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Der Zirkus als ein pädagogisches, soziales und kreatives Hilfsmittel

Anna, Belgien, 2009, CSP

Anna hat ihren Freiwilligendienst in Belgien gemacht und dabei ein Jahr lang in einem Jugend-Zirkus gearbeitet. Von ihren vielfältigen Aufgaben und Erlebnissen berichtet sie hier.

Die Ereignisse meines halben Jahres in Belgien in Worte zu fassen, die beschreiben was ich alles dort erlebt habe, ist unmöglich. Der Text gibt einen kleinen Einblick und vielleicht einen Eindruck davon, wie ein Freiwilligendienst mit AFS in Belgien verlaufen kann.

Mein Projekt beim Freiwilligendienst in Belgien

Zirkus beim Freiwilligendienst in Belgien

Gleich von Beginn an war das Verhältnis zwischen den Mitarbeitern der Organisation und mir von einer sehr guten Atmosphäre geprägt. Ich wurde vom Bahnhof abgeholt, bekam gleich meinen neuen „Arbeitsplatz“ zu sehen (für den ich auch gleich einen Schlüssel bekam) und wurde in mein neues Zuhause, ein Zimmer in einem Studentenhaus gleich gegenüber der Organisation, gebracht. Im Verlauf der ersten Woche wurde ich von allen in meiner Organisation sehr herzlich empfangen und eingegliedert. So wurde ich beispielsweise auf der Internetseite vorgestellt und bekam dort eine eigene Rubrik, in der ich tagebuchartig von meinen Erlebnissen und Erfahrungen berichten konnte. Außerdem wurden mir die Ziele und Arbeitsweisen des Circusplaneets vorgestellt und ich bekam erste Aufgaben.

 

Die Aufgaben waren sehr vielseitig. Die verschiedenen Bereiche, in denen ich mitarbeiten sollte, waren mir bereits aus dem Activity Agreement bekannt. So half ich im Büro mit, wo eine der wohl umfangreichsten Aufgaben das Ausfüllen eines Antrages für finanzielle Unterstützung für einen Jugend-Zirkus-Austausch war. Hier konnte ich mein Wissen, das ich im Bezug auf interkulturellen Austausch und nicht formelles Lernen durch meine Bewerbung und Seminare bereits hatte, einsetzten und erweitern.

 

Weiterhin arbeitete ich an Kostümen, übernahm Streicharbeiten und war verantwortlich für „Open ruimte“, eine einmal in der Woche stattfindende Möglichkeit für alle Mitglieder frei zu trainieren. Ein weiterer Bereich, in dem ich mitarbeitete, waren die Kurse für die Kinder. Hier nahm ich zunächst nur teil und half - soweit es mir möglich war - den Kindern etwas über verschiedene Zirkustechniken beizubringen. In der letzten Zeit, als die Sprache einige Fortschritte gemacht hatte, betreute ich schließlich selbst einige Aufwärmspiele für die Kinder und konnte durch die Mitarbeit in einem Schulprojekt noch einmal einen Einblick in die Arbeit mit Kindern aus einem schwierigen sozialen Umfeld bekommen und lernte so etwas über die Methoden des „sozialen Zirkus“.

 

Zwei Tutoren standen mir für meine Zeit zur Seite. Es gab jedoch auch immer die Möglichkeit mit allen in der Organisation direkt zu sprechen, wenn Fragen oder Unklarheiten auftraten. Es herrschte zu jeder Zeit eine Stimmung die es mir ermöglichte, neue Sachen dazu zu lernen und in manchen Situationen auch mehr über mich selbst herauszufinden.

Die Betreuung durch AFS

Anna bei ihrer Arbeit im Freiwilligendienst in Belgien

Leider war mein On-Arrival-Camp relativ spät (2 Monate nach Ankunft). Es ist jedoch sehr verständlich, dass aus organisatorischen Gründen nur in gewissen Abständen ein On-Arrival-Camp möglich ist und da ich auf dem Vorbereitungsseminar bereits Freiwillige kennengelernt hatte, die auch in Belgien waren, hatte ich auch in den ersten 2 Monaten schon Kontakt zu anderen Freiwilligen und konnte meine Erlebnisse mit ihnen austauschen. Während des On-Arrival-Camps hat sich dann so eine gute Freiwilligengemeinschaft gebildet, mit denen ich bis zum Ende des Jahres immer wieder Unternehmungen machte und auch weiterhin im Kontakt geblieben bin.

 

Durch das Angebot an Kursen im Circusplaneet teilzunehmen, konnte ich auch Kontakte zu Belgiern knüpfen. Da ich mich bereits vor meinem EVS für Circus interessierte, war es ein wunderbares Angebot, das ich nach meiner Arbeit an Akrobatik- und Jonglierkursen teilnehmen konnte.

Mein Fazit

“Go-Strange“ (Auslandsmesse) in Belgien
“Go-Strange“ (Auslandsmesse)

Die Zeit verging wie im Flug und mein halbes Jahr war wahnsinnig schnell rum. Nachdem alles sehr gut gelaufen ist, ich viele Erfahrungen machen konnte und fantastische Leute kennengelernt hatte, fiel der Abschied sehr schwer.
Jetzt beginnt eine neue Zeit und ich bin sehr froh, die Erfahrung gemacht zu haben.

 

Was bleibt sind Erinnerungen, Freundschaften und ein unsichtbares Band, das mich wohl auf immer mit Belgien und dem Circusplaneet verbindet. Und wer weiß, vielleicht zieht mich dieses Band eines Tages zurück nach Belgien.