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Hej Denmark, hvordan går det?

Stella, Dänemark, 2012, CSP

Hej Denmark, hvordan går det?

Stella hat ihren Freiwilligendienst mit dem Community Service Program und AFS in Dänemark auf der Insel Bornholm geleistet. Dabei hat sie Kinder unterrichtet und viel Neues kennengelernt.

Land und Leute in Dänemark

Freiwilligendienst in Dänemark Bornholm
Bornholms Küsten….Felsen, feiner Sandstrand,Gras und viel Sonne!

Ich blicke auf einen 6-monatigen Lebensabschnitt mit AFS auf Bornholm zurück. Als ich davon erfuhr, dass ich auf Bornholm leben und arbeiten würde, habe ich kurz einmal bei Google-Maps geschaut, wo ich später zu finden bin. Von Bornholm hatte ich, obwohl von der anderen Seite der dänischen Grenze kommend, noch fast gar nichts gehört.

 

So wurden meine Augen ganz groß, als ich sah, dass es in der Ostsee und näher an Schweden als an Dänemark liegt. Ab dem Moment stellte ich mir mein halbes Jahr wie ein großes Abenteuer vor, malte mir Bilder aus, wie das Leben dort so ist, und Bekannte sagten mir, dass Bornholm die dänische Karibik sei. Wow, dachte ich und so kam der Termin für meinen Freiwilligendienst näher, die Aufregung und der Puls stieg, und der Goodbye Deutschland Tag kam schneller näher als erwartet.

 

Hello, Hej Danmark! Bei dem On-Arrival-Camp mit 200 anderen AFSern, lernte ich neue Leute kennen, zu denen ich teils heute noch Kontakt habe. Das On-Arrival-Camp war ein sehr schöner Anfang, besonders da unsere 16 köpfige 18+ AFSer Gruppe sich auf „an hip“ gut verstanden hatte und mit viel Spaß und besonders mit spanischem Humor bei der Sache war.

 

Anschließend sollte es für mich und fünf weitere Freiwillige nach Bornholm gehen. Ein Kolumbianer und ich waren die Freiwilligen, die sich entschieden hatten, nur für sechs Monate den Freiwilligendienst zu machen. Die anderen aus dem Austauschprogramm gingen für ein Jahr auf Bornholm zur Schule.

 

Bornholm war am Anfang größer als ich es mir vorgestellt hatte, jetzt wo ich viele Insider Ecken und Seiten kenne, erscheint mir die Insel viel kleiner als vorher, aber immerhin hat Bornholm viele verschiedene, große und kleine dänische Einkaufsläden, die für schöne Shoppingtage gesorgt haben, ein kleines gemütliches Kino, wo typisch Dänisch, internationale englische Filme gezeigt werden sowie viele andere tolle Veranstaltungsorte zum Feiern, Wandern, Schwimmen oder auch im Winter zum Schlittschuhlaufen. Im Sommer ist die Insel bei Touristen und Dänen vom Festland als Urlaubsziel sehr beliebt und somit ist von Familienfesten bis hin zum Trabrennen auf der Bornholmer Trabrennbahn immer sehr viel los. Das totale Gegenteil zum weißen, sehr ruhigen, aber trotzdem erstaunlich sonnigen Winter auf Bornholm.

 

Meine Gastfamilie

Ich wohnte die ersten 2 Monate bei einer älteren Dame. Sie lebte alleine und ich hatte mein eigenes Reich oben im Dachgeschoss. Also sehr viel Platz, was ich toll fand. Ich freute mich bei ihr zu wohnen. Nach 2 Monaten traf ich dennoch die Entscheidung, das Wohnen dort und das Arbeiten in der Privatschule gegen das Leben zusammen mit Gleichaltrigen in der Bornholmer Højskole einzutauschen. Die Arbeit in der Privatschule als Assistenzlehrerin in Deutsch als auch in anderen Fächern gefiel mir sehr gut, doch im Nachhinein ist es eine gute Entscheidung gewesen, nochmal fast neu anzufangen. AFS Bornholm, die für alles jederzeit da waren, halfen mir dabei, diesen neuen Schritt zu machen. Dafür bin ich sehr dankbar und ich schätze es sehr, die Unterstützung von AFS gehabt zu haben. Ohne AFS hätte ich vieles eigenständig regeln müssen.

 

Ich fand es sehr schön, nicht nur eine Gastfamilie, sondern auch eine Kontaktperson zu haben, weil ich mich mit der ganzen Kontaktfamilie sehr gut verstanden habe. Sie standen mir jederzeit zur Seite und ich verbrachte einen Großteil meiner Zeit mit Ihnen. Ich feierte Weihnachten sowie Geburtstage mit Ihnen. Weihnachten gehört zu einem Erlebnis in Dänemark, was man unbedingt miterleben muss. Viele tolle Traditionen, die das ganze Land pflegt und die einfach unbeschreiblich schön sind. Alles in allem waren es sehr schöne und beeindruckende Minuten, Stunden und Monate auf Bornholm. Neben dem Leben auf Bornholm war ich auch in Kopenhagen und auch einmal in Schweden unterwegs. Das Coole war die Fahrt mit der Schnellfähre von Rönne nach Ystad in Schweden. Innerhalb von 1 Stunde und 20 Minuten erreichten wir Schweden. Aber günstig war es leider nicht. :)

Meine Projekte beim Freiwilligendienst in Dänemark

Højskole in Dänemark
Ein kleiner Teil von der wunderschönen & gemütlichen Højskole

In der Privatschule (Grundschule bis 10. Klasse), wo ich die ersten 2 Monate gearbeitet habe, hat es mir von Anfang an sehr gut gefallen. Gründe dafür waren auf jeden Fall, dass alles etwas lockerer angegangen wird. Das heißt nicht, das jeder machen konnte, was er will, nein! Zu allererst duzten sich alle untereinander, also auch Lehrer und Schüler und neben dem zielorientierten Unterricht wird durch Spaß eine lockere Atmosphäre in der Schule geschaffen. Auch sah ich an der schulischen Ausstattung, dass es eine Privatschule ist. Große lichtdurchflutete Räume mit nur maximal 23 Schülern in jeder Klasse und einem Smartboard in jedem Raum, der ein volles Schulprogramm für spezielle Fächer & Klassen installiert hat. Außerdem konnte ich das Smartboard an der Wand gut als Hilfsmittel für meinen Vortrag im Deutschunterricht verwenden. Ich hatte ein 30-seitiges Powerpoint im ersten Monat für den Deutschunterricht erarbeitet und konnte es so abspielen und währenddessen darüber erzählen. Das fanden alle Schüler sehr interessant, besonders als ich angesprochen habe, dass ich als Schülerin nur 6 Euro pro Stunde (ich bin über 18) bei meinem Freizeitjob verdient habe und die dänischen Schüler unter 18 schon viel mehr Geld beim Aushilfsjob bekommen haben.

 

Nach dem Wechsel zur Højskole: Bei der Højskole habe ich dann ganz viele interkulturelle Menschen in meinem Alter kennengelernt. Besonders die Japanerinnen mochte ich sehr gerne, da Sie eine besondere Art und Weise an Höflichkeit haben. Auch wenn sie keinen guten Tag haben, sind sie trotzdem gut drauf und ich konnte mich sehr gut mit ihnen auf Englisch unterhalten. Auf der Højskole hat jeder sein eigenes Zimmer. Das Badezimmer teilt man sich mit 2- oder 3 Leuten und man muss es selber sauber halten. Das war wie ein WG-Leben, was manchmal nicht so gut geklappt hat, aber sonst richtig toll war. Andere Länder, andere Sitten. :)

 

Auf der Højskole war ich, wie alle anderen eine normale Schülerin und hatte ein wenig den „Auftrag“ meine Kultur den anderen zu vermitteln, indem ich Deutschland so gut wie möglich repräsentiere und Werte weitergebe. Es gibt einen bestimmten „Spendenpott“ der Højskole, deshalb konnte ich umsonst an die Højskole kommen und dort am Musikunterricht, Kunstkurs bis hin zum Töpferkurs und der Schmuckwerkstatt am kompletten Højskoleleben teilnehmen. Dies bieten nur ganz wenige Højskolen in Dänemark an. Normalerweise ist es nur gratis, wenn man an der Schule unterrichtet.

 

Das Højskoleleben fand ich klasse. Im Winter war es nur etwas schwer da wegzukommen. Die nächste Bushaltestelle war 3 Kilometer entfernt, im Dunkeln ohne Straßenlaternen von der Haltestelle zurückzugehen, war da wie eine kleine erlebnisreiche, gruselige, Nachtwanderung. Aber natürlich haben wir auch kleine eigene Feste in der Højskole veranstaltet oder kleine Ausflüge auf der Insel unternommen, welche immer sehr schön waren.

Mein Fazit

Schiff Dänische Königin
Dänische Königin auf ihrer Rundreise zu Besuch auf Bornholm!

Mein Austausch war so schön, wie es war. Wäre ich z. B. nach Kopenhagen in eine Familie gekommen, wäre es sicherlich ganz anders geworden, wie, weiß ich nicht. Aber, was ich euch sagen kann, ist, dass es auf die Menschen ankommt, die man kennenlernt, ob ein Austauschjahr gut oder nicht so gut wird. Qualität statt Quantität, wie man in der Schule so schön sagt. Diese Freundschaften, die ich geschlossen habe, sind nun auch nach meinem Aufenthalt in Dänemark noch so intensiv, dass es für mich ein richtig tolles Gefühl ist, sie zu haben und sie weiterhin zu pflegen.

 

Die Eigeninitiative ist eine der Eigenschaften, die in mir währenddessen weiter gewachsen ist und auf die ich sehr stolz bin. :) Einfach Neues auszuprobieren, neue Leute kennenzulernen und Spaß und Freude in einem anderen Land zu entwickeln und schließlich erwachsener zu werden und auf eigenen Beinen zu stehen. Diese Sachen sind unbeschreiblich kostbar und werden mich stets auf meinem weiteren Weg begleiten. :) Ich behalte diese Zeit in sehr guter Erinnerung und freue mich schon sehr meine Leute in Dänemark auf dem Festland als auch auf Bornholm zu besuchen.

 

Dänemark ist ein sehr schöner Ort für einen Auslandsaufenthalt. Es ist ein eher kleines Land, aber es hat viele tolle Traditionen, viele tolle Menschen, die dazu beitragen, dass du eine richtig geile Zeit in Dänemark haben wirst. Denn sie alle lieben und schätzen ihr Land sehr. Auch bei mir Zu Hause steht nun zu jedem besonderen Tag die dänische „Dannebro“ auf dem Tisch. Etwas Dänemark muss ich auch noch in Deutschland haben.

 

Leckereien aus Dänemark im Freiwilligendienst