Erfahrungsbericht: Freiwilligendienst in Dänemark - Eileen hat in einer Schule geholfen
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Eileen hat in einer Schule geholfen

Eileen, Dänemark, 2017, IJFD

Eileen hat ihren Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD) mit AFS in Dänemark gemacht. Sie hat in einer Schule als Lehrassistentin gearbeitet. Über ihre Eindrücke aus Dänemark berichtet sie uns in ihrem Erfahrungsbericht.

Wohnen auf dem Land in Dänemark

Felder, Traktoren und große Bauernhöfe, waren das Erste, was ich in Dänemark gesehen habe. Nachdem ich mit dem Flugzeug nach Kopenhagen geflogen war, saß ich einen Tag später schon im Zug unterwegs zur anderen Seite des Landes. Das dauert in Dänemark nicht sonderlich lange. Innerhalb von 3 Stunden war ich in meinem neuen Wohnort angekommen und wurde von meinen Gasteltern am Bahnhof abgeholt. Wir fuhren raus aus der Stadt und erst da wurde mir so richtig bewusst, ich werde auf dem Land wohnen. Das Haus meiner Gasteltern ist zwar super modern, jedoch nur von Feldern umgeben. Erst später habe ich dann den Charme darin erkannt. Mit meinen Gasteltern habe ich mich schnell gut verstanden. Meine Gastmutter hatte wieder angefangen zu studieren und ist deshalb fast immer zuhause. Mein Gastvater hat eine Auto- und Landmaschinenwerkstatt, die direkt neben dem Haus ist. Vor allem anfangs war ich viel in der Werkstatt und habe dort auch ein paar gleichaltrige Jungs kennen gelernt, die für meinen Gastvater arbeiten.

Mein Projekt: Unterricht auf Englisch

Ich bin am Samstag zu meiner Gastfamilie gekommen und schon Montag darauf sollte ich in meinem Projekt anfangen. Ich habe in der international school Ikast-Brande gearbeitet. Die Schule funktioniert nach dem Schulgesetz aus England. Das heißt, dass der Unterricht auf Englisch gehalten wird und die Schüler eine Schuluniform tragen müssen. Jeden Montagmorgen und Freitagnachmittag gibt es eine Versammlung mit allen Schülern und Lehrern, bei der wichtige Ankündigungen gemacht werden, aber auch auf Geburtstage und Gefühlsangelegenheiten, der Schüler eingegangen wird. Wir haben jeden Montag alle zusammen das Happy-Birthday Lied gesungen, weil jede Woche mindestens einer Geburtstag hatte. Das war immer sehr witzig. :)

Anfangs wurde ich einem Lehrer der ersten Klasse zugeteilt und sollte in seinen Unterrichtsstunden assistieren. Ich war schnell fester Bestandteil im Unterricht, half aus bei der Unterrichtsvorbereitung und unterstützte Schüler, während der Stunden, die nicht so schnell mitkamen. Einen Monat nach Schuljahresbeginn bekamen wir zwei neue Mädchen in unsere Klasse. Sie sprachen beide Dänisch, jedoch kein Wort Englisch. In Mathematik wurden sie in die Klasse integriert, in allen anderen Fächern konnten sie jedoch nicht folgen. Wir haben sie in diesen Stunden aus der Klasse raus genommen und ich habe mit ihnen Englisch gelernt. Wir hatten mehrere Spiele zum Englisch lernen. Unteranderem ein Buch mit Wimmelbildern. Die Mädchen haben  mir dann immer das dänische Wort gesagt und ich ihnen das englische. Am Ende der Stunde, gab es dann immer ein Quiz. Anfangs gewann ich noch gegen die beiden, jedoch nicht lange. Sie lernten einfach viel schneller Englisch, wie ich Dänisch.

Ich wollte mehr tun und mich engagieren

Nur in einer Klasse zu sein, war mir zu wenig, weshalb ich anfing, freitagnachmittags die Kunst AG mitzugestalten. Später habe ich dann auch Pausenaufsichten mit übernommen. Ich habe mich gut mit den beiden Mathelehrerinnen verstanden und als diese herausfanden, dass ich später einmal Mathematik unterrichten möchte, durfte ich auch noch eine Nachhilfegruppe der 8. Klasse übernehmen. Das war anfangs eine Herausforderung, da ich die Unterrichtseinheiten mit den vier Mädchen in Eigenverantwortung organisieren und halten sollte. Nach ein bis zwei Wochen hat es jedoch super geklappt und ich denke, ich konnte viel aus diesen Stunden lernen.

Am Anfang meines Jahres habe ich nicht so viel gearbeitet. Ich hatte zwei Tage die Woche um elf Uhr Schluss und die restlichen Tage um 2.20 Uhr. Am Ende habe ich dann fast jeden Tag von acht bis drei Uhr gearbeitet, das lag aber vor allem auch daran, dass ich mehr tun wollte und mich engagiert, habe mehr und auch verantwortungsvollere Aufgaben zu bekommen.

Freizeit mit Pferden

Die ersten zwei Wochen hat mich meine Gastmutter immer zum Projekt gefahren und wieder abgeholt, jedoch wurde ihr das schnell zu stressig und sie fragte bei AFS-Dänemark nach einer Sondergenehmigung zum Autofahren für mich. Meine Gastfamilie wohnt so weit außerhalb, dass dort kein Bus fährt und es zu weit zum Laufen ist. Ich bekam deshalb die Genehmigung und durfte dann selbst zur Schule fahren.

Wenn ich nicht im Projekt war, war ich bei meiner Gasttante im Pferdestall. Sie hat sechs Pferde und mittlerweile auch noch drei Fohlen. Ich durfte dort, wann immer ich wollte, reiten. Im Stall habe ich auch meine beste Freundin kennengelernt. Wir waren oft zusammen reiten und haben auch so viel miteinander unternommen.

Sprachschule für Dänisch und viel unternommen

Jeden Dienstag und Donnerstag war ich in der Sprachschule. Dort habe ich nicht nur weiter Freunde gefunden, sondern auch mein Dänisch verbessert. Schon nach zwei Monaten habe ich fast alles verstanden, was vielleicht auch daran liegt, dass Dänisch und Deutsch sich sehr ähnlich sind. Zuerst habe ich kein Wort verstanden, doch nach dem ich mich etwas in die Sprache hinein gehört hatte, ist mir aufgefallen, dass viele Wörter nur andere Endungen haben, oder einfach nur anders ausgesprochen werden. Vor allem das Lesen auf Dänisch fällt mir sehr einfach. Ab Weihnachten habe ich nur noch dänisch mit meiner Familie gesprochen.

Allgemein habe ich sehr viel mit meiner Gastfamilie unternommen. Zur Weihnachtszeit waren wir in Aahus in einem Freizeitpark, wir sind auf Endelave, einer sehr, sehr kleinen Insel gewesen, beim Eishockey (mit meinem Gastvater, meine Gastmutter war davon nicht so begeistert) und sind nach Schweden und Norwegen in den Urlaub gefahren. Doch am meisten haben mir die Ausflüge zum Strand gefallen. Vor allem wenn es stürmt, die Wellen hochschlagen und dir der Wind entgegenschlägt, ist der Strand in Dänemark wunderschön (und es sind keine deutsche Touristen dort :D).

Camps mit AFS und Betreuung

Während des Jahres hatten wir drei Camps mit allen Freiwilligen, die mit AFS in Dänemark waren. Es war jeweils ein Wochenende. Diese Camps waren meiner Meinung nach nicht so gut, da wir nicht viele Workshops hatten und diese auch nicht so interessant waren. Die Treffen, die wir allerdings in unserem Chapter hatten, also unserer Region, waren sehr gut. In meinem Chapter waren 13 Austauschschüler und ich als einzige Freiwillige, doch das war überhaupt nicht schlimm. Auch wenn die Anderen 2-4 Jahre jünger waren, hatten wir trotzdem viel Spaß zusammen und es haben sich einige sehr gute Freundschaften entwickelt. Mit unserem AFS-Chapter hatten wir eine Weihnachtsfeier, eine Faschingsparty, eine Welcomefeier, waren Schlittschuh laufen und hatten ein Abschiedsfest. Allgemein finde ich, wurden wir von unserem Chapter sehr gut betreut. Jeder hatte zu seiner Gastfamilie, eine Kontaktfamilie, zu der man gehen konnte und mit der manche auch Ausflüge unternahmen. Außerdem hatten wir eine Kontaktperson von AFS, die bei jedem Chapterevent auch dabei war. So konnten wir sie, schon bevor es ein Problem gab, besser kennenlernen und hatten das Gefühl mit allem zu ihr kommen zu können.

Abschied aus Dänemark

Der Abschied von meinem Projekt, von meiner Familie und von meinen Freunden war sehr schwer. meine Schüler sind mir so arg ans Herz gewachsen. Ich hoffe, ich kann sie so bald wie möglich besuchen. Das ist wohl der größte Vorteil, wenn man nach Dänemark geht, nach dem Jahr ist es nicht so weit, die Menschen, die man so lieb gewonnen hat, zu besuchen. Ich bin super glücklich, dass ich die Chance hatte, dieses Jahr genauso erleben zu können. Auch wenn es manchmal etwas schwierig sein konnte, würde ich mich nicht anders entscheiden.