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Eine Erfahrung, für die ich mich jederzeit wieder entscheiden würde

Leonie, Australien, 2015, CSP

Eine Erfahrung, für die ich mich jederzeit wieder entscheiden würde

Leonie war mit AFS ein halbes Jahr lang in Australien und hat dort ihren Freiwilligendienst gemacht. Hier schreibt sie über ihre Erlebnisse und Erfahrungen.

Ende Februar 2015 ging es für mich endlich raus aus dem kalten Deutschland und rein in das sonnige Australien, wo ich das spannendste halbe Jahr meines Lebens hatte.

Land und Leute in Australien

Leonie in Australien

Nach fast 24 Stunden Flug kam ich aufgeregt in Adelaide an und wurde sofort herzlich von meiner Gastfamilie, meine Gastmutter Faye und meiner gleichaltrigen Gastschwester Courtney, empfangen. Wir haben in dem winzigen Ort Mundulla nahe der Grenze zu Victoria gewohnt, was für mich zuerst etwas ungewohnt war. Von etwa 50.000 zu 157 Einwohnern, das war ein Unterschied. Im Laufe der Zeit hab ich das "Landleben" zu schätzen gelernt, die Freundlichkeit der Menschen, die Nähe zur Natur und die Gemeinschaft. Jetzt bin ich ein totaler Mundulla-Fan, welches sich zu meinem zweiten Zuhause entwickelt hat. Außerdem war es toll selber zu beobachten, wie ich immer mehr Leute kennengelernt habe und Teil der Gemeinschaft wurde.

Die Sprache

In den ersten Wochen hatte ich aufgrund des australischen Slangs einige Verständigungsprobleme, woran ich mich nach einiger Zeit aber gewöhnt hatte und zum Ende meines Aufenthaltes hin habe ich selber Slang-Wörter übernommen. Vor Ort habe ich nur Englisch geredet, und obwohl mir von Anfang an Komplimente für mein Englisch gemacht wurden, hab ich selber gemerkt, wie mein Englisch deutlich besser und flüssiger geworden ist.

Meine Gastfamilie

Leonie und ihre Gastfamilie in Australien

Mit meiner Gastfamilie habe ich wirklich Glück gehabt, ich habe mich total wohlgefühlt und wurde direkt als Teil der Familie akzeptiert. Ich hab mir ein Zimmer mit meiner Gastschwester geteilt, was am Anfang ungewohnt war, später aber normal und vollkommen okay. Sie war für mich eine gute Freundin und durch sie habe ich auch meine anderen Freunde kennengelernt. Wir haben vieles als Familie zusammen unternommen, ein Highlight war unser Wochenend-Trip nach Melbourne.

Mein Projekt beim Freiwilligendienst in Australien

Leonie beim Freiwilligendienst in Australien

Ich kann nicht sagen, dass ich nur ein "Hauptprojekt" hatte, sondern ich habe in den 5 Monaten verschiedenen Leuten und Farmern in meiner Gegend geholfen.

 

Die meiste Zeit bin ich mit Nick, der unter anderem Schafe auf Schwangerschaften testet, von Farm zu Farm gefahren und habe mitgeholfen, die Schafe zu treiben. Später hat er sich auch um die neugeborenen Lämmer gekümmert, z.B. hat er Impfungen gegeben. An diesem Projekt war besonders toll für mich, dass ich die Möglichkeit hatte, selber vieles auszuprobieren – sei es mit einem Ultraschall die Schafe auf Schwangerschaft zu testen, Lämmern Impfungen zu geben oder einfach nur auf einem Quad die Schafe einzutreiben. Außerdem habe ich unglaublich viel über das Land und die Einwohner Australiens gelernt.

 

Freitags habe ich immer in der Tierpraxis im benachbarten Ort geholfen, wobei ich viel beobachtet habe und ansonsten Kleinigkeiten wie Putzen oder Dokumente sortieren erledigt habe. Natürlich war es schade, dass ich selber so wenig direkt mit den Tieren machen durfte, aber der Grund dafür war mir ja klar. Außerdem waren die Tierärztinnen und Helferinnen immer supernett und dankbar und so habe ich mich nie nutzlos gefühlt. Etwa 3 Tage im Monat habe ich bei einer naheliegenden Schweinefarm bei der künstlichen Befruchtung von Schweinen geholfen. Für mich war dieses Projekt etwas, wozu ich niemals in Deutschland die Möglichkeit dazu gehabt hätte und ich fand es total interessant.

 

Dadurch, dass mein Projekt nicht von AFS, sondern von meiner Gastmutter und mir selber organisiert wurde, konnte ich mir meine Arbeitszeiten selber einteilen. Es lief darauf hinaus, dass ich ca. 4-5 Tage pro Woche Vollzeit gearbeitet habe, mir dann aber auch zwischendurch eine Woche Urlaub nehmen konnte. Alles in allem, waren meine Projekte nicht das, was ich mir vorgestellt hatte, aber dafür nicht weniger toll. Ich habe unglaublich viel über Tiere gelernt, durfte selber anpacken und mir war dank der Abwechslung niemals langweilig. Ich vermisse die Arbeit und die Menschen, mit denen ich gearbeitet habe, sehr.

AFS-Betreuung

Ich hatte während meiner Zeit in Australien nie wirkliche Konflikte mit meiner Gastfamilie oder wem anders, sodass ich die Hilfe von AFS kaum brauchte. Ich hatte ein Mid Stay Camp in Adelaide für einen Tag, was aber auch gleichzeitig die Vorbereitung für ein paar australische Austauschschüler war. Dort habe ich also nichts wirklich Neues gesagt bekommen und ich war froh über meine deutlich bessere Vorbereitung von AFS Deutschland.

Fazit

Die 5 Monate in Australien waren für mich eine tolle Zeit, in der ich viel über Australien und die Australier, über Tiere und auch über mich selber gelernt habe. Ich habe die Zeit wirklich genossen und würde mich immer wieder für einen Austausch entscheiden.