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Arbeiten im AFS-Büro in Paris

Saman, Frankreich, 2008/09, FSJ

Arbeiten im AFS-Büro in Paris

Mein FSJ als Zivildienstersatz fand in Paris, Frankreich bei AFS in Frankreich statt. AFS in Frankreich heißt mit vollem Namen AFS Vivre Sans Frontière (AFS VSF), was so viel heißt wie „Leben ohne Grenze(n)“.

Das AFS-Büro befindet sich in Fontenay-sous-Bois, was ein Stadtteil ist, der sich an Paris angrenzt. Im AFS-Büro arbeiten momentan 17 Hauptamtliche. Jeder Festangestellter arbeitet momentan noch auf 35 Std. pro Woche, also von 9 – 17 Uhr oder von 10 bis 18 Uhr mit einer Stunde Mittagspause, die aber auch gerne mal ohne Probleme länger sein kann ;-).

Als FSJler im Büro hat man dieselben Arbeitszeiten und schreibt seine Stunde nach jeder Woche auf. Sollte man am Wochenende arbeiten, kann man diese zusätzlich aufschreiben, sie werden einem dann „gutgeschrieben“ für mehr Urlaubstage. Ich habe während meines Aufenthaltes innerhalb des Büros in vielen verschiedenen Abteilungen gearbeitet und so viele Aspekt der AFS-Arbeit kennengelernt. Neben diesen eher administrativen Aufgaben habe ich auch mitgeholfen, verschiedene Camps (z.B. Arrival Camps oder End of Stay) durchzuführen.

Du wirst sicherlich auch mehrere solcher Tagungen machen können, wenn dich das interessiert. Dadurch, dass ich auch sehr interkulturell interessiert war, habe ich eine Arbeitsgruppe zusammengestellt, die aus dem Vorstand (Conseil d’administation) und Ehrenamtlichen und mir als Hautamtlichen bestand, um für alle Tagungen, die auf regionaler Ebene stattfinden ein entsprechendes Handbuch zu schreiben, welche die Ziele für jede Tagung erklärt und eine Wahl an interkulturellen Übungen gibt, die die Ehrenamtlichen dann mit den Schülern durchführen können.

Eigene Interessen wichtig

So viel zu dem, was ich gemacht habe. Was bei der alltäglichen Arbeit entscheidend ist, ist dass es viel zu tun gibt im Büro und dass man seine Interessen findet und fragt, ob man in die Richtung etwas machen kann. Wenn du z.B. ein „Computerfreak“ bist, solltest du es sagen oder zeigen, dann hast du eventuell die Möglichkeit in der Richtung zu arbeiten. Das Arbeitsklima im AFS-Büro ist sehr, sehr gut und familiär. Man isst gerne länger zusammen, unterhält sich viel oder geht auch mal gerne nach der Arbeit einen „apéro“, ein Bier, Wein trinken.

Franzosen genießen das Leben

Die Franzosen sind meiner Meinung nach ein sehr warmblütiges Volk, die gerne das Leben genießen. Dies spiegelt sich z.B. beim Essen wieder, wo man sich halt nicht stressen lässt und in der Familie oder bei der Arbeit mehrere Gänge isst und viel redet bzw. kommuniziert. Auf der anderen Seit ist es wichtig zu wissen, dass Paris nicht die französische Kultur wiederspiegelt, da es sehr viele Touristen gibt und die Pariser schon sehr speziell sind im Vergleich zum Rest der Franzosen. Auf welche Weise? Das wirst Du glaub ich schnell herausfinden…

Empfehlenswert wäre es sich ein Hobby zu suchen, nach der Arbeit, also im Verein irgendwie Fußball, Volleyball oder so spielen, vielleicht Musik etc. damit Du die Möglichkeit hast andere Franzosen / Leute kennen zu lernen außer die vielen AFS. Hierzu kannst du dir im Internet Informationen einholen oder auch die Arbeitskollegen fragen, die dir dann i.d.R. helfen werden.

Französisch lernen

Sprachlich muss ich sagen ist die französische Sprache schon sehr anspruchsvoll. Also ich hatte Französisch als 2. Fremdsprache seit der 7. Klasse in der Schule und auch später als mündliches Prüfungsfach und kam damit anfangs aus, aber sobald es in tiefere Gespräche ging, war es sehr schnell anstrengend. Das Gute ist jedoch, dass Alle mit einem auf Französisch sprechen werden und man somit viele Fortschritte machen kann. Also nicht aufgeben einfach immer nachfragen und dazulernen!! Es wird einem kein Sprachkurs angeboten, dies ist auch nicht schlimm, da man eh die ganze Zeit auf Französisch reden muss. Franzosen haben auch die Tendenz einem zu helfen, wenn man versucht in Ihrer Sprache zu sprechen (und nicht gleich mit Englisch ankommt) und verbessern einen, um die Fehler rauszukriegen.

Die Wohnsituation

Im Folgenden gehe ich noch einmal kurz auf meine komplizierte Wohnsituation ein, die bei dir aber auf jeden Fall anders sein wird. Ich habe anfangs in einer „Gastfamilie“ gewohnt, die bestand aus einer ehrenamtlichen, älteren Dame die in der Nähe des Büros wohnt und als Person ja einfach sehr „speziell“ ist (kannst dir dann ja dein eigenes Bild machen). Dies hat also nicht so gut funktioniert, sodass ich dann den Entschluss gefasst habe auszuziehen und in eine WG in Paris zu gehen. Mein Projekt wurde von AFS Frankreich unterstützt, wobei ich aber nur ein Teil der Miete, die sehr, sehr teuer ist, bezahlt bekommen habe. Wichtig ist es zu wissen, dass fast alles viel, viel teuerer ist in Paris und man muss wirklich lernen zu sparen in dem Jahr, was auch nicht so schlecht sein kann, oder? Du aber wirst in einer kleinen Zwei- Zimmerwohnung, die sich neben dem Büro befindet wohnen, die dann normalerweise freistehen wird. Auch da musst du dich halt um deine Sachen (Wäsche, Essen etc.) selber kümmern, was sehr gut ist, finde ich.

Abschließend ist zu erwähnen, dass AFS Vivre Sans Frontière ein guter AFS Partner ist und du wirst auf jeden Fall auf offene Ohren stoßen, wenn du Probleme oder Anregungen hast. Ich hatte in meinem Jahr keine Probleme mit den Arbeitskollegen und musste mich auch nie an AFS Deutschland wenden, die sonst auch immer noch da sind und dich unterstützen würden.

Wenn du noch fragen hast kannst du dir gerne von AFS Deutschland meine Email Adresse geben lassen und mich anschreiben! Ich wünsche dir ein tolles Jahr in Frankreich!

Bonne chance et très bon courage.