Erfahrungsbericht: Freiwilligendienst in der Dominikanischen Republik - Clemens hat in einem Projekt für Kinder mitgearbeitet
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Clemens hat in einem Projekt für Kinder mitgearbeitet

Clemens, Dominikanische Republik, 2017, weltwärts

Clemens hat seinen Freiwilligendienst in der Dominikanischen Republik mit AFS und dem weltwärts-Programm gemacht. Dabei hat er in einem Projekt für benachteiligte Kinder gearbeitet und sie unter anderem bei den Hausaufgaben unterstützt sowie Besuchergruppen über die Einrichtung informiert. Hier berichtet er von seinen vielfältigen Erfahrungen.

Land und Leute

Ich habe es so empfunden, als ob ich in mein Auslandsjahr „reingeworfen“ worden wäre und ich hatte nicht viel Zeit mich einzugewöhnen. Schnell musste ich mich alleine zurechtfinden, wodurch ich auf der einen Seite wahrscheinlich viel gelernt habe, was andererseits auch gerade zu Beginn nicht immer einfach war. Ich habe die Menschen um mich herum Stück für Stück mit der Sprache kennen gelernt: Genauso wie ich die Sprache gelernt habe, habe ich meine Mitmenschen kennen gelernt. So habe ich mich anfangs viel an meine Gastfamilie und die Mitarbeiter in meinem Projekt gehalten. Den Leuten auf der Straße bin ich eher skeptisch gegenüber getreten. Auch an den Wochenenden habe ich lieber etwas mit meinen Mitfreiwilligen unternommen, wobei das auch an meinen sprachlichen Fähigkeiten lag. Doch die Personen, die man mit der Zeit kennen gelernt hat, waren immer sehr freundlich und hilfsbereit. Es wurde immer positiv darauf reagiert, dass ich für ein Jahr in einem mir fremden Land lebe, um dort in einem sozialen Projekt, in einem Heim für Kinder,  zu arbeiten. Schnell konnte man Kontakt knüpfen und die Dominikaner haben sowieso immer schnell nach der Telefonnummer gefragt. Sie haben sich gerne mit mir unterhalten und haben sich gefreut, dass ich als Deutscher ihre Sprache lernen will.
 
Natürlich hat man durch sein äußeres Erscheinungsbild mehr Aufmerksamkeit erregt. Ich habe in einer eher touristisch geprägten Region gelebt, wodurch mich die Leute oft für einen Touristen gehalten haben und mir ihre Waren angeboten haben. Allerdings kam es auch ein, zwei Mal vor, dass jemand Fotos mit mir machen wollte, nicht weil mich die Person kannte, sondern nur durch mein anderes Aussehen. Einmal war ich mit den Jungen aus dem Projekt auf einem Fußballturnier in einem kleinen Dorf, dort wollten dann viele Leute mit mir Bilder machen. Das wurde mir dann etwas viel und ich bin dann gegangen. Solche Situationen sind mir dann schwer gefallen, aber ich bin auch nicht allzu oft in solchen Situationen gewesen. Abends bin ich des Öfteren mit einem dominikanischen Freund unterwegs gewesen. Auch mit ihm mussten wir manchmal aus Clubs wieder rausgehen, weil ich mich unwohl gefühlt habe, wenn mich viele Leute anstarrten. Natürlich habe ich mich daran auch mit der Zeit gewöhnt und gelernt, damit um zu gehen. Durch meine „Andersheit“ als eine Vielzahl der Menschen mit denen ich zu tun hatte, kam man natürlich auch schnell ins Gespräch und mein Gegenüber war neugierig, was ich denn in der dominikanischen Republik mache.
 
Meine Mitfreiwilligen, die weiblichen, hatten mit den Männern dagegen mehr Probleme, weil diese sehr offensiv waren. Gerade abends waren sie immer etwas entspannter, wenn ich dabei war, denn dann konnte zur Not noch gesagt werden, dass ich der Freund sei, wenn die Dominikaner zu übergriffig wurden.
 
Dass der Glauben und die Kirche in diesem Land eine wichtige Rolle spielt, das hat man von Anfang an gemerkt. Doch mit der Zeit habe ich gesehen, wie fanatisch die Leute damit umgehen. Die Floskeln, die im Alltag eingebaut werden, haben für viele Menschen eine tiefe Bedeutung. Ich habe immer versucht, um dieses Thema herum zu kommen, doch es wurde immer wieder darüber gesprochen, auch mit mir. Die Bibel wird sehr wörtlich genommen und es wird sofort alles an der Bibel belegt. Für mich war es erstaunlich, dass die Menschen mit denen ich darüber gesprochen habe, das gar nicht hinterfragen. Solche Themen wie Homosexualität oder auch die Evolutionstheorie werden teilweise akzeptiert, aber nicht gut geheißen.
 
Alles hängt immer von Gott ab, egal ob es gut oder schlecht läuft. Manchen Menschen hilft das, ihre schwierige oder gar aussichtslose Situation zu akzeptieren, aber ich glaube manchmal ist es auch nur eine Ausrede und Mitgrund dafür, wie das Land dasteht und wie es dem größeren Teil der Gesellschaft, nämlich der armen Bevölkerung, geht.

Meine Einsatzstelle

Mein großer Vorteil war, dass meine Chefin in dem Heim für verwaiste Kinder, in dem ich gearbeitet habe, einen halben Monat vor mir mit ihrer Arbeit begonnen hatte. Und die Lehrerin, mit der ich hauptsächlich gearbeitet habe, kam einen Tag vor mir dorthin. So waren wir praktisch ein neues Team und machten unsere Erfahrungen gemeinsam. Dadurch entstand eine Vertrauensbasis und eine gute Arbeitsatmosphäre. Unsere Arbeit hat von Anfang zusammen gut funktioniert und es hat Spaß gemacht, dort zu arbeiten. Hauptsächlich habe ich im Hausaufgabenraum zusammen mit der Lehrerin gearbeitet. Wir haben uns gut ergänzt und gegenseitig geholfen, wodurch mir die Arbeit mit den Kindern leichter gefallen ist, da ich anfangs sprachlich noch Probleme hatte. Hier haben wir den 35 Jungs, die im Heim leben, bei den Hausaufgaben geholfen, sie auf die Examen vorbereitet und wenn Zeit blieb, natürlich auch mit ihnen gespielt.  Mit der Zeit bekam ich mehr Aufgaben. Irgendwann habe ich dann auch begonnen, im Büro zu arbeiten und hatte dort auch Akteneinsicht. Dadurch hat sich mein Blick auf die Jungen ziemlich verändert und ich konnte durch meine Arbeit im Büro vieles besser verstehen. Mit der Zeit habe ich dann erst meine eigenen Schlüssel, dann einen eigenen Computer und einen eigenen Schreibtisch bekommen. Allgemein gesprochen habe ich immer dort geholfen, wo meine Hilfe gerade gebraucht wurde. Später musste ich dann auch einiges im Lager/ Inventar machen und ab der Hälfte des Jahres kam ein kleiner Junge mit 7 Monaten ins Haus. Da das Heim relativ unvorbereitet war und wir einen Ausfall im Personal hatten, musste ich mich mit dem Kleinen beschäftigen und so ein Kleinkind braucht viel Aufmerksamkeit. Natürlich hat mir die Arbeit mit ihm Spaß gemacht, er kann jetzt laufen und beginnt zu sprechen.
 
Außerdem gab es oft Besuch, häufig aus englischsprachigen Ländern, vor allem den Staaten und Kanada. Diese kamen um zu spenden, Englischunterricht zu geben oder einfach um sich das Projekt anzuschauen. Da ich der einzige war, der gut Englisch gesprochen hat, war ich dann für diese Gruppen zuständig. Die Gruppengröße konnte zwischen einzelnen Personen oder Familien bis hin zu ganzen Schulklassen variieren. Die Gruppen herumzuführen, ihnen das Heim zu zeigen und darüber zu erzählen, hat mir viel Spaß bereitet. Doch habe ich auch gemerkt, wie anstrengend es doch ist, ständig zwischen zwei Fremdsprachen zu wechseln. Ich wurde immer geübter im Dolmetschen zwischen Englisch und Spanisch, doch das schnelle Wechseln der Sprache war immer mit Anstrengung verbunden. Dadurch, dass ich bei Besuchern oft gefragt war, habe ich auch ab und zu am Wochenende gearbeitet. Vor allem dann, wenn wichtige Sponsoren oder Besucher gekommen sind. Das habe ich aber gerne gemacht, da mir die Arbeit und die Zeit im Projekt gefallen hat und meist dann auch spannende Leute vorbeigekommen sind, wie einige Baseball- Legenden, Mitarbeiter von Marvel oder auch Funktionäre der New York Mets.
 
Normalerweise habe ich von Montag bis Freitag von 8 Uhr bis 17 Uhr gearbeitet. Zusammen mit den anderen Mitarbeitern habe ich jeden Morgen in einem zentral gelegenen Park auf den Fahrer meiner Einsatzstelle gewartet, der uns dann mit einem Kleinbus abgeholt hat und später dann auch wieder zurück gebracht hat.  Ich habe nicht weit von diesem Park gewohnt und konnte deshalb zu Fuß dorthin gehen.

Meine dominikanische Gastfamilie

Gewohnt habe ich zusammen mit meinen Gasteltern und zwei Gastschwestern (8 und 16 Jahre alt) in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus zentral in La Romana. Ich hatte auch noch einen Gastbruder, der aber zu der Zeit in Frankreich für ein Jahr zur Schule gegangen ist. So konnte ich sein Zimmer nutzen. Weiterhin hatten wir eine Haushälterin und zwei Fahrer, die natürlich auch viel Zeit in der Wohnung verbracht haben.
 
Das Einleben fiel mir einfacher dadurch, dass ich im ersten Monat mit meiner Gastmutter Englisch sprechen konnte. Außerdem hat in der ersten Zeit ein Mitfreiwilliger, auch bedingt durch die Hurrikans Maria und Irma, viel bei mir mitgewohnt. Sonst hat mich meine Familie viel in Ruhe gelassen und ich sollte alles eher selbst entdecken, anstatt dass sie mir dabei helfen oder mir etwas zeigen. Bei Problemen, oder wenn ich etwas Bestimmtes wollte, wie zum Beispiel eine Sim-Karte, haben sie mir geholfen, aber sonst war ich eher auf mich alleine gestellt. Zwar wurde ich auf Familienfeste und Festlichkeiten mitgenommen, auch gab es das Ritual, dass wir sonntags Essen gegangen sind, aber mir wurde immer freigestellt, ob ich mitkommen will oder nicht. Am Anfang habe ich alles mitgemacht, mit der Zeit wurde es dann weniger, da ich dann auch oft selbst unterwegs war.
 
Gewundert hat mich anfangs etwas, dass die Familie gar nicht so viel Interesse an mir hatte. Weder an der Kultur, noch an mir und meiner Persönlichkeit. Ich habe mir das damit erklärt, dass die Familie schon vorher viele Austauschschüler hatte, ebenfalls aus Deutschland, und dass deshalb schon vieles über die Kultur bekannt war. Anfangs hat mich das nicht so gestört, da es für mich einfach so viel Neues und Spannendes zu entdecken und erleben gab. Zum Ende hatte ich dann ein paar Probleme damit, da sie nichts wirklich über mich wussten und auch nicht wirklich daran interessiert waren, sich mit mir zu unterhalten, gerade als ich mich dann auch wirklich ausdrücken konnte. Darüber hinaus wurde ich nie so wirklich ins familiäre Leben mit einbezogen. Jeder hat seine eigenen Sachen erledigt und durch meine Arbeit hatte ich einen ein bisschen anderen Tagesrhythmus als der Rest der Familie.  Ich hätte gern mehr mit der Familie zu tun gehabt, doch die Familie wollte mir lieber meine Freiheiten lassen. Auch mit meinen Gastschwestern hatte ich nicht viel zu tun. Sie waren beide immer ziemlich beschäftigt und wir haben keinen Draht zueinander finden können. Vor allem die Kleine war durch den Reichtum sehr verwöhnt und hat zum Beispiel mit den Leuten nur dann gesprochen, wenn sie das für nötig hielt.  So ist es oft vorgekommen, dass ich meine 8-jährige Gastschwester angesprochen habe, sie nicht geantwortet hat oder weggegangen ist. Auch wenn ich mich zu ihr zum Fernsehen dazu setzen wollte. Für mich war so etwas immer schwierig, aber ich habe das dann so akzeptiert. Ich war nur mehr Gast anstatt Mitglied der Familie.

Betreuung durch AFS

Die Betreuung von AFS Dom. Rep. war zufriedenstellend. Es war zumindest immer jemand da, an den man sich wenden konnte. Zu Beginn war es allerdings schwierig mit der Kommunikation. Die Person, die für uns Freiwillige zuständig war, hat im Prinzip kein Englisch gesprochen. Das Spanisch von uns Freiwilligen war noch nicht so ausgeprägt, dass die essenziellen Punkte, die ja gerade am Anfang besprochen werden müssen, mitgeteilt werden konnten. Auch das Programm mit den Mentoren hat an meiner Stelle gar nicht funktioniert. Bei den Mentoren war eigentlich angedacht, dass jeder Freiwillige eine Person an die Seite gestellt bekommt, außerhalb von Familie und Projekt. Bei mir hat diese Person zwei Mal gewechselt, weil die Personen aus verschiedensten Gründen keine Zeit aufbringen konnten, um sich zumindest einmal im Monat mit mir zu treffen. Letztendlich hat dann meine Gastmutter gesagt, sie würde jetzt diese Rolle für mich übernehmen, was nicht wirklich der Sinn des Ganzen war. Im Endeffekt hat für mich diese Rolle der Mentor eines Mitfreiwilligen aus derselben Stadt übernommen. Er wohnte in der Nähe und wir haben dann mit der Zeit immer mehr zusammen unternommen, sodass er am Ende dann mehr Freund als Mentor war. Aber so hatte ich zumindest eine Person außerhalb von Familie und Projekt, die aber bei AFS Dom. Rep. war.
 
Es gab drei Seminare von AFS Dom. Rep. an denen man verpflichtend teilnehmen musste. Sie waren am Anfang, in der Mitte, sowie am Ende des Auslandsjahres. Die Seminare fanden an verschiedenen Orten statt und waren gut aufgebaut. Hier konnte man über die Erfahrungen der vergangenen Monate sprechen und sich mit den anderen deutschen oder dominikanischen Freiwilligen austauschen. Nebenbei gab es dann noch ein incomplete-leader- program. Dabei sollte jeder in seinem Projekt ein neues, kleines Projekt initiieren. Eine Jury bestimme dann das beste, welches dann ein Preisgeld gewann. Hauptsächlich ging es um dieses Programm bei den Seminaren.
 
Darüber hinaus bot AFS Dom. Rep. auch mehrere Reisen an. Diese konnten nicht nur wir Freiwilligen, sondern auch die Austauschschüler in Anspruch nehmen. Die Reisen wurden von einem Reiseunternehmen organisiert. Schon allein mit diesen Reisen kam man in viele Regionen der Insel und hat vieles gesehen. Ich bin dort gern mitgefahren und habe auch, bis auf die Reise in den Osten, wo ich selbst gewohnt habe, alles mitgemacht.
 
Da die Kommunikation hauptsächlich über AFS Dom. Rep. ging, hat sich AFS Deutschland zurückgehalten. So wie es angedacht war, konnte ich mich bei Problemen zunächst an AFS im Gastland wenden. Bei mir gab es kein so gravierendes Problem, dass ich AFS Deutschland anfragen musste. Doch ich wusste immer, dass AFS Deutschland bei Problemen da sein würde. Von der für mich zuständigen Mitarbeiterin von AFS Deutschland wurden ich und mein Projekt auch einmal besucht. Jedoch nicht, weil ich dort Probleme hatte, sondern sie wollte nur das Projekt besichtigen. Somit haben beide AFS Partner im Gastland sowie in der Heimat meine Erwartungen damit erfüllt, dass ich wusste, an wen ich mich bei Problemen hätte wenden können.
 
Gravierende Probleme gab es bei mir nie wirklich. Bestimmt gab es ab und zu Unstimmigkeiten, die ich dann aber selbstständig lösen konnte und manche Sachen habe ich so akzeptiert, wie sie waren. So hatte ich keine Situation, mit der ich gar nicht umgehen konnte oder in der ich gar nicht zurechtkam. Auch von den Personen mit denen ich gelebt und gearbeitet habe, hatte ich nicht das Gefühl, dass es da Probleme gegeben hätte.

Sprache und Kommunikation

Wie schon anfangs erwähnt, hatte ich in den ersten Monaten Probleme beim Verständigen. Ich hab zwar versucht so gut es geht mich auf das Jahr sprachlich vorzubereiten, doch ich hatte kein Spanisch in der Schule, sodass ich im Prinzip von Null angefangen habe. Mit meiner Gastmutter hatte ich die Regelung, dass sie nur im ersten Monat mit mir Englisch spricht. Sie war die Einzige, die ganz gut Englisch gesprochen hat, deshalb lief die Kommunikation auch überwiegend über sie. Danach hat sie es auch konsequent durchgezogen nur noch auf Spanisch mit mir zu sprechen. Im Projekt dagegen konnte keiner so wirklich Englisch sprechen, nur ein paar von den älteren Jungen, die allerdings mir auch nicht immer zur Seite stehen konnten. Man hat sich irgendwie verständigen können. Körpersprache ist eine ganz internationale Sprache und ein gutes Hilfsmittel. Zu Beginn habe ich beispielsweise viel bei den Mathe- Hausaufgaben geholfen, da diese nicht so schwer waren und ich die Zahlen kannte. Ich habe von Anfang an gut zugehört und später dann die Wörter, die ich herausgehört hatte, in einen Übersetzer eingegeben und sie bei späteren Gesprächen versucht zu benutzen. Darüber hinaus habe ich viel spanische Musik gehört und viele Filme auf Spanisch mit spanischen Untertiteln geschaut. Es war ein anstrengender und sich ziehender Prozess, da man jeden Tag den ganzen Tag lernt. Doch nach 2, 3 Monaten konnte ich mich ganz gut verständigen. Mit der Zeit und durch das Lob der Dominikaner ging es dann immer besser, sodass ich jetzt von mir sagen würde, dass ich ziemlich flüssig spreche. Außerdem muss ich kaum noch nachfragen, wenn ich etwas nicht verstanden habe, und ich verstehe auch vieles vom typischen dominikanischen Spanisch.  Natürlich motiviert es einen selbst, wenn man merkt, dass es immer besser klappt mit dem Sprechen und Verstehen. Eine große Hilfe waren sicherlich die Kinder in meiner Einsatzstelle, mit denen ich mich leicht verständigen konnte, da sie ein leichteres Spanisch gesprochen haben und mich auch oft gleich verbessert haben.

Globales Lernen und Entwicklungspolitik

Für mich bedeutet globales Lernen, dass man über den Tellerrand seines eigenen Landes und/oder seiner eigenen Kultur hinausblickt und erkennt, dass es in der Welt noch viele andere Kulturen und Länder gibt. Und dann anfängt bei Fragestellungen, die nicht nur die eigenen Kultur betreffen, mehrdimensional zu denken und damit auch die Sicht anderer mit einbezieht.
 
Hinsichtlich der Entwicklungszusammenarbeit habe ich gelernt, dass die Entwicklungszusammenarbeit ein Prozess ist, der von beiden Seiten gewollt werden muss. Man kann immer etwas von dem jeweils anderen lernen, aus den Fehlern genauso wie aus den Erfolgen. Doch das wichtige ist, dass beiden Seiten bewusst ist, dass ihre Lage noch nicht die beste ist, dass sie daran aber etwas verbessern können. Es muss ein Bewusstsein für ein Problem da sein und dann ist es ein feinfühliger Prozess, da man bei Entwicklungszusammenarbeit schließlich nichts erzwingen kann und Umdenken nicht sofort stattfindet.
 
Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass erst einmal die Arbeit in meinem Projekt auch in der Zukunft wirkt und viele weitere Freiwillige dort arbeiten können. Darüber hinaus würde ich mir wünschen, dass ich durch meine Erzählungen andere Personen dazu bewegen kann, einen Freiwilligendienst im Ausland zu leisten. Und vielleicht werde ich zukünftig die neuen Freiwilligen von AFS darauf vorbereiten, für ein Jahr in die Dominikanische Republik zu gehen.
 
Allgemein ist es, denke ich, wichtig das Bewusstsein zu haben, dass es mehr in der Welt gibt, als die eigene Person und die Menschen um einen herum. Auch ist es wichtig, dies anderen bewusst zu machen. Darum geht es nicht nur bei den globalen Fragen der Menschheit, sondern auch, wenn wir friedlich miteinander leben wollen.