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Leben und Arbeiten im Paradies

Lukas, Australien, 2010, IJFD

Lukas hat in seinem Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD) in Australien unter anderem in einem Wildlife-Park gearbeitet und sich dort um die Tiere gekümmert. Koalas streicheln inklusive. Er hatte aber noch weitere Projekte. Näheres dazu erfährst du in seinem Bericht.

Land und Leute in Australien

Lukas beim Internationalen Freiwilligendienst (IJFD) in Australien

Dass Australien ein riesiges Land ist, ist ja allseits bekannt, seine wahre Größe erfährt man aber nur, wenn man sich mal auf einen Roadtrip begibt. Was auf der Karte aussieht wie ein Katzensprung, ist in der Realität eine wahre Odyssee. Australier haben eine andere Einstellung zu Entfernungen, man fährt schon mal 300 km für einen eintägigen Familienausflug. Diese schiere Größe Australiens wurde mir in diesem Jahr mehr und mehr bewusst.

 

Die Leute habe ich als extrem gastfreundlich und hilfsbereit erlebt. Sie kennen keine Sorgen, da Australien sowohl wirtschaftlich als auch politisch stabil dasteht. Es gibt Vollbeschäftigung, in einigen Staaten werden sogar händeringend Arbeiter gesucht. Die Leute sind oftmals eher einfach gestrickt und genießen einfach das Leben.

 

Es sind Kleinigkeiten, an die man sich erst mal gewöhnen muss, Steckdosen zum Anschalten beispielsweise, die Frage "how are you?" die ständig aus Höflichkeit gestellt wird oder dass man im Bad immer die Lüftung anschalten muss.

 

Auch der Linksverkehr ist gewöhnungsbedürftig. Ich wollte anfangs immer auf der falschen Seite ins Auto einsteigen. Ungetoastetes Toastbrot ist Standard, am Anfang sträubte ich mich dagegen es zu essen, später passte ich mich einfach an.

 

Deutschland und Australien haben vieles gemeinsam, es sind beides sehr wohlhabende Staaten mit vergleichsweise wenig Problemen, in denen die Leute wenig Grund zur Sorge haben sollten. In Australien sorgt sich auch niemand, man blickt positiv in die Zukunft. In Deutschland sind Hierarchien deutlich stärker zu beobachten als in Australien, wo man auch mal Witze über den Boss machen oder ihm widersprechen kann, ohne irgendwelche Konsequenzen fürchten zu müssen. In beiden Kulturen wird gerne gegrillt, gefeiert und Sport betrieben.

Meine Projekte beim Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD) in Australien

Koala streicheln im Freiwilligendienst in Australien

Während meines Aufenthalts in Australien habe ich in verschiedenen Projekten gearbeitet:

 

Ich habe bei den Conservation Volunteers Bäume gepflanzt und Unkraut bekämpft, an einer Schule im Sportunterricht, im Kochunterricht, in der Schreinerei, in Schulbands und bei den IT-Jungs ausgeholfen. In einem Wildlifepark habe ich Tiere gefüttert und gepflegt, Gehege gesäubert und repariert, Zäune gebaut und Werkzeuge instand gesetzt.

 

An Schulen habe ich AFS - Präsentationen gehalten, was gut für das Selbstvertrauen war. Außerdem habe ich auf einer 160 Quadratkilometer großen Farm mit 3500 Schafen, 200 Rindern und eigenem Flugzeug gearbeitet. Pro Woche habe ich zwischen 25 und 30 Stunden gearbeitet. Meinen Einsatz auf Schulcamps kann man fast als 24 Stunden Dienst betrachten, weil man selbst mitten in der Nacht noch Schüler ins Bett schicken und Mamas anrufen musste.

 

Bei CVA und im Wildlifepark gab es mehr als genug zu tun, da wurde es teilweise stressig, weil ich so viele Aufgaben auf einmal zu erledigen hatte, was ich aber als angenehme Herausforderung betrachtet habe. An der Schule musste ich mir meine Arbeit selbst suchen und habe teilweise in der Bücherei ausgeholfen, aber wenn man proaktiv an die Sache herangeht, sehe ich da keinerlei Probleme.

Meine Gastfamilie

Das Einleben in meine Gastfamilie verlief reibungslos, nach einer Woche war ich fast schon ein Teil der Familie. Der Abschied fiel mir extrem schwer, weshalb ich dann am Flughafen weinen musste. Meine Gastmutter war bei AFS sehr aktiv und deshalb wurde ich sehr gut betreut. 

Betreuung durch AFS

Wir hatten zu Beginn, zur Halbzeit und zum Ende Seminare, die recht interessant waren und zum Nachdenken anregten. An AFS Deutschland hatte ich nicht besonders viele Erwartungen, weil ich ja im Ausland war, aber sie haben einen guten Job gemacht, immer sofort auf Anfragen reagiert und Infos sehr direkt weitergeleitet.

 

Konflikte gab es nur mit meiner Gastmutter, weil sie sehr organisiert und vorausplanend ist und ich eher chaotisch und spontan. Ich habe versucht mehr vorauszuplanen und meine Pläne nicht spontan zu ändern und sie hat teilweise für mich geplant, wir sind also schon irgendwie zurechtgekommen. Mit meinen Kollegen hatte ich immer nur Spaß, sie waren alle so entspannt, witzig und hilfsbereit, dass es nie zu Konflikten kommen konnte.

Die Sprache

Mein Englisch war in Ordnung, als ich ankam, meine Sprachkenntnisse haben sich aber dennoch extrem verbessert. Wenn ich mal etwas Falsches gesagt oder etwas falsch verstanden habe, wurde darüber oft ein harmloser Witz gemacht, da ich aber über mich selbst lachen kann, stellte das gar kein Problem dar.

Mein Fazit

Dieses Jahr war eine einmalige Erfahrung, eine Bereicherung und einfach nur das beste Jahr meines bisherigen Lebens. Ich habe viel gelernt, andere Kulturen kennengelernt, atemberaubend schöne Wasserfälle, Sonnenaufgänge und Strände bestaunt, bin Kajak gefahren, gesurft und geschnorchelt, ich habe auf einer Riesenfarm mit eigenem Flugzeug gearbeitet, geliebt und gelitten, habe Australier, Koreaner, Japaner, Belgier, Kongolesen, Neuseeländer, Haitianer, Brasilianer, Bolivianer, Israelis, Samoaner, Italiener, Kroaten und viele andere kennen und schätzen gelernt und durch unzählige wertvolle Gespräche erkannt, dass es mehr als nur Karriere gibt.