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Ein kühner Sprung ins Erwachsenenleben

Gastmutter Grit, Italien, 2011,

Ein kühner Sprung ins Erwachsenenleben

„Aus welcher Stadt in Italien kommst Du?“ „Wie lange bist Du schon in Deutschland?“ „Du sprichst ja wirklich schon toll deutsch!“

Wenn wir mit Yuliya unsere Freunde und Verwandten besuchen, sind es immer wieder die gleichen Sätze, die sie zu hören bekommt. Manchmal sind sie der Beginn echter Gespräche, manchmal aber auch nur Small Talk. Was sich aber wirklich hinter der Entscheidung für ein Austauschjahr verbirgt, ahnen die wenigsten.

Intensive interkulturelle Erfahrung

Für Yuliya war es ein kühner Sprung ins Erwachsenenleben und eine intensive interkulturelle Erfahrung. Für uns als Gasteltern war es eine wunderbare Bereicherung, ihr diesen mutigen Schritt zu ermöglichen und eine kleine Familie auf Zeit zu sein. „Chi non risica, non rosica“ sagt man auch in Italien: „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“. Und etwas dazu gewonnen haben in den letzten 10 Monaten wirklich alle Beteiligten! Die Diskussionen am Abendbrottisch über Musik, Schule, Facebook oder Religion waren herrlich erfrischend und wurden vor allem zwischen meinem Mann und Yuliya mit viel Temperament und Esprit geführt. Aus der Perspektive eines italienischen Teenagers reflektierte Yuliya nicht nur die Erlebnisse ihres Deutschlandaufenthaltes, sondern auch die Gegebenheiten in ihrem Land und auch wir lernten das eine oder andere zu hinterfragen.

Besonders freuen wir uns darüber, dass Yuliya auch mit anderen AFS-Schülern Freundschaften geschlossen hat und ein kleines AFS-Netzwerk entstanden ist. Zu Pfingsten hatten wir Federica und Carolina - beide aus bayrischen Gastfamilien - bei uns zu Gast. Das Bild zeigt uns alle fünf in der Sächsischen Schweiz. Den Rückweg der Wanderung haben sich die Mädchen mit Singen verkürzt und sind mit scheinbar unendlicher Energie abends noch in die Disko gegangen. Es scheint, als würden sie ihre Tage hier in Deutschland ganz bewusst genießen.

Fast ein bisschen wehmütig denke ich an eigene Reisen und Abenteuer während meiner Studienzeit zurück und bin dankbar für spannende Erlebnisse in fremden Ländern und empfangene Gastfreundschaft. Jetzt können wir ein Stück davon an die nächste Generation weitergeben.