FAQ für Einsatzstellen
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Fragen & Antworten für Einsatzstellen

Fragen & Antworten zum Einsatzstellenprogramm

Was sind Incoming-Freiwilligendienste und wer sind Incomer?

Mit Incoming-Freiwilligendiensten wird der Einsatz von Freiwilligen aus dem Ausland in Einsatzstellen und Programmen in Deutschland bezeichnet. Dabei sind Incomer alle Freiwilligen, die für den Zweck eines Freiwilligendienstes aus dem Ausland eingereist sind, oder ihr Visum zum Zweck eines Freiwilligendienstes verlängert bzw. geändert haben.
 
Jedes Jahr führt die Zentralstelle für Incoming-Freiwilligendienste, der AKLHÜ e.V., eine statistische Erhebung zur Aufnahme von internationalen Freiwilligen in Freiwilligendiensten in Deutschland durch.
 
Weitere Informationen über Incoming-Freiwilligendienste finden Sie hier.

Warum engagiert sich AFS für internationale Freiwillige?

Das Ziel von AFS ist, Menschen zu befähigen, mit einer globalen Perspektive aktiv Verantwortung für sich und für die Herausforderungen ihres Umfelds zu übernehmen. Dieses Ziel fördert AFS durch diverse pädagogisch begleitete Lern- und Austauschprogramme – sowohl international als auch am Lernort Deutschland.
 
AFS ist eine internationale, unabhängige und gemeinnützige Ehrenamtlichenorganisation mit mehr als 60 Länderorganisationen weltweit, die interkulturelle Programme durchführt, um Menschen in der Entwicklung ihres Wissens, ihrer Fähigkeiten und ihres Verständnisses zu unterstützen, die erforderlich sind, um eine gerechtere und friedvollere Welt zu schaffen.
 
AFS hilft Menschen in ihrem Bestreben, sich als verantwortungsvolle Bewohner dieser Erde für den Frieden und ein besseres Verständnis zwischen den unterschiedlichen Kulturen dieser Welt einzusetzen. AFS ist der Überzeugung, dass die Entwicklung des Friedens ein dynamischer Prozess ist, der durch Ungerechtigkeit, Ungleichheit und Intoleranz gefährdet wird.
 
AFS setzt sich für die Würde des Menschen und den Wert eines jeden Menschenlebens sowie aller Völker und Kulturen ein. AFS fördert die Achtung der Menschenrechte und der Grundrechte ohne jegliche Diskriminierung, insbesondere aufgrund von Abstammung, Herkunft, Sprache, Geschlecht, sexueller Identität, Religion, Behinderung oder gesellschaftlicher Stellung.
 
AFS gestaltet seine Programme im Bewusstsein seiner Grundwerte: der Würde, der Achtung von Unterschieden, der Harmonie, des Einfühlungsvermögens und der Toleranz. AFS kooperiert mit Einsatzstellen in Deutschland in dem Bewusstsein, dass diese Einsatzstellen die hier beschriebenen AFS Grundwerte teilen und in ihrem Handeln zum Ausdruck bringen.

Wie lange dauert das Freiwilligenprogramm und in welchem Rahmen findet es statt?

Die Programmteilnehmerinnen und -teilnehmer absolvieren ein 12-monatiges AFS-Programm. Sie kommen im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes, des Stipendienprogramms weltwärts Süd-Nord oder des Europäischen Solidaritätskorps nach Deutschland.

Aus welchen Ländern kommen AFS-Freiwillige nach Deutschland?

AFS ist ein internationales Netzwerk von ehrenamtlich getragenen AFS Partnerorganisationen, mit gemeinsamen Qualitätsstandards und pädagogischem Konzept. Im Zeitraum 2015 bis 2019 kamen über 250 AFS Incoming-Freiwillige aus folgenden Ausreiseländern:

Afrika: Ghana, Kenia, Südafrika
Asien: China, Indien, Philipinen, Vietnam
Europa: Großbritannien, Italien, Schweden, Spanien, Türkei
Mittlerer Osten: Afghanistan, Irak, Iran, Palästina, Syrien
Mittelamerika: Costa Rica, Dominikanische Republik, Guatemala, Mexiko, Panama
Nordamerika: USA
Südamerika: Bolivien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Paraguay, Peru

Wie alt sind die internationalen Freiwilligen, wenn sie nach Deutschland kommen?

Die Altersgruppe der 22- bis 24-jährigen stellt die größte Gruppe dar (ca. 50%). Die Altersgruppe 18- bis 21-Jährige und die Altersgruppe 25- bis 30-Jährige sind mit je ca. 25% vertreten.
 
AFS-Freiwillige aus dem Ausland sind somit im Durchschnitt älter als junge Menschen aus Deutschland, die innerhalb Deutschlands einen Freiwilligendienst absolvieren, bei denen die 18- bis 21-jährigen die größte Altersgruppe bilden.

Über welchen Bildungsabschluss verfügen die AFS Incoming-Freiwilligen?

Etwa die Hälfte der AFS Incoming-Freiwilligen verfügt über einen Bachelor- oder Master-Abschluss (50%), weitere ca. 20% nehmen unmittelbar nach dem Abschluss ihrer allgemeinen Hochschulreife am AFS Programm teil. Circa 30% der Freiwilligen unterbrechen für die Teilnahme am AFS Programm ihr laufendes Studium und legen zwei Praxissemester ein.
 
AFS Incoming-Freiwillige haben somit im Durchschnitt einen höheren Bildungsabschluss als nationale Freiwillige (d.h. junge Menschen aus Deutschland, die in Deutschland einen Freiwilligendienst absolvieren), bei denen die größte Gruppe Schulabgängerinnen und -abgänger bilden.

Verfügen die AFS-Incoming-Freiwilligen über Deutschkenntnisse?

Viele AFS Incoming-Freiwillige lernen bereits seit mehreren Jahren Deutsch als Fremdsprache, z.B. im Rahmen eines Studiums, als zweite Fremdsprache an der Schule, oder durch die vorherige Teilnahme an Deutsch Sommerintensivkursen in Deutschland. Auch ehemalige AFS Schülerjahresprogrammteilnehmerinnen und -teilnehmer in Deutschland, Österreich oder der Schweiz bewerben sich als AFS Incoming-Freiwillige. Diese Gruppe verfügt oftmals über eine selbständige und fachkundige Sprachverwendung (Niveau B2 oder höher, ca. 15% der Freiwilligen). Die zweitstärkste Gruppe hat eine fortgeschrittenen Sprachverwendung (Niveau B1, ca. 20%). Die meisten AFS Incoming-Freiwilligen haben grundlegende Deutschkenntnisse (Niveau A2, ca. 40%). Das AFS Programm ist auch offen für junge Menschen ohne Deutschkenntnisse (ca. 15%).
 
Sprachstufen des Europäischen Referenzrahmens: www.europaeischer-referenzrahmen.de

Können wir als Einsatzstelle ein Führungszeugnis von den internationalen Freiwilligen bekommen?

Alle AFS Incoming-Freiwilligen haben ein beglaubigtes, polizeiliches Führungszeugnis aus ihrem Ausreiseland. AFS stellt den Einsatzstellen, bei Bedarf, zusätzlich eine Übersetzung zur Verfügung (nicht beglaubigt).
 
Personen, die laut eines Führungszeugnisses einschlägig vorbestraft sind, dürfen nicht am AFS Incoming-Programm teilnehmen.

Wie werden die Incoming-Freiwilligen ausgewählt?

Das AFS Programm beginnt für alle zukünftigen AFS Incoming-Freiwilligen mit einer Bewerbung – entweder bei einer unserer AFS Partnerorganisationen, oder direkt bei AFS in Deutschand. In beiden Fälle reichen die Bewerberinnen und Bewerber umfangreiche Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf, Bilder, Motivationsschreiben, etc.) ein. Unsere Partner laden alle Bewerberinnen und Bewerber zusätzlich noch zu einem persönlichen Auswahlgespräch ein. Alle Bewerberinnen und Bewerber werden im Anschluss zu einem ausführlichen Skype-Interview mit Video von AFS Deutschland eingeladen.
 
Im Anschluss schlägt AFS Deutschland die zukünftigen Freiwilligen bei Einsatzstellen vor. Die finale Entscheidung obliegt natürlich der jeweiligen Einsatzstelle.
 
Nach dem persönlichen Auswahlverfahren und einer erfolgreichen Platzierung laden unsere AFS Partnerorganisationen alle zukünftigen AFS Incoming-Freiwilligen zu einem Vorbereitungsseminar ein. Erwartungsmanagement, praktische Fragen zur Vorbereitung und erste Einheiten zum interkulturellen Lernen stehen hier im Vordergrund.

Welche Voraussetzungen müssen wir als Einsatzstelle erfüllen, um einen Incoming-Freiwilligen aufzunehmen?

  • Ihre Organisation muss gemeinnützig oder gemeinwohlorientiert sein.
  • In der Einsatzstelle können Sie mindestens eine fest Ansprechperson für die fachliche Einarbeitung und kontinuierliche Anleitung der Freiwilligen benennen.
  • Freiwilligendienste sind arbeitsmarktneutral. Die Freiwilligen verrichten unterstützende, zusätzliche Tätigkeiten und ersetzen keine hauptamtlichen Kräfte.
  • Für die Teilnahme an den verpflichtenden AFS Seminartagen stellt die Einsatzstelle die Freiwilligen vom Dienst frei.
  • Ihre Einsatzstelle bringt die Bereitschaft mit, mit AFS und anderen Einsatzstellen zusammen zu arbeiten. Mit dieser Zusammenarbeit wird die Qualität für die Durchführung des Freiwilligendienstes gesichert und weiter verbessert.

Unsere Organisation liegt in einer ländlichen Region. Was ist, wenn sich AFS Incoming-Freiwillige bei uns einsam fühlen?

In Hamburg sagt man: Für jeden Fisch gibt es ein Fahrrad. Und das gilt auch für Einsatzstellen und Freiwillige. Wir verstehen es als unsere Aufgabe, passende AFS Incoming-Freiwillige für Ihre Einsatzstelle zu finden. Die Interessen unserer AFS Incoming-Freiwilligen sind ebenso divers, wie AFS Einsatzstellen verschieden sind.
 
AFS kooperiert mit über 100 Einsatzstellen deutschlandweit. Nur ca. 20% aller AFS Einsatzstellen liegen in urbanen Ballungsgebieten. Die meisten AFS Einsatzstellen sind im ländlichen Raum oder in Kleinstädten. Unabhängig von der Lage der Einsatzstellen gilt: Gemeinsam stellen sich AFS und Einsatzstellen der Aufgabe, allen AFS Incoming-Freiwilligen eine gute Einbindung und Teilhabe am sozialen Leben zu ermöglichen. Dies kann auf unterschiedliche Art und Weise passieren.

Best Practice Beispiele von aktuellen AFS Einsatzstellen:

  • Die Einsatzstelle kann (innerhalb oder außerhalb der eigenen Organisation) eine Kontaktperson benennen, welche sich für die soziale Einbindung der Freiwilligen verantwortlich fühlt: Eine Einladung zum Osterfeuer, ein gemeinsamer Besuch beim Weihnachtsmarkt, aufzeigen von Sport- und Kulturangeboten vor Ort oder die Begleitung zum Einwohnermeldeamt. Jede Geste macht einen Unterschied.
  • Einige Einsatzstellen sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer zu erreichen. Manche dieser Einsatzstellen stellen den AFS Incoming-Freiwilligen ein Fahrrad zur Verfügung. Andere ermöglichen den Zugang zum Fuhrpark für private Fahrten in der Freizeit. Mobilität trägt zu Zufriedenheit bei.
  • Mancherorts können Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter, die aus einer nahgelegenen Stadt pendeln, den/die Freiwillige/n mitnehmen. Durch Fahrgemeinschaften können andere Formate (z.B. Studierenden-WG oder -wohnheim) und Orte für die Unterkunft berücksichtigt werden.
  • AFS empfiehlt, Freiwilligen ein angemessenes Taschengeld zu zahlen, welches die Teilhabe am sozialen Leben ermöglicht (z.B. für gemeinsame Kinobesuche, Mitgliedschaft im Sportverein, etc.). Auch die Finanzierung von zusätzlichen Regionalfahrten zu AFS Kontaktpersonen ist möglich.
  • Einige Einsatzstellen nehmen gleich mehrere AFS Incoming-Freiwillige auf.
  • Die Einsatzstelle arbeitet mit AFS zusammen und tauscht sich mit anderen Einsatzstellen auf dem AFS Netzwerktreffen über Best Practice Beispiele aus.

Unser AFS Programm ist mehr, als nur ein Freiwilligendienst. AFS ist ein deutschlandweites Netzwerk von über 3.000 aktiven Ehrenamtlichen – und davon profitieren auch alle AFS Incoming-Freiwilligen.

  • Beim AFS On Arrival Training lernen sich alle AFS Incoming-Freiwilligen programmübergreifend kennen. So entsteht ein verbindendes Gruppengefühl, welches die Freiwilligen stärkt und gleichzeitig soziale Kontakte zu Incoming-Freiwilligen in der gleichen Situation ermöglich. Einige Freiwillige wohnen in der gleichen Region. Viele Freiwillige besuchen sich gegenseitig – deutschlandweit.
  • Die AFS Begleitseminare sind so terminiert, dass die Gruppe alle 2-3 Monate zu einem AFS Begleitseminar zusammenkommt und sich die Freiwilligen auch unter dem Jahr austauschen können.
  • Im Rahmen des AFS Peer-Programm bekommt jede/r Freiwillige eine/n persönliche/n Ansprechpartner/in
  • Viele AFS-Ehrenamtiche arbeiten in sogenannten Komitees zusammen. Das sind regionale Gruppen, die sich in regelmäßigen Abständen treffen und vor Ort AFS Aufgaben übernehmen – vom Stammtisch bis zum gemeinsamen Ausflug findet immer etwas statt. AFS Komitees und AFS Incoming-Freiwillige erhalten gegenseitig die Kontaktdaten um eigenverantwortlich miteinander in Kontakt zu treten.
  • AFS Couchsurfing kann von Freiwilligen an ihren Wochenenden und Urlaubstagen genutzt werden, um Deutschland zu erkunden und Kontakte zu anderen AFSern zu pflegen
  • AFS Feiertagsgastfamilien laden Freiwillige, die an Feiertagen wie Weihnachten und Ostern dienstfrei sind, zu sich nach Hause ein
  • AFS begleitet die AFS Incoming-Freiwilligen hauptamtlich mit pädagogischem Fachpersonal. Bei Heimweh und größeren oder kleineren Krisen können alle AFS Incoming-Freiwilligen die Kolleginnen und Kollegen der pädagogischen Begleitung kontaktieren. Wir bieten Coaching per Telefon, E-Mail und in persönlichen Treffen an und es ist individuelle Betreuung gewährleistet. Das pädagogische Fachperson und alle AFS Incoming-Freiwilligen lernen sich während des AFS On Arrival Trainings in Hamburg kennen. Auf dieser persönlichem Kontakt baut die Begleitung auf. Auch das Personal der AFS Einsatzstellen kann sich mit Fragen an uns wenden. Wir moderieren in Konfliktsituationen oder helfen, diese vorzubeugen.

Zentralstellen und Träger: Wie sind die Verantwortlichkeiten im AFS-Incomingprogramm verteilt?

Zentralstelle und Träger haben die organisatorische Gesamtverantwortung für die ordnungsgemäße Durchführung von Freiwilligendiensten. Zentralstellen treten als politische Interessenvertretung auf, wohingegen der Träger die operative Durchführung von Freiwilligendiensten sicherstellt. Wichtig für Sie: Einsatzstellen können sich frei entscheiden, gleichzeitig mit mehreren Zentralstellen und Trägern zusammenzuarbeiten und verschiedene Dienstarten anzubieten.
 
AFS ist Träger im Bundesfreiwilligendienst und arbeitet an der Schnittstelle von entsendender Partnerorganisation, Einsatzstelle und Freiwilligen. AFS arbeitet dafür mit verschiedenen Zentralstellen in unterschiedlichen Programmen zusammen.
 
Im Incoming-Bundesfreiwilligendienst arbeitet AFS als Träger mit dem AKLHÜ e.V. (Arbeitskreis für Lernen und Helfen in Übersee e.V.) als Zentralstelle zusammen. Der AKLHÜ ist Netzwerk und Fachstelle für internationale personelle Zusammenarbeit und ein gemeinnütziger Verein mit 52 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen personelle Entwicklungszusammenarbeit, internationale Freiwilligendienste und entwicklungsbezogene Bildungsarbeit. Seit 2013 ist die Qualitätsstelle des Verbundes „weltoffen“ im weltwärts-Programm sowie eine Zentralstelle im Bundesfreiwilligendienst (BFD Incoming) beim AKLHÜ angesiedelt.
 
Zur Durchführung von Incoming-Freiwilligendiensten in deutschen Jugendhergen kooperiert der gemeinnützige Verein Deutsches Jugendherbergswerk e.V. seit 2015 mit AFS. AFS führt die Vermittlung der Freiwilligen und die pädagogische Begleitung durch. Die zugehörige Zentralstelle ist der Paritätische Gesamtverband.
 
Für das Stipendienprogramm weltwärts Süd-Nord ist AFS ebenfalls Trägerorganisation. Vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) ist für dieses Programm die Zusammenarbeit mit der Zentralstelle Engagement Global gGmbH festgelegt. Engagement Global vereint Einrichtungen und Programme, die sich in der entwicklungspolitischen Arbeit einsetzen und ist die zentrale Anlaufstelle in Deutschland für entwicklungspolitisches Engagement, deutschlandweit wie international.
 
Im Europäischen Solidariätskorps übernimmt die Nationale Agentur Jugend für Europa viele Funktionen einer Zentralstelle. JUGEND für Europa ist im Auftrag der EU-Kommission und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) Nationale Agentur für das Europäische Solidaritätskorps. AFS ist eine sogenannte Koordinierende Organisation und übernimmt die operative Durchführung des Programms.