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Es ist so traurig, dass alles bald vorbei ist!

Pim, Thailand, 2008/09,

Es ist wirklich die Zeit, sich einzugestehen, dass alles fast vorbei ist. Es ist so ein trauriges Gefühl. Selbst nur wenn ich mir vorstelle, dass ich die Leute hier wahrscheinlich nicht wiedersehen werde, bin ich dann sehr betrübt. Auf der anderen Seite freue ich mich auch darauf, mein normales Leben in Thailand wieder zuführen und mit meinen Leuten da die Zeit zu verbringen.

Alles was ich hier in der zweiten Hälfte meines Austauschjahr gelernt habe, kann ich sicher nicht beschreiben. Da viel so viel passiert ist. Ich habe ja sehr viel erlebt. Ich habe mein Praktikum und Midstay- Camp gemacht. Vor allem ist die Beziehung zwischen meiner Gastfamilie und meinen Freunden und mir ausgezeichnet. Die Zeit vergeht unheimlich schnell vorbei. Viele Austauschschüler wollen in den letzten übrigen ein paar Monaten möglichst viel reisen. Ich aber ganz im Gegenteil. Ich möchte nur die Zeit mit meinen Leuten hier verbringen. Einfach hier bleiben und die tolle Zeit zusammen genießen. Fastnacht, Ostern, mein Geburtstag und alles andere waren echt genial.

Deutsche Geschichte und Politik sind sehr interessant

Deutsche Geschichte und Politik sind sehr interessant. Ich habe am meisten über das Holocaust im zweiten Weltkrieg erfahren. Mein Thema in Midstay-Camp ist nämlich über die Juden und Konzentrationslager und sie finde ich auch am interessantesten. Wie sie damals behandelt wurden ist total furchtbar. Die Aufseher und Aufseherinnen waren sehr stolz auf ihren Job. Wir haben viele Filmen darüber geschaut. Beim Der Vorleser war ich sogar 2 mal, darum kann ich mir alles besser vorstellen. Ich bin ebenfalls beeindruckt von der deutschen Politik. Bei uns gibt es so viele Korruption. Hier gibt es so viele verschiedene Partei und wie sie alle zusammen arbeiten können ist so toll. In Deutschland sind ja die Meinungsfreiheit und genauso die Gerechtigkeit sehr wichtig.

So ein fantasievolles Mädchen bin ich. Deswegen habe ich mir ziemlich viel von den Deutschen und deutsche Kultur vorgestellt. Die meisten von meiner Einbildung sind natürlich verkehrt :). Vielleicht habe ich auch viel gutes Karma gesammelt. Viele tollen Menschen sind deshalb durch mein Leben gelaufen. Thailand wird schon so lange als „ das Land des Lächelns “ bezeichnet. Kein Wunder, dass ich die Deutsche mir so ein unfreundlicher Mensch eingebildet. Die westliche Schule machte mir bereits große Angst. Vielleicht ist das Rassismus auch so extrem in Deutschland. Ich muss jetzt mal lachen, wenn ich an meine verrückte Fantasie denke. Es ist ja lächerlich :). Ich liebe Deutschland und will sogar hier weiter studieren. Ich mache mir keine Angst mehr. In Deutschland muss ich eigentlich nicht immer so ordentlich sein. Bei mir sind öfters humorvolle Leute herum. Es kommt schon mal vor, dass ich wegen den Ferien traurig bin, weil ich so gerne jeden Tag in die Schule gehe. Kein Rassismus und keine Beleidigung gegen einem kleinen schwarz-haarigen Mädchen aus Thailand. Jemand in Thailand hat mir gesagt, in Deutschland werde ich dann ein zweiten-niveauer Mensch. Also darüber würde ich sagen, dass es überhaupt nicht stimmt. Hier empfinde ich so, als ob ich besonders bin. Die Leute sind immer hilfsbereit, wenn eine kleine Ausländerin Hilfe braucht. :D

Vieles wird mir fehlen

Meine Gastfamilie und meine Freunde werde ich wahnsinnig vermissen. Genauso die Jahreszeiten in Deutschland werden mir fehlen :(. Auch die Schule, Fahrradfahren, die Pünktlichkeit, der Auflauf, mein Schlafzimmer hier, die Kartoffel, das Frühlingsgefühl, die Heizung und noch viel mehr. Obwohl ich das Brot nicht so gerne esse, werde ich es auch manchmal vermissen :). Gleichzeitig freue ich mich total auf meine Familie und Freunde in Thailand. Köstliches thailändisches Essen, die große Kaufhäuser , die Schuluniform, die billige und angenehme Reise, witzige Werbungen und TV- Programms und alles Billiges!!! haben mir schon lange gefehlt.

Wenn ich nach meiner Rückkehr einem neuen Austauschschüler ein Erlebnis oder eine Erfahrung aus meinem Jahr erzählen müsste, das mich am meisten geprägt hat, wären sie meine verrückte Klasse und auch das Abenteuer im Regen mit meinen Freundinnen :). Ich habe mein Austauschjahr viel einfacher geschafft, als was ich gedacht habe. Viele Versprechen zwischen uns werden schon gegeben. Ein Mal am mindesten werden sie mich besuchen und ich sie auch. Nur noch 6 Wochen übrig. Es tut mir schon arg weh dran zu denken. Ich habe gelernt, dass ein Austauschjahr viel mehr als eine neue Sprache wert ist. Nicht nur die Sprache, sondern die Freundschaft, die tolle Beziehung, wertvolle Probleme und viele Erfahrungen. Danke AFS für die Gelegenheit.

Mein AFS-Austauschjahr ist das Beste, was mir je passiert ist!! :D

Pim aus Thailand, 2008/09