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Fragen & Antworten zum Schüleraustausch

Ein ganzes Schuljahr oder kürzer – wie soll ich mich entscheiden?

Generell empfiehlt AFS: Je länger, desto besser. Unsere Erfahrungen aus über 70 Jahren Schüleraustausch zeigen, dass du eine andere Kultur nur gut verstehen lernst, wenn sie ein zweites Zuhause für dich geworden ist, und das braucht Zeit. Außerdem lernst du mehr über dich selbst und die Welt, je mehr Zeit du im Ausland verbringst. Häufig ist es so, dass das richtige Einleben erst nach einem halben Jahr abgeschlossen ist und danach der „Alltag“ kommt. Viele Jugendliche können sich an diesem Punkt nicht vorstellen, schon wieder nach Hause zu fahren. Es gibt jedoch auch gute Gründe für einen kürzeren Aufenthalt: Nicht alle Jugendlichen möchten ein ganzes Schuljahr fern der Heimat sein. Manche haben Bedenken, den Anschluss in der Schule in Deutschland zu verlieren. Wieder andere möchten vor allem bestehende Sprachkenntnisse vertiefen. Deshalb bietet AFS neben dem Schuljahresprogramm auch Aufenthalte für ein Schulhalbjahr sowie Kurzzeitprogramme und Sprachcamps im Ausland an.

Ich mache nach der 12. Klasse Abitur. Kann ich vor dem Abi trotzdem für ein ganzes Schuljahr ins Ausland gehen?

Auch bei 12 Jahren zum Abitur gibt es Möglichkeiten für ein ganzes Austauschjahr. Diese sind aber je nach Bundesland verschieden. Hier ist es wichtig, dass du dich mit deiner Familie frühzeitig informierst, welche Möglichkeiten deine Schule und dein Bundesland bieten.

Erkennen deutsche Schulen das Austauschjahr an?

Wenn Jugendliche das 10. Schuljahr (Abitur in 12 Jahren) oder das 11. Schuljahr (Abitur in 13 Jahren) im Ausland verbringen, ist die Anerkennung nach einem Beschluss der Kultusministerkonferenz grundsätzlich möglich. Wir empfehlen dir, dich bereits vor deiner Bewerbung direkt mit deiner Schulleitung in Verbindung zu setzen, um die Anerkennung zu klären. Oft unterstützen Schulen und Lehrkräfte einen Auslandsaufenthalt mit individuellen Absprachen, schicken dir zum Beispiel deutschen Lernstoff ins Ausland oder räumen dir nach deiner Rückkehr eine "Karenzphase" ein, in der du Versäumtes nachholen kannst.

Ich gehe auf eine Realschule und möchte ins Ausland. Wann ist der beste Zeitpunkt für mich?

Für Schülerinnen und Schüler einer Realschule bietet sich die Zeit zwischen Schulende und Berufsanfang bzw. Ausbildungsbeginn an.

Wie lang muss meine Selbstbeschreibung sein, und was soll sie beinhalten?

Keine Angst, du musst keine Romane schreiben. Im Bewerbungsbogen in unserer Broschüre haben wir ein paar Fragen als Hilfestellung und auch in unserem Online-Bewerbungsportal findest du diese. Zum Beispiel: Warum möchtest du ins Ausland gehen? Wie sieht dein Alltag aus (beschreib kurz, was du in deiner Freizeit machst, deine Hobbys und wie dein Familienleben aussieht)? Wie beschreibst du dich selbst?
Du kannst natürlich auch mehr schreiben. Entscheidend ist, dass wir einen ersten Eindruck von dir bekommen können!

Worauf wird bei meiner Bewerbung und dem Einführungsseminar/Auswahl geachtet?

Neben den formalen Kriterien wie beispielsweise deinem Alter (in der Regel zwischen 15 und 18 Jahren je nach Gastland) sind persönliche Eigenschaften wie Flexibilität, Offenheit, Verantwortungsgefühl und Toleranz wichtig.

Wie läuft das Einführungsseminar/Auswahl ab?

Die AFS-Einführungsseminare/Auswahlen dauern in der Regel ein Wochenende (von Samstag bis Sonntag). Bei der Einführung in den Programmablauf kannst du gemeinsam mit anderen Jugendlichen erste kulturelle Erfahrungen sammeln. In Gesprächen, Diskussionsrunden oder Rollenspielen möchten wir dich außerdem besser kennen lernen. Lass dich einfach überraschen! Aber auch du hast die Möglichkeit, einen Eindruck von AFS und seinen Ehrenamtlichen zu bekommen. Viele von ihnen waren übrigens selbst mit AFS im Ausland und wissen daher gut, wie du dich fühlst und was du wissen möchtest. Bei dieser Veranstaltung kannst du viele deiner Fragen klären und dir weitere Erfahrungsberichte anhören. Für viele AFSerinnen und AFSer war das Einführungsseminar/Auswahl und der dort herrschende AFS-Spirit ein wichtiger Grund, sich für AFS zu entscheiden. Die endgültige Aufnahme ins AFS-Programm erfolgt dann im Anschluss.

Sommer- oder Winterabreise. Wo liegen die Vorteile?

Das Länderangebot variiert zwischen Sommer- und Winterabreise. Die Chance auf das Wunschland ist in der Winterabreise höher, da es insgesamt weniger Bewerberinnen und Bewerber gibt. Dadurch ist auch die Aussicht auf finanzielle Unterstützung besser. Bei der Sommerabreise hast du mehr Länder zur Auswahl, aber gegebenenfalls auch mehr Konkurrenz um dein Wunschland. Hier gilt: Je eher du dich bewirbst, desto besser sind deine Chancen auf dein Wunschland und eine finanzielle Förderung. Die Sommerabreisen liegen zwischen Ende Juni und Ende September. Die Winterabreisen finden zwischen Anfang Januar und Ende April.

Kann ich in jedes Land meiner Wahl gehen?

Prinzipiell ja. Jedoch gibt es Aufnahmekriterien, die es für die Gastländer zu beachten gilt wie Alter, Allergien, Ernährungsgewohnheiten und Schulleistungen.

 

Du bewirbst dich bei AFS zunächst für die generelle Programmteilnahme und noch nicht für ein bestimmtes Land. Die Länderinteressen, die wir auf dem Bewerbungsformular abfragen, sind noch nicht verbindlich und dienen uns lediglich zur Orientierung.

 

Erst wenn du in das AFS-Programm aufgenommen bist, bekommst du einen sogenannten Länderpräferenzbogen. Darauf gibst du dann verbindlich deine Länderwünsche (Erstwünsche und ggfs. Alternativländer) an. Dabei versuchen wir natürlich, deinen Erstwunsch zu erfüllen.

 

Die Nachfrage für einige Gastländer ist größer als die Anzahl der uns zur Verfügung stehenden Plätze (bspw. Australien, Neuseeland und Island). Daher bitten wir in diesen Fällen die Bewerberinnen und Bewerber, auf dem Länderpräferenzbogen mehrere Länderwünsche anzukreuzen. Eines deiner Wunschländer wird dir dann bei der so genannten Länderverteilung zugewiesen.

 

In den meisten Ländern haben wir genug Plätze, so dass du bei rechtzeitiger Bewerbung mit einer baldigen Zusage für dein Wunschland rechnen kannst. (z.B. USA, Großbritannien, Malta, China, Thailand, Argentinien u.a.). Wir können dir aber vorab keine Garantie für ein bestimmtes Land geben. Besonders bei beliebten Ländern gilt: Je eher du dich bewirbst, desto besser sind deine Chancen auf dein Wunschland und eine finanzielle Förderung.

Muss ich Kenntnisse der Landessprache besitzen?

In der Regel benötigst du keine Vorkenntnisse der jeweiligen Landessprache. Sobald dein Gastland feststeht, empfiehlt AFS, sich Grundkenntnisse anzueignen. Für die USA, Großbritannien, Irland und die Schweiz (Französisch) sind gute Grundkenntnisse der Sprache Voraussetzung für die Bewerbung. Für einige Länder (z.B. USA) ist ein zusätzlicher Englischtest erforderlich, den die Ehrenamtlichen auf dem Einführungsseminar mit dir durchführen werden.

Kann ich innerhalb meines Wunschlandes den Ort oder die Region wählen?

AFS bietet keine Staaten- oder Regionenwahl an. Das liegt daran, dass unsere Partnerorganisation im Gastland anhand deines Profils eine geeignete, möglichst gut passende Gastfamilie sucht – und die kann überall wohnen.

Kann ich Wünsche in Bezug auf die Gastfamilie äußern?

Nein. Das hat verschiedene Gründe, unter anderem suchen sich die Familien ihre Gastkinder aus – auf Basis eines Vorschlags von AFS. Denn uns ist es wichtig, dass du mit deiner Gastfamilie gut zusammenpasst. Das ist die beste Voraussetzung für ein tolles Jahr. Daher suchen unsere Partner vor Ort aufgrund deiner Unterlagen und Kriterien wie z.B. Hobbies die Familie aus, die gut zu dir passt.

 

Die AFS-Gastfamilien sind so vielfältig wie die Strukturen innerhalb eines Landes. Das bedeutet, dass es nicht nur Familien im traditionellen Sinne (Vater, Mutter und Kind(ern)) gibt, sondern auch Alleinerziehende oder alleinstehende Gastmütter bzw. Gastväter und gleichgeschlechtliche Paare mit oder ohne Kinder. Wenn sich eine Familie mit besonderer Konstellation vorstellen kann, dich ein Jahr aufzunehmen, fragen wir dich vorher, ob du es dir ebenfalls vorstellen kannst.

 

Alle AFS-Gastfamilien durchlaufen einen Auswahlprozess und werden auf das Programm vorbereitet. Die Gastfamilien nehmen einen Jugendlichen in der Regel unentgeltlich aus Interesse an anderen Menschen und Kulturen bei sich zu Hause auf. Sollte das Zusammenleben trotz Bemühungen auf beiden Seiten und Hilfe durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort nicht funktionieren, kann die Gastfamilie kostenfrei gewechselt werden.

Wir haben bereits eine Gastfamilie und eine Schule im Ausland. Kann AFS jetzt für uns das Visum und die Reise organisieren?

Grundsätzlich schon, es gibt aber Voraussetzungen, die du erfüllen musst. Zunächst bewirbst du dich ganz regulär für unser Programm. Sobald du eine Zusage für dein Wunschland hast, kann sich deine privat gefundene Gastfamilie bei unserer Partnerorganisation  im Gastland bewerben und dort den regulären Auswahlprozess durchlaufen. Je nach Gastland gibt es verschiedene Kriterien, z.B. darf die Familie in manchen Ländern nicht mit dir verwandt sein. Wenn die Familie den AFS-Kriterien entspricht und auch ein Schulplatz für dich gefunden wird, vermittelt dich AFS dorthin. Auch du bist ganz normale/r AFS-Programmteilnehmerin oder –Programmteilnehmer und nimmst an allen Programmveranstaltungen in Deutschland und im Gastland teil.

Muss ich das Visum für den Schüleraustausch beantragen?

Ja, aber AFS steht dir dabei zur Seite und versorgt dich mit allen notwendigen Informationen bzgl. der Anträge. Je nach Land sind unterschiedliche Dokumente nötig. Die Kosten für dein Visum sind nicht im Programmpreis enthalten und variieren von Land zu Land.

Was ist im Programmpreis enthalten?

Wenn du die Preise verschiedener Austauschorganisationen miteinander vergleichen möchtest, solltest du darauf achten, dass diese Preise auch die gleichen Leistungen beinhalten! Besonders auf eine Insolvenzversicherung solltest du achten. Es ist außerdem ratsam, eine gemeinnützige Organisation zu wählen, da diese kein kommerzielles Interesse hat und sich – wie AFS - Qualitätskriterien im Jugendaustausch verpflichtet hat.

 

Eine Aufstellung unserer Leistungen findest du hier:

Wie bewerbe ich mich für ein Stipendium?

Nach erfolgreicher Aufnahme in das Programm kannst du dich um ein Stipendium bewerben. Wir schicken dir Informationen zu allen Stipendienprogrammen sowie die notwendigen Unterlagen zur Beantragung eines Stipendiums zu. Ein Stipendienausschuss entscheidet schließlich über die Vergabe. (Ausnahmen sind die separaten Bewerbungsverfahren für das Parlamentarische Patenschaftsprogramm und das AJA-Stipendium)

Wie groß sind meine Chancen auf finanzielle Unterstützung?

AFS vergibt jährlich Stipendien an über 35 % der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Die Chance auf ein Stipendium richtet sich nicht nur nach der finanziellen Situation deiner Eltern. Jedes Stipendium hat andere Voraussetzungen und Anforderungen: So fördern wir u.a. ehrenamtlich engagierte Jugendliche sowie Kinder mit Migrationshintergrund, Realschülerinnen und -schüler oder Jugendliche aus ausgewählten Regionen in Deutschland. Ein weiterer Schwerpunkt der Stipendienprogramme liegt auf dem Austausch in bestimmte Regionen wie Osteuropa oder Asien.

Es gibt auch die Möglichkeit, Schüler-BAföG zu beantragen. Dazu erkundige dich bitte auf der Webseite des BAföG-Amtes.

Wie kann ich mich auf meinen Aufenthalt vorbereiten?

Vor der Abreise besuchst du zwei bis drei Wochenendseminare zur Vorbereitung auf deine Auslandserfahrung. In den Seminaren wirst du angeleitet, über dich und deine Erwartungen zu reflektieren, sowie mit ungewohnten Situationen umzugehen. Außerdem erfährst du Wissenswertes über die Kultur deines Gastlandes und über typische AFS-Regeln. Wir raten dir außerdem dazu, dir vor der Abreise Kenntnisse in der Landessprache anzueignen.

 

Zudem hast du die Möglichkeit AFS-Erfahrungsberichte auf unserer Webseite durchzulesen, unseren Social Media Accounts zu folgen und dich weiter zu informieren. Auch auf dem AFS-Blog kannst du nachlesen, was andere Programmteilnehmerinnen und -teilnehmer erlebt haben.

Kann mich meine Familie während meines Austausches besuchen?

Unserer Erfahrung nach erschwert es deine Integration und dein Erleben einer fremden Kultur, wenn deine leibliche Familie zu Besuch kommt. Wir raten deshalb dringend davon ab. In den meisten Gastländern ist es in einem bestimmten Zeitraum, z.B. im ersten halben Jahr, auch nicht erlaubt, Besuch aus Deutschland zu empfangen.

Kann ich im Gastland reisen?

Generell ja. Allerdings musst du deine Gastfamilie sowie die Partnerorganisation im Gastland rechtzeitig um Erlaubnis bitten. Deine Eltern müssen aus Sicherheitsgründen eine Einverständniserklärung unterschreiben. Nicht jede Reise wird genehmigt – es kommt auf die Umstände an. Genauere Informationen dazu, welche Reisen möglich sind, bekommst du spätestens bei der Arrival Orientation kurz nach deiner Ankunft im Gastland.

Brauche ich eine Auslandskrankenversicherung?

Du genießt während deiner Programmteilnahme mit AFS den Schutz einer Auslandskrankenversicherung. Ausnahmen vom Versicherungsschutz sind Vorerkrankungen und Routineuntersuchungen. AFS empfiehlt, die persönliche Krankenversicherung auch während des Auslandsaufenthaltes fortzuführen oder ggf. eine private Zusatzversicherung abzuschließen. Eine Haftpflichtversicherung ist nicht im AFS-Programmpreis enthalten.

Ich hab eine Allergie/Lebensmittelunverträglichkeit/Essenseinschränkung – kann ich trotzdem ins Ausland?

Grundsätzlich ja. Allerdings musst du eventuell bei der Länderwahl etwas flexibel sein.

 

So ist es z.B. nicht möglich als Vegetarier oder Veganer ein Austauschjahr in Argentinien zu verbringen, in Indien ist dies dafür unproblematisch. Vegetarier und Veganer müssen trotzdem flexibel bleiben und können nicht damit rechnen, dass für sie gesonderte Mahlzeiten gekocht werden. Es ist jedoch oftmals möglich, tierische Produkte einfach wegzulassen.

 

Ruf uns im Zweifelsfall an und wir besprechen mit dir gerne, welche Länder für dich in Frage kommen. Gemeinsam finden wir ein passendes Land und ein passendes Stipendium für dich!