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Eltern: Fragen & Antworten zum Schüleraustausch

Warum sollten wir uns für AFS entscheiden?

AFS zählt zu den weltweit größten, ältesten und erfahrensten Organisationen für Jugendaustausch und interkulturelles Lernen. Mehr als 400.000 Jugendliche und Gastfamilien haben in den vergangenen 70 Jahren weltweit an den AFS-Programmen teilgenommen und damit zu einer toleranteren und friedlicheren Welt beigetragen.

 

Durch die Austauscherfahrung sowie die interkulturelle Lernbegleitung durch Seminare und Workshops verbessern unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht nur ihre Sprachkenntnisse, sondern lernen verständnisvoller, offener und vorurteilsfreier zu agieren.

 

Viele bleiben auch nach ihrem Austausch eng mit AFS verbunden, übernehmen Ehrenämter und bilden das Fundament der AFS-Gemeinschaft. Sie werden intensiv geschult,  berichten in Vorbereitungsseminaren von ihren eigenen Erfahrungen im Ausland und geben Hilfestellungen im Umgang mit neuen Kulturen. Bei AFS Deutschland engagieren sich rund 3.000 Ehrenamtliche, die in über 100 örtlichen Komitees organisiert sind.

 

AFS unterhält eine Geschäftsstelle in Hamburg sowie Regionalbüros in Berlin, Köln und Stuttgart mit mehr als 90 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Eine Ansprechperson finden Sie also sicher auch in Ihrer Nähe.

 

AFS ist gemeinnützig. Der Verein finanziert sich durch Teilnahme- und Mitgliedsbeiträge, Spenden, Stiftungs- und öffentliche Mittel sowie Zuwendungen von Unternehmen. Diese Einnahmen decken die Gesamtkosten der Organisation und werden darüber hinaus für interkulturelle Projekte und Schülerstipendien eingesetzt: Um möglichst vielen Jugendlichen eine prägende Zeit im Ausland zu ermöglichen, erhält rund ein Drittel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine finanzielle Unterstützung.

Wir wollen, dass der Auslandsaufenthalt Ihres Kindes ein voller Erfolg wird. Deshalb achtet AFS bei der Programmarbeit sorgfältig auf die Einhaltung zentraler Standards und Qualitätskriterien und erhebt jährlich die Zufriedenheit seiner Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Als Mitglied der Initiative Transparente Zivilgesellschaft verpflichten wir uns, öffentlich Bericht über unsere Ziele und Mittel abzulegen.

Warum sollte mein Kind einen Schüleraustausch machen?

Es gibt viele gute Gründe für einen Schüleraustausch. Wir haben einige zusammengefasst:

 

Ein Schüleraustausch ist eine fabelhafte Möglichkeit, um den akademischen Horizont Ihres Kindes zu erweitern. In einer Schule in einem anderen Land kann sich Ihr Kind mit ganz neuen Fächern wie Umweltwissenschaften, Computerengineering oder neuen Sportkursen ausprobieren. Es  kann dabei neue Interessen und Fähigkeiten entdecken, die später bei der Berufswahl hilfreich sein können.

 

Durch das Leben in einer Gastfamilie lernen Jugendliche neue Berufsbilder kennen und setzen sich intensiv mit der Frage auseinander, wer sie sind und wo sie hin wollen. Nicht zuletzt sind Auslandserfahrungen, erweiterte Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenzen ein echter Vorteil im Berufsleben.

 

Die Zeit im Ausland, aber auch die Seminare und Workshops bereiten Jugendliche darauf vor, selbstständiger zu agieren. Sie lernen Probleme aktiv anzupacken, über kulturelle Unterschiede hinweg zu kommunizieren und sich in einem fremden Land zu orientieren.

 

Ein Schüleraustausch mit AFS hilft Schülerinnen und Schülern weltoffener zu werden – sie verstehen besser wie Kultur, Kommunikation und Chancengleichheit das Leben aller Menschen auf der Welt beeinflussen. Dieses Wissen ist essentiell für Weltbürgerinnen und Weltbürger, die bereit sind für die Herausforderungen einer zunehmend vernetzen Welt. Ein Schüleraustausch verschafft ihnen die notwendigen Fähigkeiten, um Verantwortung zu übernehmen.

 

Nicht zuletzt haben die Schülerinnen und Schüler bei AFS während ihres Auslandsaufenthaltes eine tolle Zeit – viele ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer sagen noch heute, dass es „das beste Jahr ihres Lebens“ gewesen ist. Sie bekommen eine zweite Familie und lernen neue Freunde kennen – in Deutschland wie auch in der ganzen Welt

Erkennen deutsche Schulen das Austauschjahr an?

Wenn Jugendliche das 10. Schuljahr (Abitur in 12 Jahren) oder das 11. Schuljahr (Abitur in 13 Jahren) im Ausland verbringen, ist die Anerkennung nach einem Beschluss der Kultusministerkonferenz grundsätzlich möglich. Wir empfehlen Ihnen, sich bereits vor der Bewerbung Ihres Kindes direkt mit seiner Schulleitung in Verbindung zu setzen, um die Anerkennung zu klären. Oft unterstützen Schulen und Lehrkräfte einen Auslandsaufenthalt mit individuellen Absprachen, schicken zum Beispiel deutschen Lernstoff ins Ausland oder räumen nach der Rückkehr eine "Karenzphase" ein, in der Ihr Kind Versäumtes nachholen kann.

Kann mein Kind dieselben Fächer wie in Deutschland belegen?

Eine Garantie gibt es leider nicht. Die Schulsysteme, Fächer und Unterrichtsinhalte unterscheiden sich international zum Teil sehr stark. Planen Sie daher ein, dass Ihr Kind nicht alle Fächer aus dem deutschen Unterricht im Ausland  fortführen kann. Dafür bekommt es aber die Chance in anderen Unterrichtsfächern neue Inhalte zu lernen und vielleicht ein verstecktes Talent zu entdecken.

 

Wird dadurch die Anrechnung an der Heimatschule erschwert, kann es im Einzelfall ratsam sein, den Aufenthalt stattdessen als zusätzliches Jahr einzuschieben. Grundsätzlich ist AFS der Auffassung, dass Ihr Kind nicht nur in der Schule Wissen erlangt, sondern vor allem in den Begegnungen mit Menschen einer anderen Kultur.

Was ist im Programmpreis enthalten?

Eine genaue Aufstellung über die Leistungen finden Sie hier:

Welche zusätzlichen Kosten kommen auf uns zu?

AFS bemüht sich, alle möglichen Kosten so fair und transparent wie möglich zu kommunizieren. Welche Leistungen enthalten sind, erfahren Sie auf der Webseite unter „Programmleistungen“. Folgende Kosten sind im Programmpreis nicht enthalten und können auf Sie zukommen – sie variieren von Land zu Land:

  • Bearbeitungs- und Seminarbeitrag von 40€ mit der Bewerbung u.a. für das Einführungsseminar
  • (außer bei außer bei PPP-Stipendiaten)
  • Sonstige Kosten für die Einreise, den Aufenthalt und den Schulbesuch im Ausland (Beglaubigungen, Führungszeugnisse, Schuluniform, Schulbücher, Kurse außerhalb des Unterrichts, sportärztliche Untersuchungen usw.)
  • Taschengeld
  • Impfungen (wenn nötig, werden teilweise auch von Krankenkassen übernommen)
  • Haftpflichtversicherung
  • Reisegepäckversicherung (falls gewünscht)
  • Fahrtkosten zu AFS-Seminaren (außer bei PPP-Stipendiaten)
  • touristische Zusatzaktivitäten (falls angeboten)

Können wir unser Kind während des Austauschs besuchen?

Unserer Erfahrung nach erschwert es die Integration und das Erleben einer fremden Kultur, wenn die leibliche Familie zu Besuch kommt. Häufig kann es sogar für das Kind sehr kontraproduktiv und schwer sein, die Anwesenheit der Familie im neuen Umfeld zu verarbeiten. Wir raten deshalb dringend davon ab. In den meisten Gastländern ist es in einem bestimmten Zeitraum, z.B. im ersten halben Jahr, auch nicht erlaubt, Besuch aus Deutschland zu empfangen.

Wie groß sind die Chancen auf finanzielle Unterstützung?

Jährlich vergibt AFS Deutschland ca. 1,4 Millionen Euro Stipendiengelder an junge Menschen (bestehend aus AFS-eigenen Stipendienmitteln sowie im Auftrag von Förderprogrammen wie dem PPP und von namenhaften Stiftungen und Unternehmen). Über 35% der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten ein Teilstipendium. Die Aussichten, ein Stipendium zu erhalten, sind deshalb gut.

 

Ihr Kind kann die Chancen steigern , indem es sich für ein Land in Osteuropa oder Asien entscheidet, denn der Austausch in diesen Regionen wird derzeit besonders gefördert. Weitere Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung sind Auslands-BAföG, Stipendien von externen Stiftungen sowie Förderungen spezieller Bundesländer wie Hamburg.

Braucht mein Kind eine Auslandskrankenversicherung?

Ihr Kind genießt während seiner Programmteilnahme mit AFS den Schutz einer Auslandskrankenversicherung. Ausnahmen vom Versicherungsschutz sind Vorerkrankungen und Routineuntersuchungen. AFS empfiehlt, die persönliche Krankenversicherung auch während des Auslandsaufenthaltes fortzuführen oder ggf. eine private Zusatzversicherung abzuschließen.

Wie werden die Jugendlichen auf Sicherheitsrisiken vorbereitet?

Unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten bei AFS vor ihrer Abreise eine ausführliche Grundvorbereitung mit interkulturellen Inhalten sowie eine länderspezifische Vorbereitung zur Kultur des Gastlandes. Wichtigstes Ziel der Vorbereitungen ist es, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Werkzeuge an die Hand zu geben, die das Verständnis für fremde Kulturen erleichtern und die dabei helfen, Konfliktsituationen zu erkennen, zu analysieren und zu lösen. In diesem Rahmen werden auch explizit Sicherheitshinweise und bestimmte Verhaltensregeln, sogenannte "NoNos", besprochen. Die Jugendlichen sind dadurch sensibilisiert und im Umgang mit potentiellen Gefahren in ihrem Gastland geschult.

 

Auch im Gastland selbst werden durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort sowie durch die Gastfamilie wertvolle Hinweise für den Alltag gegeben.

Welche Möglichkeiten hat AFS, die Jugendlichen vor Ort zu schützen?

In jedem Land, mit dem wir kooperieren, gibt es eine Partnerorganisation. Mit haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut sie die Schülerinnen und Schüler und deren Gastfamilien vor Ort. Zeitnah nach ihrer Anreise werden die Schülerinnen und Schüler auf sogenannten „Survival Orientations“ mit wichtigen Tipps und Hinweisen zu Sicherheitsfragen und anderen Themen versorgt.

 

Während ihres Auslandsaufenthalts leben unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Gastfamilien, die sich in ihrer Region sehr gut auskennen und mit ihnen bestimmte Verhaltensregeln durchsprechen. Auch platzieren wir die Schülerinnen und Schüler in manchen Gastländern nicht überall: In einigen Ländern meiden wir Großstädte, um das Sicherheitsrisiko zu minimieren, in anderen werden bestimmte Regionen umgangen. Daneben gibt es in jedem AFS-Partnerland ein Krisenteam, das im Falle von Naturkatastrophen, Krankheiten, politischen Auseinandersetzungen und sonstigen Krisen die jeweilige Situation mit großer Sorgfalt im Blick behält und analysiert.

Was passiert, wenn die Chemie mit der Gastfamilie nicht stimmt?

Die Auswahl der Gastfamilien erfolgt direkt durch die Partnerorganisation des Gastlandes. Interessierte Familien werden sorgfältig ausgesucht. Bei der Platzierung Ihres Kindes sind die Kolleginnen und Kollegen vor Ort um eine gute Übereinstimmung mit der Familie bemüht, damit das Zusammenleben für beide Seiten einen Gewinn bedeutet. Und trotzdem finden die Jugendlichen und die Gastfamilien manchmal nicht zueinander. In solchen Fällen werden die örtlichen Betreuungspersonen versuchen, zu vermitteln und dem Zusammenleben eine neue Richtung geben. Finden sie jedoch keine Lösung, besteht die Möglichkeit, zu wechseln.

Gibt es Fälle, in denen das Programm vorzeitig beendet werden muss?

Die Sicherheit und das Wohlergehen unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer stehen für uns an erster Stelle. Sollten wider Erwarten z.B. gesundheitliche oder persönliche Umstände eintreten, die den Programmverlauf beeinträchtigen, suchen wir umgehend mit unserem Partner vor Ort nach einer Lösung. Als letzten Schritt diese auch darin bestehen, den Auslandsaufenthalt vorzeitig zu beenden. Kommt es von Seiten einer Teilnehmerin oder eines Teilnehmers zu Regelverstößen, kann dies dazu führen, dass er oder sie nach Hause geschickt wird. Sie finden die zu Grunde liegenden Regeln in den AFS-Teilnahmevereinbarungen.

Mein Kind hat Lebensmittelunverträglichkeiten oder Allergien bzw. isst kein Fleisch oder tierische Produkte. Kann darauf Rücksicht genommen werden?

Grundsätzlich halten Allergien, Lebensmittelunverträglichkeiten oder Vegetarismus/Veganismus nicht davon ab, eine Auslanderfahrung zu machen. Es kann jedoch sein, dass hinsichtlich des Gastlandes eine größere Flexibilität notwendig ist. So kann es sein, dass es für Vegetarier nicht möglich ist, einen Austausch in Argentinien zu machen, in Indien dies aber unproblematisch wäre. Hierzu beraten wir Eltern und Jugendliche gerne.

 

Vegetarisch oder vegan lebende Jugendliche müssen sich zudem darauf einstellen, dass sie sich im Gastland anpassen müssen, Es kann z.B. nicht davon ausgegangen werden, dass die Gastfamilien separate Mahlzeiten kochen – ein Weglassen der tierischen Produkte ist hingegen oftmals möglich.