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Eltern: Fragen & Antworten zum Schüleraustausch

Warum sollten wir uns für AFS entscheiden?

AFS zählt zu den weltweit größten und ältesten Organisationen für Jugendaustausch und interkulturelles Lernen: Mehr als 400.000 Jugendliche und Gastfamilien haben in den vergangenen 60 Jahren weltweit an den AFS-Programmen teilgenommen. Durch die Begegnung und bewusste Auseinandersetzung mit Menschen anderer Kulturen lernen die AFS-Teilnehmer neben der Sprache auch, verständnisvoller, offener und vorurteilsfreier zu agieren. Viele bleiben auch nach ihrem Austausch eng mit AFS verbunden, übernehmen Ehrenämter und bilden das Fundament der AFS-Gemeinschaft. Selbst intensiv geschult, berichten sie in Vorbereitungsseminaren von ihren eigenen Erfahrungen in der Fremde und geben Hilfestellungen im Umgang mit neuen Kulturen. Deutschlandweit engagieren sich rund 4.000 Ehrenamtliche für AFS. Unterstützt werden sie von 90 hauptamtlichen Mitarbeitern in der Hamburger Geschäftsstelle sowie in fünf Regionalbüros. Einen Ansprechpartner finden Sie also sicher auch in Ihrer Nähe.

AFS ist gemeinnützig. Der Verein finanziert sich durch Teilnahme- und Mitgliedsbeiträge, Spenden, Stiftungs-und öffentliche Mittel sowie Zuwendungen von Unternehmen. Diese Einnahmen decken die Gesamtkosten der Organisation und werden darüber hinaus für interkulturelle Projekte und Schülerstipendien eingesetzt: Um möglichst vielen Jugendlichen eine prägende Zeit im Ausland zu ermöglichen, erhält rund ein Drittel der Teilnehmer eine finanzielle Unterstützung.

Wir wollen, dass der Auslandsaufenthalt ein voller Erfolg wird. Deshalb achtet AFS bei der Programmarbeit sorgfältig auf die Einhaltung zentraler Standards und Qualitätskriterien und erhebt jährlich die Zufriedenheit seiner Teilnehmer. Als Mitglied der Initiative Transparente Zivilgesellschaft verpflichten wir uns, öffentlich Bericht über unsere Ziele und Mittel abzulegen.

Warum sollte mein Kind einen Schüleraustausch machen?

Es gibt viele Gründe für einen Schüleraustausch, wir haben hier fünf der wichtigsten zusammengestellt:

Erkennen deutsche Schulen das Austauschjahr an?

Wenn Jugendliche das 10. Schuljahr (Abitur in 12 Jahren) oder das 11. Schuljahr (Abitur in 13 Jahren) im Ausland verbringen, ist die Anerkennung nach einem Beschluss der Kultusministerkonferenz grundsätzlich möglich. Wir empfehlen Ihnen, sich bereits vor der Bewerbung Ihres Kindes direkt mit seiner Schulleitung in Verbindung zu setzen, um diesen Aspekt zu klären. Oft unterstützen Schulen und Lehrer einen Auslandsaufenthalt mit individuellen Absprachen, schicken zum Beispiel deutschen Lernstoff ins Ausland oder räumen nach deiner Rückkehr eine "Karenzphase" ein, in der Ihr Kind Versäumtes nachholen kann.

Kann mein Kind dieselben Fächer wie in Deutschland belegen?

Eine Garantie gibt es leider nicht. Die Schulsysteme, Fächer und Unterrichtsinhalte unterscheiden sich international zum Teil sehr stark. Planen Sie daher ein, dass Ihr Kind nicht alles wie in Deutschland wird fortführen können. Wird dadurch die Anrechnung an der Heimatschule erschwert, kann es im Einzelfall ratsam sein, den Aufenthalt stattdessen als zusätzliches Jahr einzuschieben. Grundsätzlich ist AFS der Auffassung, dass Ihr Kind nicht nur in der Schule Wissen erlangt, sondern vor allem in den Begegnungen mit Menschen einer anderen Kultur.

Was ist im Programmpreis enthalten?

Eine Aufstellung über die Leistungen finden Sie hier:

Können wir unser Kind während des Austauschs besuchen?

Unserer Erfahrung nach erschwert es die Eingewöhnung und das Erleben einer fremden Kultur, wenn die leibliche Familie zu Besuch kommt. Wir raten deshalb dringend davon ab.

Wie groß sind die Chancen auf finanzielle Unterstützung?

AFS vergibt jährlich Stipendien an bis zu 30 % der Teilnehmer. Die Aussichten, ein Stipendium zu erhalten, sind deshalb gut. Seine Chancen steigern kann Ihr Kind, indem es sich für ein Land in Osteuropa oder Asien entscheidet. Der Austausch in diese Regionen wird derzeit besonders gefördert. Es gibt auch die Möglichkeit, Schüler-BAFÖG zu beantragen.

Braucht mein Kind eine Auslandskrankenversicherung?

Ihr Kind ist während seiner Programmteilnahme über AFS krankenversichert. Ausnahmen vom Versicherungsschutz sind: Vorerkrankungen, Zahnbehandlungen und augenmedizinische Routineversorgung. AFS empfiehlt, die persönliche Krankenversicherung auch während des Auslandsaufenthaltes fortzuführen oder ggf. eine private Zusatzversicherung abzuschließen. Eine Haftpflichtversicherung ist nicht im AFS-Programm enthalten.

Wie werden die Jugendlichen auf Sicherheitsrisiken vorbereitet?

Jeder Teilnehmer durchläuft bei AFS vor seiner Abreise eine ausführliche Grund- und Ländervorbereitung. Wichtigstes Ziel der Vorbereitung ist es, den Teilnehmern Werkzeuge an die Hand zu geben, die das Verständnis für fremde Kulturen erleichtern und die dabei helfen, Konfliktsituationen zu erkennen, zu analysieren und zu bewältigen. In diesem Rahmen werden auch explizit Sicherheitshinweise und bestimmte Verhaltensregeln, sogenannte "NoNos", besprochen. Die Jugendlichen sind dadurch sensibilisiert und im Umgang mit potentiellen Gefahren in ihrem Gastland geschult.

Welche Möglichkeiten hat AFS, die Jugendlichen vor Ort zu schützen?

In jedem Land, mit dem wir kooperieren, gibt es eine Partnerorganisation. Mit haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut sie die Schüler und Gastfamilien vor Ort. Direkt nach ihrer Anreise werden die Schüler auf sogenannten „Survival Orientations“ mit wichtigen Tipps und Hinweisen zu Sicherheitsfragen und anderen Themen versorgt.

 

Während ihres Auslandsaufenthalts leben unsere Teilnehmer in Gastfamilien, die sich in ihrer Region sehr gut auskennen und mit den Schülern bestimmte Verhaltensregeln durchsprechen. Auch platzieren wir die Schüler nicht überall in den Gastländern: In einigen Ländern meiden wir Großstädte, um das Sicherheitsrisiko zu minimieren. Daneben gibt es in jedem AFS-Partnerland ein Krisenteam, das im Falle von Naturkatastrophen, Krankheiten, politischen Auseinandersetzungen und sonstigen Krisen die jeweilige Situation mit großer Sorgfalt im Blick behält und analysiert.

Was passiert, wenn die Chemie mit der Gastfamilie nicht stimmt?

Die Auswahl der Gastfamilien erfolgt direkt durch die AFS-Organisation des Gastlandes. Interessierte Familien müssen sich schriftlich bewerben und werden anschließend von einem Repräsentanten der Organisation besucht, der sich persönlich einen Eindruck verschafft. Bei der Platzierung Ihres Kindes sind wir um eine gute Übereinstimmung von Schüler und Familie bemüht, damit das Zusammenleben für beide Seiten einen Gewinn bedeutet. Und trotzdem finden Gastschüler und –familien manchmal nicht zueinander. In solchen Fällen werden die örtlichen Betreuer versuchen, zu vermitteln und dem Zusammenleben eine neue Richtung zu geben. Finden sie jedoch keine Lösung, besteht die Möglichkeit, zu wechseln.

Gibt es Fälle, in denen Teilnehmer vorzeitig zurückkehren müssen?

Die Sicherheit und das Wohlergehen unserer Teilnehmer stehen für uns an erster Stelle. Sollten wider Erwarten z.B. gesundheitliche oder persönliche Umstände eintreten, die den Programmverlauf beeinträchtigen, suchen wir umgehend mit unserem Partner vor Ort nach einer Lösung. Auf Wunsch kann diese auch darin bestehen, den Auslandsaufenthalt vorzeitig abzubrechen. Kommt es von Seiten des Teilnehmers zu Regelverstößen, können diese dazu führen, dass der Teilnehmer nach Hause geschickt wird. Zu finden sind die Regeln in den AFS-Teilnahmevereinbarungen.