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Gar nicht so weit weg und doch ganz anders

Johanna, Finnland, 2012/13,

Als erstes möchte ich mich gerne bei meinem Stipendiengeber bedanken, dafür dass Sie mein Auslandsjahr erst ermöglicht haben.

Kulturelle Unterschiede

Nun sind schon wieder einige Wochen vergangen, nachdem ich in Deutschland angekommen bin und so manches ist mir aufgefallen. Obwohl Deutschland und Finnland gar nicht so weit von einander entfernt liegen, merkt doch so manchen kulturellen Unterschied. Wie zum Beispiel das Miteinander von Schüler und Lehrer. In Finnland pflegt man einen lockeren, aber doch respektvollen Umgang. Dagegen ist das Miteinander in meiner deutschen Schule eher etwas verspannt.

Aber auch das Verhalten innerhalb der Familie ist unterschiedlich. Natürlich hängt es auch viel davon ab, zu welcher Familie man kommt, da alle unterschiedliche Verhaltensweisen haben. So kann ich nur von den Unterschieden von meiner Gastfamilie und meiner richtigen Familie berichten. Das Verhältnis zwischen meiner Gastfamilie und mir war meistens recht entspannt und freundlich. Jedoch durch das Wissen, dass ich nur ein Jahr dort verbringen werde, habe ich sie nie wirklich wie eine zweite Familie angesehen, eher wie sehr gute Freunde. Das gleiche Verhältnis habe ich auch zu meiner Gastschwester, ich konnte nie solch ein Verhältnis zu ihr aufbauen, wie das zu meinen richtigen Schwestern. Auch dass ich nur eine einzige Gastschwester habe, war für mich sehr ungewohnt. Da ich eigentlich das dritte von vier Kindern bin, war immer viel los in meiner Familie und dort konnte man sich häufiger zurücklehnen und ein Buch genießen.

Neue Perspektiven

Natürlich habe ich selbst auch viel gelernt, mögen es die kulturellen Erfahrungen sein oder eine neue Sprache zu lernen. Es gibt vieles, was in Deutschland immer vor deinen Augen war, aber ich es nie so wahrgenommen habe, wie nach meinem Auslandsaufenthalt. Für mich war es vor allem die deutsche Landschaft, die Berge und Hügel, welche du in Finnland vergeblich suchst. Ich habe auch gemerkt wie sehr mir meine Familie am Herzen liegt und wie dankbar ich ihr bin, dass sie mir so weit vertraut haben ein ganzes Jahr ohne sie zu verbringen.

Ein guter Rat für AFSer

Den zukünftigen AFSern möchte ich gerne ein paar Dinge auf den Weg geben. Ich glaube an erster Stelle müsste stehen, genießt euer Auslandsjahr in vollen Zügen und versucht aus jeder Situation etwas Gutes zu entnehmen, denn leider vergeht die Zeit viel zu schnell. Ich hoffe ihr werdet tolle Erfahrungen in eurem Auslandsjahr sammeln können. Am Ende würde ich sagen, dass ich immer wieder gerne mein Auslandsjahr wiederholen würde und nichts bereue.