag neun Stunden und wenn eine Stunde ausfällt, muss ich trotzdem da bleiben.

Ich freue mich aber besonders auf die „Marching Band“ in der Schule zu Hause. Es macht Spaß und ich habe es dieses Jahr vermisst. Ich freue mich auf meinen zwei Brüder, unsere Katzen, und all meine Freunden. Bevor ich nach Hause gehe, habe ich es noch vor, mit meine Tante und Cousine nach Athen, Rom und Barcelona zu fahren. Ich Freu mich sehr darauf!

Dieses Jahr war das bestes meines Lebens! Ich habe so viel gelernt und so viel erfahren, das ich nie vergessen werde. Hoffentlich kann ich bald wieder kommen!

Grüße Constance

Constance aus den USA, 2006/07